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"Der Buddha und die Liebe" - ein buddhistischer Lese-Abend


Liebe und Partnerschaft beeinflussen und prägen das persönliche Lebensgefühl. Der buddhistische Lehrer Lama Ole Nydahl hat dazu ein Buch verfasst, in dem die Lehren Buddhas zu diesem Thema zusammengefasst und für westliche Lebenssituationen interpretiert werden.
Am Donnerstag, dem 19. Januar 2012 las der Schauspieler Jochen Regelien in der Stadtbücherei Niebüll Auszüge aus dem Buch "Der Buddha und die Liebe" . Anschließend gab es Zeit, Fragen zu dem Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen.




Gerd Boll

Gerd Boll ist verheiratet, Vater von 4 Kindern und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schleswig - Holsteinischen Ostseeküste. Seit 23 Jahren ist er Buddhist und lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.







Jochen Regelien

Jochen Regelien ist seit 38 Jahren als freier Schauspieler tätig, lebt seit 25 Jahren in Hamburg und ist seit 14 Jahren praktizierender Buddhist.









Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.01.2012:

Über Karma, Glück und Partnerschaft

Niebüll


Vanessa Müller


Lesung Der Buddha und die Liebe mit Jochen Regelien
Vorleser: Der Schauspieler Jochen Regelien ist seit 14 Jahren Buddhist.
Foto: Vanessa Müller

Eine Lesung, 90 Gäste - es herrschte Hochbetrieb in der Stadtbücherei Niebüll. Mit so vielen Besuchern hatte selbst der erfahrene Büchereileiter Ronald Steiner bei dieser Veranstaltung nicht gerechnet. "Ich bin überwältigt", gab er unumwunden zu. Grund für den Andrang: eine buddhistische Lesung. Die Suche nach Glück und Zufriedenheit, einer gut funktionierenden Partnerschaft sowie innerer Ausgeglichenheit beschäftigt die meisten Menschen über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ihres Lebens. Viele von ihnen finden die Antworten im Buddhismus, der für die einen eine Religion, für die anderen eine Art Philosophie oder Lebenseinstellung ist. Der Buddhismus gewinnt immer mehr Anhänger, auch in Schleswig-Holstein. Einige der insgesamt 400 Zentren des Diamantweg-Buddhismus der Karma Kagyü Linie, einer speziellen Glaubensrichtung, sind beispielsweise in Langenhorn, auf Sylt und in Flensburg zu finden. Spirituelles Oberhaupt dieser Richtung ist der dänische Lama Ole Nydahl, der im Jahr 1972 das erste dieser Zentren gründete. Seit mehr als 25 Jahren reist Lama Ole Nydahl um die ganze Welt, hält Vorträge und verfasst Bücher zum Thema Buddhismus. Aus einem seiner Bücher, "Der Buddha und die Liebe", las in der Niebüller Stadtbücherei der in Hamburg lebende Schauspieler Jochen Regelien, der seit 14 Jahren praktizierender Buddhist ist. Die Auszüge des Buches behandelten verschiedene Gedankengänge der buddhistischen Lehre, unter anderem zu den Themen Glück, Partnerschaft und die positive wie auch negative Kraft der Gefühle. Nach einer guten Stunde Lesung, der die Zuhörer fast andächtig lauschten, bestand die Möglichkeit, einen Schüler Ole Nydahls, Gerd Boll, über die Lehre Buddhas zu befragen. Boll ist seit 23 Jahren Anhänger dieser Lebenseinstellung und lehrt im Auftrag Nydahls diese Inhalte im In- und Ausland. Die ihm gestellten Fragen beantwortete er ohne Umschweife und gut verständlich. "Wir können ja Tacheles reden", sagte der in Schleswig-Holstein lebende Buddhist und erläuterte das Wort Karma beispielsweise mit: "Die norddeutsche Erklärung für Karma ist wohl ,wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus'." Der Abend, der vom Buddhistischen Zentrum Langenhorn organisiert wurde, endete mit einer gemeinsamen Meditation.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2012:

"Mieser Sommer sorgt für Rekord"

Niebüll


Dieter Wrege



Statistik 2011
"Recherche": Ronald Steiner sucht für Julia Wirth im Verzeichnis der Bücherei nach dem gewünschten Buchtitel.
Foto: Dieter Wrege

Dem Superjahr 2010 ließ die Stadtbücherei Niebüll 2011 ein Rekordjahr folgen. Aus ihrem Bestand von derzeit rund 40 000 Medien verzeichneten Büchereichef Ronald Steiner und seine Mitarbeiterinnen 186 459 Entleihungen. Damit legte die Bücherei gegenüber 2010 noch einmal 5,6 Prozent zu und notiert in der Chronik das bislang ausleihstärkste Jahr ihrer Geschichte. "Das miese Wetter trieb uns 2011 die Leute geradezu über die Türschwelle", vermutet Ronald Steiner einen der Gründe. Im deutlich angestiegenen Spaß- und Unterhaltungsfaktor sah er einen anderen Grund. "Es wird leider nicht mehr gelesen", relativierte er die Erfolgszahlen, die in erster Linie im Entleih-Plus bei den DVDs, CDs und Konsolenspielen begründet liegen. Auch sieht der Chefbibliothekar des beliebten Niebüller Kulturtreffpunktes das Ganze in einem veränderten Konsumverhalten, auf das die Bücherei über die Jahre hinweg mit einer breiteren Medienauswahl reagierte. "Wir sehen uns als eine liberale und offene Bücherei mit niedrigen Hemmschwellen - als eine Bücherei für jedermann", sagt ein umtriebiger, stets gut gelaunter und vor lauter pfiffigen Ideen sprühender Ronald Steiner. Keine Statistik ohne Zahlen. Seit dem Ruhestand von Ingrid Menzel in der alten Bücherei an der "ALS" und dem Dienstantritt von Ronald Steiner hat sich der Medienbestand auf heute 40 000 "Stück" verdoppelt. Das sind 29 542 Bücher, 1 767 Zeitschriften, 713 Taschenbücher, 2961 CDs, 2678 CDRoms/DVDs, 69 Bilder in der Artothek und 489 Konsolenspiele. In 1 389,5 Stunden an 247 Öffnungstagen wurden den zurzeit 3 188 aktiven Lesern und Kunden ( 1801 Erwachsene und 1387 Kinder und Jugendliche) im Alter zwischen drei und 83 Jahren unter anderem über den Tresen gereicht: 96 000 Bücher, 15 000 Zeitschriften, 11 170 CDs, 27 969 CDRoms/DVDs, 5 254 Taschenbücher und 8 167 Konsolenspiele. Im Leihverkehr besorgte die Bücherei 2 206 Medien. Anderen Büchereien stellte sie 1209 Medien zur Verfügung. Renner unter den Büchern waren die Thriller-Trilogie des Dänen Jussi Adler Olsen mit "Erlösung/Schändung/ Erbarmen", "Greg's Tagebuch" von Jeff Kinney und Christopher Paolini's "Eragon" und bei den Kinder beliebt die "Warrior Cats" von Erin Hunter. Unter den Sachbüchern hielten Herbert Schwans Biografie über Hannelore Kohl "Die Frau an seiner Seite" und "Leben oder gelebt werden" von Kanzlersohn Walter Kohl ebenso Spitzenplätze wie Walter Isaacsons Geschichte über das Genie Steve Jobs. Bei den DVDs waren "The King's Speech", "Kokowäh" und "Das Konzert" stark gefragt. In der Bücherei stellten die Mürwiker, Frauke Gloyer, Meike Teichmann, Godje Momsen, und David Brandt aus. Herr Pettersson & Fundus waren erneut "Puppen-Stammgäste". Jon Isaksen und Jon Kalman Stefansson lasen im Literaturfest, und Reinhard Pelte aus seinem Krimi "Inselbeichte". Bei der nächsten Lesung geht es schon am 19. Januar um Lama Ole Nydahls "Der Buddha und die Liebe". Und: am 15. März vollendet Ronald Steiner sein 30. Jahr in Diensten der Stadtbücherei, die seit zwei Jahren in der Trägerschaft der Stadt steht.




Aus der Wochenschau vom 08.01.2012:

"Wieder ein Rekordjahr!"

Niebüll


Wolfgang Pustal



Statistik 2011
Das Team der Stadtbücherei: Bibliothekar Ronald Steiner und seine drei Mitarbeiterinnen Anett Petersen(li.), Anke Hansen und Heike Christ (re.) hatten im Rekordjahr 2011 alle Hände voll zu tun.
Foto: Wolfgang Pustal

"Der schlechte Sommer hat uns wohl in die Hände gespielt. Viele Urlauber haben unser gutes Angebot genutzt. Bei schlechtem Wetter leihen sie mehr aus als bei Sonnenschein", erklärt Ronald Steiner das bislang ausleihstärkste Jahr der Stadtbücherei Niebüll. Bereits 2010 war ein Superjahr für die Stadtbücherei, aber 2011 wurde mit 186.000 Entleihungen das bislang absolute Rekordjahr für Steiner und seinen Damen. "Für eine Stadt wie Niebüll mit seinen rund 10.000 Einwohnern ist das Angebot von rund 40.000 Medien schon enorm. Wir haben den Vorteil, dass wir hier alle Schulen vor Ort haben und die Friedrich-Paulsen-Schule. Unser Standort direkt in der Hauptstraße ist sehr gut", kann sich der Bibliothekar nicht beklagen. Seit zwei Jahren ist die Stadtbücherei wieder im städtischen Besitz und wird vom Amt Südtondern verwaltet. "Die Zusammenarbeit mit dem Amt klappt hervorragend", lobt Steiner.
In seinen nunmehr fast 30 Jahren als Leiter der Stadtbücherei kann er auf stetig steigende Zahlen verweisen. "Ich habe 1982 mit rund 20.00 Medien und 50.000 Ausleihen angefangen. Seit dem hat sich unser Angebot verdoppelt und die Entleihungen haben sich mehr als verdreifacht", blickt Ronald Steiner in seinem Jubiläumsjahr zurück. Im März darf er sein 30. Jahr in der Stadtbücherei feiern. In den drei Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Neue Medien wie CDs, CD-ROMs, DVDs, Bilder der Artothek und Spiele und Konsolenspiele gab es damals noch nicht. Aber nach wie vor spielt das gedruckte Wort die größte Rolle im Angebot der Stadtbücherei. Fast 30.000 Bücher, 1.800 Zeitschriften und 713 Taschenbücher sind vor Ort und wurden im letzten Jahr über 110.000 Mal ausgeliehen. Die Stadtbücherei hat sich außerdem als Ausstellungs- und Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Im diesem Sommer findet wieder eine Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musikfestival statt mit dem Thema "China". Am Donnerstag, 19. Januar, um 20.00 Uhr liest der Schauspieler Jochen Regelien in der Stadtbücherei Niebüll Auszüge aus dem Buch "Der Buddha und die Liebe". Anschließend gibt es Zeit, Fragen zu dem Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen. Und am Dienstag, 10. Januar, beginnt wieder die "Lesewelle". Hier lesen vier ehrenamtliche Vorleserinnen an jedem Dienstag von 16.00 bis 17.00 Uhr kleinen Zuhörern Geschichten vor. "Wenn wir diesen Stand halten können, müssen wir zufrieden sein. Wir sind immer offen für alles Neue und gehen immer mit der Zeit", verrät Steiner eines der Geheimnisse des Erfolges




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.01.2012:

"Lizenz zum Leihen"

Niebüll


Vanessa Müller


Anja Lorenzen, Leserin des Jahres 2011

Foto: Vanessa Müller

Mindestens einmal die Woche kommt Anja Lorenzen in die Stadtbücherei, manchmal öfter. "Ich leihe immer zum Wochenende etwas für mich und die Kinder aus", berichtet die Risum-Lindholmerin, die mit 1478 Ausleihen die "Leserin des Jahres 2011" geworden ist. Für die 43-Jährige ist es die optimale Lösung: "Meine fünf Kinder finden alles, was sie interessiert, hier in der Bücherei. Was nicht vorrätig ist, bestellen wir über die Zentralbibliothek und lassen es nach Niebüll schicken, dass funktioniert wunderbar." Aber nicht nur Bücher stehen auf der Ausleihliste der Familie, sondern auch Comics, Zeitschriften und DVDs - das spart Geld. "Alleine bei dem Betrag, was die Modezeitschriften kosten, die meine älteren Töchter gerne lesen. Da wäre das Taschengeld schnell ausgegeben, wenn sie die alle kaufen würden." Die Ausleihe aus der Bücherei bringt einen weiteren Vorteil mit sich: In den Kinderzimmern ist anstelle von Bücherregalen nun jede Menge Platz für Puppen, Autos, Schminkutensilien und Co. Während ihre Sprösslinge bereits im Vorfeld genau wissen, was sie lesen möchte und dies per Mausklick reservieren, stöbert Anja Lorenzen auch gerne mal in Bücherregalen. Büchereileiter Ronald Steiner freut sich über so treue Kundschaft




Aus der Wochenschau vom 22.01.2012:

Leserin des Jahres 2011

Niebüll


Wolfgang Pustal



Leserin des Jahres 2011
Leserin des Jahres 2011 der Stadtbücherei Niebüll: Bibliothekar Ronald Steiner überreichte Anja Lorenzen als Lerin mit den meisten Ausleihen einen Blumenstrauß.
Foto: Wolfgang Pustal

Bibliothekar Ronald Steiner hatte Anja Lorenzen eingeladen, um ihr als "Leserin des Jahres 2011" der Stadtbücherei Niebüll zu gratulieren. Die Risum-Lindholmerin hatte im letzten Jahr insgesamt 1.403 verschiedene Medien ausgeliehen - eine gigantische Zahl auf den ersten Blick. "Das ist eigentlich geschummelt, denn die habe ich natürlich nicht alle alleine ausgeliehen. Die meisten Ausleihen waren für meine fünf Kinder", macht Anja Lorenzen deutlich, wer diese Menge an Büchern, Zeitschriften, Comics und DVDs "verschlungen" hat. Da fällt Ronald Steiner noch urplötzlich auf, dass die älteste Tochter Bele selbst eine eigne Karte hat, auf der auch noch 75 Ausleihen notiert sind. Also kommen für die Familie Lorenzen insgesamt sogar 1.478 Ausleihen zusammen. "Gut 50 Prozent unser Leser kommen aus Niebüll, aber der zweitwichtigste Ort für uns ist Risum-Lindholm. Hier haben wir 365 aktive Leser, die pro Jahr rund 26.000 Medien bei uns ausleihen", zählt Ronald Steiner auf. Einmal pro Woche ist Anja Lorenzen mindestens in der Stadtbücherei - meistens freitags, um ihre Kinder mit genügend Lesestoff in Form von Büchern, Zeitschriften und DVDs für das Wochenende einzudecken. "Mein Sohn liest am liebsten Comics, meine jüngste Tochter Jönna sieht gerne DVDs mit Benjamin Blümchen, die größeren Mädchen lesen Fantasieromane und meine älteste Tochter Bele auch schon Modezeitschriften", erklärt die fünffache Mutter. Da kommt schnell eine ganze Menge zusammen. Anja Lorenzen selbst liest vieles und querbeet. Historische Romane hat sie dabei aber am liebsten. Die beste Informationsquelle vor dem nächsten Besuch der Stadtbücherei ist dabei das Internet. Hier informieren sich Anja Lorenzen und ihre Kinder und bestellen schon vorab auf der Homepage der Stadtbücherei die gewünschten Bücher, Zeitschriften und DVDs. "Meine Kinder haben meist ganz feste Vorstellungen, was sie lesen oder sehen wollen. Ich hingegen schaue meist, was neu ist und mich interessieren könnte. Von den Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei werden wir immer gut und fachmännisch beraten. Die wissen ganz genau, wo das gewünschte Buch zu finden ist", lobt Anja Lorenzen das gute Angebot und den freundlichen Service. Ronald Steiner überreichte Anja Lorenzen einen Blumenstrauß und bedankte sich bei seiner treuesten Kundin und ihren Kindern. Und beim Herausgehen fällt ihr dann noch ein: "Ich muss ja noch Bücher mitnehmen!"





David Brandt

RAUMPORTRAITS

12.11.2011 - 23.12.2011


David Brandt - Dresden

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 12. November 2011 um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner

Grußworte: Wilfried Bockholt, Bürgermeister

Einführung: Dr. Jörg Garbrecht, Noldestiftung Seebüll


Die Ausstellung RAUMPORTRAITS in der Stadtbücherei Niebüll zeigt Fotografien von David Brandt: Portraits von Personen in Räumen, aber auch Portraits von Räumen, denen Menschen, durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben.
Im Eingangsbereich der Ausstellung werden mit Gerhard Richter, Ulrich Rückriem und Georg Baselitz international bekannte Künstler jeweils im Einzelportrait in einer Arbeitssituation gezeigt. In der Präsentation als Triptychon werden sie sich gleichzeitig gegenübergestellt - und der Betrachter zum Vergleich aufgefordert. In zwei klassischen schwarz-weiß Portraits treten der Regisseur Michael Haneke und der Künstler Stefan Wewerka der Kamera frontal entgegen - der eine ernst, der andere lachend, beide im Dialog mit dem Fotografen.

Verteilt über die Bibliothek werden Bilder von Räumen gezeigt, die als Einzelaufnahmen entstanden sind, aber jeweils zu Paaren kombiniert werden. Zwei Kinder am Strand von Sylt korrespondieren mit zwei Kongressteilnehmern in Dresden, die Garderobe im Dresdner Hygienemuseum steht einem Ausstellungsraum der Hamburger Kunsthalle gegenüber, die Oper Bayreuth einem Einkaufszentrum in Dresden, eine U-Boot-Kapsel einem Sojus-Raumschiff. Die Raumpaare sind so gewählt, dass sie durch ihre Inhalte, Materialien, Farben, Stimmungen, Unterschiede und Ähnlichkeiten sowie formale Aspekte weit über die Einzelaufnahme hinaus den Betrachter zu Überlegungen anregen. Die paarweise Hängung ermöglicht den Vergleich. Der Zugang zu den Bildern ist unmittelbar, die resultierenden Assoziationen und Überlegungen beim Betrachter können tiefer gehen. David Brandt möchte seine Ausstellung durchaus als Sehschule verstanden wissen.


VITA
David Brandt ist 1960 In Berlin geboren. Er arbeitet seit 25 Jahren als freiberuflicher Fotograf, seit zwölf Jahren in Dresden. Im Jahr 2010 wurde er in den Deutschen Werkbund Sachsen berufen. Die Bilder sind teils bei Aufträgen, teils frei im Lauf der letzten 10 Jahre entstanden.

www.david-brandt.de David Brandt - Sylt














Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.11.2011:

"Schritt für Schritt zur Vernissage"

Niebüll


Moritz Pelte


Ausstellung David Brandt

Gastgeber, Kurator und Künstler gehen gemeinsame Wege. Ronald Steiner, Andreas Brandt und David Brandt bereiten die Ausstellung "Raumportraits" vor. Sie wird Werke des Dresdener Fotografen zeigen. Hinter dem Ausstellungstitel verbergen sich Porträtaufnahmen, aber auch Porträts von Räumen, denen Menschen, durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 14.11.2011:

"Fotografien, die den Blick schärfen"

Niebüll


Dieter Wrege



Ausstellung RAUMPORTRAITS
"Künstler und Handwerker": David Brandt verbindet Inspiration und Perfektion.
Foto: Dieter Wrege

"Brandt in der Niebüller Stadtbücherei!" Diese Headline, nur akustisch vernommen, könnte auf eine Katastrophe hindeuten, wie die vor sieben Jahren in der Weimarer Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek, in der unschätzbare Werte und Teile des Weltnaturerbes ein Raub der Flammen wurden. Doch sutje, wie man in Nordfriesland sagt: Es ging um den Berufsfotografen David Brandt (51), einen Sohn von Professor Andreas Brandt, den Büchereichef Ronald Steiner zur aktuellen Weihnachtsausstellung 2011 in die Bücherei holte. Wo man bis zum 23. Dezember "Raumporträts" (Name der Ausstellung) sehen kann - 44 mittel- und großformatige Fotografien, technisch perfekt, gestochen scharf und in bestechende Präzision und Klarheit, wie Dr. Jörg Garbrecht, Kurator und Leiter der Berliner Dependance der Noldestiftung, empfand und sich in seinen Betrachtungen die Chance zu einem heiteren Wortspiel nicht entgehen lassen mochte. Doch gleichwohl könne man von einem Feuer sprechen, das die 44 "Brandtherde" (Zahl der Bilder) auflodern lassen und Aufmerksamkeit "bis zur Belastungsgrenze" entfachen. Der Betrachter könne Geschautes gliedern, Bildpaare erkennen, Bilder einander zuordnen und sie bis ins Detail erforschen, um festzustellen, dass diese Details ineinander greifen und neue Zusammenhänge hervorbringen. Die Ausstellung sei nichts für Gaffer. Sie verdiene aufmerksame Beobachter. In der Regel ermüde die Betrachtung von Bildern nach 30 Sekunden. Dem Erblinden des Auges wolle jeder Künstler entgegenwirken. Garbrecht: "Hier, bei diesen Bildern, bleibt man nach 30 Sekunden putzmunter." Zu dieser seiner Erkenntnis führte der Kurator Beispiele an, wie etwa das eines orientalischen Prunkzelts, das nach seinen Worten dazu geeignet sei, das Sehen in der Alltagswelt zu schärfen. David Brandt, sagte Grabrecht, sei Handwerker und Künstler in Personalunion, Künstler wegen seines Neugierde entfachenden Sehens und Handwerker wegen seiner kompromisslosen Perfektion. "Er ist eben ein großartiger Fotograf", rundete Garbrecht seine Betrachtungen ab und kehrte zu seinem anfänglichen Wortspiel zurück, indem er meinte, die 44 Fotografien des David Brandt würden sich in das Gedächtnis der Betrachter einbrennen. "Brandt in der Niebüll Stadtbücherei" - das ist eine ausgesprochen gute Nachricht." "Große Kunst in einer kleinen Stadt." Mit diesen Worten lobte Bürgermeister Wilfried Bockholt den "Kulturtempel" Stadtbücherei, die über die Jahre mehr wurde als nur ein Ort, der Bücher verleiht. Neben den neu dazu gekommenen Medien habe es die Bücherei verstanden, ihre Aufgabe mit Kunst in großer Bandbreite zu kombinieren. Aus aktuellem Anlass lud Bockholt Kunstfreunde aus Stadt und Land dazu ein, auch die Ausstellung von Franziska Rutz im Haizmann zu besichen. "Zwei bemerkenswerte Fotoausstellungen zur selben Zeit - wann hat es das schon mal in Niebüll gegeben?"




Aus der Wochenschau vom 20.11.2011:

"Brilliante Farben"

Niebüll


Beate Kneißler



Ausstellung RAUMPORTRAITS










Zu Gast in der Stadtbücherei: Der Fotograf David Brandt mit seiner Mutter, der Malerin und Autorin Sarah Haffner.
Foto: Beate Kneißler

"Brand(t) in der Stadtbücherei" titulierte Dr. Jörg Garbrecht die vermeintliche Presse-Schlagzeile über die Eröffnung der Weihnachtsausstellung 2011. "44 individuelle Brandtherde" -Raumportraits des Fotografen David Brandt-, die "gestochen scharf, vollendet ausgeleuchtet und akribisch komponiert sind", laudatierte der Abteilungsleiter der Nolde Stiftung Seebüll anläßlich der Vernissage in der Stadtbücherei. "In ihrer Klarheit und Präzision werden sich seine Arbeiten sicherlich in unser Gedächtnis einbrennen." David Brandt (Jahrgang 1960), Enkel des Publizisten Sebastian Haffner, arbeitet seit 25 Jahren als freiberuflicher Fotograf. Noch bis zum 23. Dezember zeigt die Stadtbücherei Portraits von Personen in Räumen und Portraits von Räumen, denen Menschen durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben. Portraitiert hat der Fotograf David Brandt unter anderem Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Filmregisseur Michael Haneke und international renommierte Künstler wie Gerhard Richter, Georg Baselitz oder Ulrich Rückriem. Bilder von Räumen, etwa eine U-Boot-Kapsel und ein Sojus Raumschiff oder zwei Kinder am Strand von Sylt und zwei Kongressteilnehmer in Dresden sind zu Paaren kombiniert in der Bücherei verteilt. "David Brandt befeuert unseren Wahrnehmungsdrang und reizt unsere Aufmerksamkeit bis zur Belastungsgrenze", begeisterte Garbrecht für die Ausstellung. "Soviel Prominenz hatten wir hier selten" deutete Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner auf die ausgestellten Portrait-Fotografien als auch auf die anwesenden Vernissage-Gäste. Er sei sehr stolz, dass David Brandt diese wunderbare Ausstellung für die Stadtbücherei auf die Beine gestellt habe. Bürgermeister Wilfried Bockholt würdigte Ronald Steiner und sein Stadtbücherei-Team: "Das Haus hier ist viel mehr als eine Stadtbücherei. Es ist ein Haus, das geschriebene und dargestellte Kunst präsentiert. Da habt ihr einen ganz tollen Bogen geschlagen - das ist ein großes Haus in einer kleinen Stadt."






Lesung

Reinhard Pelte

"Inselbeichte"


Reinhard Pelte




Am Donnerstag, dem 24. November 2011 war der Autor Reinhard Pelte zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Er liest aus seinem dritten Krimi "Inselbeichte". Zwei Stunden lang nahm der Flensburger seine Zuhörer mit auf eine spannende Reise durch die Weiten Nordfrieslands und die abgründige Natur des Menschen. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Beginn der Veranstaltung war 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Unterstützt wurde die Lesung kulinarisch vom Schlemmerkontor Martensen, das zur Eröffnung einen Prosecco reicht und in der Pause Weine und Knabbereien anbot.

Zum Buch:
Es ist ein Tag wie jeder andere an dem die kleine Imke Carl mit dem Fahrrad zum Musikunterricht fährt. Doch dort kommt sie nie an. Mädchen und Fahrrad verschwinden auf dem Weg zwischen elterlichem Hof und Husum spurlos. Die Polizei ist ratlos. Zehn Jahre später landet die Akte auf dem Schreibtisch von Kriminalrat Tomas Jung. Der einzige Mitarbeiter des Dezernats für unaufgeklärte Kapitalverbrechen der Polizeiinspektion Nord in Flensburg macht sich wenig Hoffnung. Imkes Familie ist nach ihrem tragischen Verschwinden auseinandergebrochen. Die Mutter ist bereits verstorben, Vater und Bruder ausgewandert. Doch Jung bleibt hartnäckig. Während eine Schneekatastrophe über Schleswig-Holstein hereinbricht, stößt er endlich auf die ersehnte heiße Spur.

Der Autor:
Reinhard Pelte wurde 1943 geboren. Der Diplommeteorologe fuhr lange Zeit zur See, u. a. auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, und lernte auf diese Weise die Welt kennen: Afrika, Amerika, Arabien, das Mittelmeer, die Karibik. Heute lebt der Weinliebhaber bei Flensburg, schreibt Kriminalromane und raucht gelegentlich eine gute Zigarre. Nach seinem überaus erfolgreichen Krimidebüt „Inselkoller“ setzt Pelte mit „Kielwasser“ die Serie um den Flensburger Kriminalrat Tomas Jung fort. "Inselbeichte" ist der dritte Fall für Kommissar Jung.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.2011:

"Inselbeichte" auf die angenehme Art"

Niebüll


Dieter Wrege




Lesung mit Reinhard Pelte














Zu Gast in der Bücherei: Krimi-Autor Reinhard Pelte.
Foto: Dieter Wrege

Krimiautoren haben es bei ihren Lesungen so an sich, dass sie aufhören, wenn es spannend wird und sich die Neugierde seiner Fans dem Siedepunkt nähert. Logisch, sonst könnte man sich die Lesestunde sparen. Bei Reinhard Pelte (68), einem neuen Gesicht unter den Autoren, die die ländliche Region zum "Tatort" gewähnt haben, kommt dazu, dass der Buchtitel "Inselbeichte" zur Frage verleitet, welche Insel wohl gemeint ist und wie viel Lokalkolorit auf den nordfriesischen Leser zukommt. Zwei Salat schmausende Plaudertaschen, die mit Pelte auf Sylt an einem Tisch saßen, haben den in Handewitt lebenden Diplom-Metereologen und Reserveoffizier im Range eines Fregattenkapitäns auf den Dreh gebracht, Krimis zu schreiben. Drei sind im Buchhandel zu haben, der vierte ist fertig und der fünfte in Arbeit. Zentrale Figur seiner Kriminalromane sowohl bei "Kielwasser" und "Inselkoller" als auch bei "Inselbeichte" ist der Flensburger Kriminalrat Tomas Jung, den Reinhard Pelte im Verlaufe seiner Handlungen aufbaut, ihn recherchieren läßt und ihn jedoch mithilfe dessen Chefs aufs Abstellgleis verbannt, wo er sich längst zu den Akten gelegter ungelöster Kapitalverbrechen annimmt. Doch sieht sich der "Sündenbock", der angeblich mal einen früheren Giftmord nicht zufrieden stellend gelöst haben soll, keineswegs bestraft. Hier setzt Pelte mit der Erklärung an, dass die Handlungen seiner Fälle Fiktion sind und dass sich ihm und seinem Protagonisten aus der Ecke der ungelösten Fälle eine breite Spielwiese seiner Fantasien öffnet. Wo andere sich die Zähne ausbeißen, setzt Tomas Jung still, behutsam, subtil und geduldig an und schafft Spannungsmomente. Gleichwohl lehnt die Geschichte der "Inselbeichte" an den tragischen und bis heute ungelösten Fall der Seike Sörensen an, die 1993 - damals elfjährig - spurlos verschwand. Was mit ihr passiert sein könnte, ist Fiktion. In Peltes Krimi ist es die junge Imke (11), die auf dem Weg zum Musikunterricht in Husum nie ankommt. Eine groß angelegte Suchaktion bleibt erfolglos. Kriminalrat Jung macht sich an die Arbeit. Der Autor begleitet ihn und erkennt schnell, dass sein Ermittler Zeichen zu setzen weiß, die Charaktere den Menschen um ihn herum akribisch auslotet, bewertet und einordnet, bis sich vage Ahnungen öffnen und neue Richtungen aufzeigen. Er lässt seinen Kripobeamten in die Welt des verschwundenen Mädchens eintauchen und von der Erkenntnis ausgehen, dass ein Verbrechen Spuren hinterlässt. Jung erkennt bei seinen Recherchen einmal mehr, dass ihn Menschen nicht überraschen können. Der Handlungsfluss wird von zwei Ereignissen unterbrochen. Das sind die Schneekatastrophe 1978/79 und ein Klassentreffen, auf das Tomas Jung stößt, als er im Hotel "Altes Gymnasium", seiner einstigen Penne, erfährt, dass ein "Schoolclass-Anniversary-Meeting" stattfindet. Bei der Gelegenheit dieses Klassentreffens sieht er Mitschüler wieder, Typen wie Harry Potter, Streber, Sportler und vor allem Immo, dem das Hotel gehört, und gegenüber dem sich Jungs Wiedersehensfreude bald in Skepsis umschlägt, weil er bei Immo Detailwissen über Imkes Verschwinden ahnt. Tomas Jung nutzt die Gelegenheit der Schneepause zu Charakterstudien. Dem Zuhörer mögen sie ein wenig zu lang(atmig?) erschienen sein. Ein Überraschungsmoment freilich lässt die Klasse aufhorchen, als sich Immo als Schwuchtel outet. Außerdem steigt, wie die Dialoge ergeben, die Spannung zwischen Kriminalrat Jung und dem einstigen Klassenkameraden Immo. Und als in Immos Hotel auch noch das Licht ausgeht, ist die Lesung beendet. Reinhard Pelte beteuert, dass die Handlung nur an bestimmte Ereignisse angelehnt - und alles andere Fiktion ist. Doch sei der eine oder andere der geschilderten Charaktere durchaus authentisch. Was aus Imke geworden ist, ob irgendwann der Klassenkamerad Udo auftaucht, der beim Meeting fehlte, und ob Tomas Jung diesen Fall überhaupt lösen wird? Das weiß man erst nach 270 Seiten durchaus spannender Lektüre, auf die der Autor die heimischen Krimifans in der Stadtbücherei auf angenehme Art einzustimmen wusste.







Godja Momsen

Farbobjekte


Farbobjekt

Vom 26. September bis 29. Oktober 2011 präsentierte der Kunstverein Niebüll in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll Arbeiten der Diplom-Designerin Godja Momsen.

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 24. September 2011, um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Die Künstlerin war anwesend.

Es sprach Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern.



Godja Momsen, Jahrgang 1964

Diplomierte Designerin seit 1994, Muthesius Hochschule Kiel

seit 1993 Atelier für Interieur und Farbgestaltung in Hamburg

ab 1994 freie Mitarbeit in Planungsbüros

1993 - 1996 Messebau

ab 1995 Wandbilder

ab 2000 Wandgestaltung und Objektbau für Museen und Ausstellungen

ab 2001 Kulissengestaltung und Spezialeffekte für Film- und Fernsehen

2002 - 08 Oberflächenstrukturen für Möbel und Raumelemente

ab 2005 Farb-, Bild- und Raumkonzepte

Die Designerin Godja Momsen fertigt abstrakt, expressive Farbobjekte, die modulartig kombiniert werden können. Die Arbeiten basieren auf einem minimalistisch klaren Konzept, sind farbenprächtig und zeitlos schön.

Mehr über Godja Momsen und ihre Arbeit :www.farbobjekte.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 23.09.2011:

"Quadratisch, puristisch, bunt"

Niebüll


Torsten Beetz


Godja Mommsen

Wenn Amtsvorsteher Peter Ewaldsen die Festansprache zu einer Kunstausstellung hält, hat das einen besonderen Grund: Der Kunstverein Niebüll präsentiert in der Stadtbücherei Arbeiten der Diplom- DesignerinGodjaMomsen. Die jetzt inHamburglebendeKünstlerin kommt ursprünglich aus Neukirchen und Ewaldsen – zugleich Bürgermeister der Gemeinde – kennt die heute 47-Jährige schon von Kindesbeinenan. DieAusstellung„Farbobjekte“ wird am morgigen Sonnabend, 24. September, um11.30Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum29. Oktober zu sehen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 27.09.2011:

"Farb-Objekte von Godja Momsen: Eine Chance für die Kreativität"

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellungseröffnung Godja Momsen
Erfolgreiche Vernissage: (v.l.) Peter Ewaldsen, Godja Momsen und Erika Spaude
Foto: Ursula Konitzki

Der Niebüller Kunstverein konnte die Stadtbücherei für eine Ausstellung mit Farbobjekten der in Hamburg lebenden Designerin Godja Momsen gewinnen. Büchereileiter Ronald Steiner zeigte sich nicht nur von der großen Resonanz zur Vernissage begeistert, sondern auch vom harmonischen Einklang der 55 Farbobjekte mit den Büchern. Wie die Vorsitzende des Kunstvereins Erika Spaude anmerkte, "ist Godja Momsen eine Künstlerin zum Anfassen. Für sie hat Farbe einen hohen Stellenwert". Die 1964 geborene Designerin stammt, wie Laudator Peter Ewaldsen zu berichten wusste, aus einer traditionsreichen Familie in der Wiedingharde, die führende Menschen hervorgebracht hat. Hier wuchs die Künstlerin auf einem wunderschönen Hof als einziges Kind ihrer Eltern behütet auf. Der Amtsvorsteher im Amt Südtondern und Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen kennt Godja Momsen bereits seit ihrer Kindheit. Er wusste von Generationen von Terriern der Familie zu berichten, die allesamt "Mette" hießen, egal ob Rüde oder Weibchen. Peter Ewaldsen: "Die Kreativität hat Godja von ihrer Mutter geerbt". Nach der Schule lernte sie das Tischlerhandwerk. Doch das ließ ihr kaum Freiräume, ihre Kreativität auszuleben. Sie wechselte zur Kieler Muthesius Hochschule. Dort studierte die Nordfriesin das Fach Design, das sie 1994 mit ihrer Diplomarbeit abschloss. Peter Ewaldsen: "Doch wieder musste sie im Auftrag anderer arbeiten - bis sie zum Film kam." Das war ihre Chance. Nun konnte sie endlich frei arbeiten. In ihrem Hamburger Atelier für Interieur und Farbgestaltung entstehen Kulissen und Spezialeffekte für Film- und Fernsehen sowie Entwürfe für Wandgestaltungen und Möbeloberflächen. Dort baut Godja Momsen Objekte für Museen und Ausstellungen und fertigt Elemente für Räume an. Farbe ist ihr Metier. Mit ihr setzt sich die Gestalterin intensiv auseinander, inszeniert sie. Die Synthese von Acrylfarbe, Quarz und Maluntergrund führt zu überraschenden Kompositionen, die eine vielfältige Modulation an harmonisch aufeinander abgestimmten Farbtönen zeigen. Wie in der Stadtbücherei zu sehen ist, lassen sich Godja Momsens Objekte mit ihren farbigen Strukturen, minimalistisch konzipiert und zeitlos schön, als Module neben- oder untereinander immer wieder neu kombinieren.




Aus der Wochenschau vom 02.10.2011:

"Farbe und Struktur in Bildern"

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Godja Momsen
Im Gespräch: (v.l.) Peter Ewaldsen, Godja Momsen und Erika Spaude
Foto: Beate Kneißler

Der Kunstverein Niebüll präsentiert in der Stadtbücherei noch bis zum 29. Oktober Arbeiten der Diplom-Designerin Godja Momsen. Gezeigt werden 55 quadratische Bilder, die auf einem minimalistisch klaren Design- und Farbkonzept beruhen und modulartig als Wandobjekte kombiniert sind. "Ich bin ganz angetan, wie harmonisch die Bilder in die Bibliothek passen", sagte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner zur Ausstellungseröffnung. Das räumliche Fassungsvermögen der Stadtbücherei wurde angesichts einer außerordentlich hohen Besucherzahl beinahe gesprengt. Erika Spaude, Vorsitzende des Niebüller Kunstvereins beschrieb Godja Momsen als "Künstlerin zum Anfassen ohne Allüren." Farbe habe in ihren Arbeiten immer einen großen Stellenwert. "Die quadratischen Bilder lassen sich auch auf schwierig geschnittene Wände anordnen. Ihr markanter Arbeitsstil zeichnet sich in Farbe und Struktur aus." Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher des Amtes Südtondern, ging in seiner Laudatio auf den persönlichen Lebensweg der Künstlerin ein. Aufgewachsen in einem sehr behüteten Elternhaus auf einem Bauernhof in Neukirchen, habe sie schon als Kind kleine Kunstwerke angefertigt. In dem Bestreben ihre Kreativität auszuleben, lernte sie zunächt das Handwerk der Tischlerei. Danach studierte sie Design in Kiel. Beruflich war Momsen unter anderem im Messebau tätig, baute Objekte für Museen und Ausstellungen und gestaltete Kulissen für Film- und Fernsehen. "Sie ist in ihrer Entwicklung noch lange nicht fertig, bleibt nicht an einem Punkt stehen, sondern entwickelt sich weiter - und das ist auch das Wichtige in der Kunst", betonte Ewaldsen. Godja Momsen, Jahrgang 1964, lebt heute in Hamburg und arbeitet dort als freisschaffende Künstlerin im eigenen Atelier.





litteraturfest.nu


Lesung mit Jógvan Isaksen und Jón Kalman Stefánsson


Zum zweiten Mal hieß es "Vorhang auf" für das grenzüberschreitende Literaturfestival litteraturfest.nu. Zehn Autorinnen und Autoren aus allen skandinavischen Ländern und Deutschland waren im gesamten deutsch-dänischen Grenzgebiet zu Gast und stellten sich dem Gespräch mit ihren Leserinnen und Lesern. Die Literatur dieser Autoren war ebenso vielfältig wie ihre Herkunft: Krimis, Romane mit historischen Bezügen, Familiengeschichten, Identitätssuchen sowie Jugendbücher waren darunter.

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, den von den Färöerinseln kommende Krimiautor Jógvan Isaksen und den isländischen Autor Jón Kalman Stefánsson präsentieren zu können. Sie lasen am Dienstag, dem 13. September 2011 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Moderiert wurde die Veranstaltung von Torsten Voss, die deutschen Texte las Jochen Missfeldt.




Jógvan Isaksen Jógvan Isaksen (1950) ist der Krimiautor Nummer 1 der Färöerinseln. Inzwischen sind sieben Romane um den Journalisten und Privatdetektiv Hannis Martinsson erschienen, zwei davon sind ins Deusche übersetzt. Jógvan Isaksen ist ein Autor der klassischen Krimitradition. Er erzählt höchst spannend von dramatischen Geschehnissen, die zwar auf den Färöerinseln stattfinden, dennoch aber mit der globalen Welt in Verbindung stehen. Der Autor, der als Dozent an der Kopenhagener Universität arbeitet, hat außerdem eine Reihe Bücher über färöische Literatur und Kunst veröffentlicht.



Jón Kalman Stefánsson Jón Kalman Stefánsson (1963) hat zehn Bücher veröffentlicht, sechs davon sind auch auf Deutsch erschienen. Der Autor gibt an, dass er selbst nicht sagen kann, wie seine Geschichten entstehen. „Zu schreiben ist für mich wie eine Reise. Ich weiß nicht, ob ich nach Osten oder Westen soll, aber ich kenne die Stimmung und die Musik auf der Reise.“ Jón Kalman Stefánsson schreibt mit viel Lebensweisheit über die Menschen, das Leben und die gewaltige Natur auf Island. Er wurde dreimal für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert.



Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.09.2011:

"Nordische Buchautoren im Doppelpack"

Niebüll


Ursula Konitzki


litteraturfest.nu 2011
litteraturfest.nu 2011 in der Bücherei mit Jochen Missfeldt, Jógvan Isaksen, Jón Kalman Stefánsson, Ronald Steiner (v.l.)
Foto: Ursula Konitzki

Zwei der zehn Autoren aus allen skandinavischen Ländern und Deutschland, die sich beim grenzüberschreitenden nordischen Literaturfestival (litteraturfest.nu) im gesamten deutsch-dänischen Grenzgebiet vorstellten, machten in der Niebüller Stadtbücherei Halt. Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass Büchereileiter Ronald Steiner und seine Mitarbeiterinnen jede verfügbare Sitzgelegenheit herbei schaffen mussten. Die beiden Buchautoren Jógvan Isaksen von den zu Dänemark gehörenden 18 kleinen Färöerinseln mit ihren 48000 Einwohnern und der Isländer Jón Kalman Stefánsson stellten sich den Fragen aus dem Publikum, die ihre Person und ihre Lebensumstände betrafen. Von der Kieler Universität zu Gast waren die Dolmetscherin Bente Jacobs und Torsten Voss, der die Moderation übernommen hatte. Beide Schriftsteller lasen jeweils ein kurzes Kapitel aus "Endstation Färöer" beziehungsweise "Der Schmerz der Engel", die der renommierte norddeutsche Autor Jochen Missfeldt übersetzte. Jógvan Isaksen, Jahrgang 1950, gilt als der Krimiautor der Färöerinseln schlechthin. Der in Kopenhagen lebende Universitätsdozent, Literaturwissenschaftler und Verleger hat 29 Bücher geschrieben. Nachdem er 24 Jahre lang (sehr kritische) Rezessionen geschrieben hatte wechselte er die Seite und veröffentlichte 1990 sein erstes Buch. Die Handlungen seiner inzwischen sieben Kriminalromane - zwei wurden ins Deutsche übersetzt - um seinen Protagonisten Hannis Martinsson spielen auf den Färöerinseln mit Bezug zur globalen Welt. "Die Handlungen entstehen zwar vorher im Kopf", sagte er. "Aber irgendwann übernimmt das Buch selbst die Regie". Trotz seiner Kritik an der Gesellschaft sind die Krimis von Jógvan Isaksen die am meisten gelesenen Bücher in seiner Heimat. Außerdem hat er eine Reihe Bücher über färöerische Literatur und Kunst geschrieben. Viel gelesen würden auch die ins Färöerische übersetzten Bücher von Thomas Mann, der den dortigen Autoren als Vorbild gilt. Jon Kalman Stefánsson, Jahrgang 1963, hat bisher zehn Bücher veröffentlicht, sechs davon sind ins Deutsche übersetzt worden. Er wurde dreimal für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert. Der zurückhaltende Autor aus Reykjavik arbeitete nach seinem Studium in der Fischerei, um die Herausgabe seiner ersten Gedichtsammlung finanzieren zu können. Stefánsson erzählt voller Liebe und Lebensweisheit von den Menschen. Er versucht, die Welt so darzustellen wie er sie als Kind erlebt hat, "weil Kinder die Welt poetischer erleben". Die Natur, so lautete seine Antwort auf eine diesbezügliche Frage, spielt eine große Rolle im harten Überlebenskampf auf Island. "Der jüngste Vulkanausbruch ist ein Zeichen dafür, dass wir trotz Technik die Natur nicht beherrschen können." Auf Island können sich 30 bis 40 Schriftsteller dank Stipendien auf ihre Arbeit konzentrieren. 300000 Einwohner leben auf der Insel. Jón Kalman Stefánsson: "Zählt man die Geister hinzu, die in allen Häusern wohnen, sind es 800000." Das zweite grenzüberschreitende nordische Literaturfestival vom 13. bis 17. September in der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Schleswig wurde vom Nordisk Informationskontor Flensburg, dem Kulturbüro der Stadt Flensburg und den Bibliotheken aus der Region Sønderjylland-Schleswig organisiert und durchgeführt.



Ausstellung



Meike Teichmann

"Von der Zaubermühle und anderen komischen Figuren"

Hamburger Illustratorin Meike Teichmann stellte in der Stadtbücherei Niebüll aus


Meike Teichmann - Friesenjung

Die Stadtbücherei Niebüll präsentierte in diesem Jahr in ihrer Sommerausstellung vom 18. Juni bis 30. Juli 2011 Werke der Hamburger Illustratorin Meike Teichmann. Diese zeigte sich von ihrer bunten Seite und gewährte Einblicke in ihre Arbeit mit Farbe und Pinsel. Fröhliche Bilder, für Kinder und jung gebliebene Erwachsene, von einer leichten Meeresbrise umweht, zauberten ein Lächeln in die Gesichter der Besucher.

30 ausgewählte Arbeiten mit verschiedenen Themenschwerpunkten waren in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll zu sehen. Neben den Bildern konnten Bücher der Illustratorin erworben werden, darunter drei Unikate mit Signatur.

Bei der Vernissage am Samstag, dem 18. Juni gab es zunächst ab 10:30 eine Märchenstunde für Kinder. Es warteten spannende Abenteuer und tolle Bilder von Meike Teichmann auf die kleinen Gäste.
Um 11:30 wurde die Ausstellung in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet.
Die Einleitung sprach die Sylter Autorin Linde Knoch.

Meike Teichmann arbeitet seit 2008 als freiberufliche Illustratorin in Hamburg und hat das Diplom an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erlangt. Ihre Diplomarbeit ist gleichzeitig ihre erste Veröffentlichung, das Kinderbuch "Die Zaubermühle oder Wie das Salz in die Nordsee kam" von Linde Knoch, erschienen im Willegoos Verlag Potsdam. Die Originalbilder zum Buch werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Das Buch ist zweisprachig erschienen. Jeweils in Hochdeutsch und als zweites einmal in Plattdeutsch, in friesischem Platt und Amrumer Friesisch. So kann spielerisch der langsam aussterbende Dialekt an die Kinder weiter gegeben werden. Das Institut für Nieder-deutsche Sprache in Bremen und die Carl Toepfer Stiftung Hamburg haben "Die Zaubermühle" zum Plattdeutschen Buch des Jahres 2010 gewählt.

Die Autorin und gelernte Märchenerzählerin Linde Knoch hat das friesische Märchen in eine Reimform gebracht. Sie wird bei der Eröffnung die Märchenstunde abhalten und die Geschichte der Zaubermühle erzählen.

Neben Kinderbüchern illustriert Meike Teichmann auch für Privat- sowie Geschäftskunden aus den unterschiedlichsten Bereichen. Der Stil lässt sich als kindgerecht, freundlich und etwas eigenwillig beschreiben, stets achtet die Illustratorin auf ein harmonisches Gesamtbild und warme, angenehme Farben.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Stadtmarketing Niebüll, das auch schon an der Ausstellung der Kinderbuchautorin Eva Muggenthaler im Dezember 2009 beteiligt war. Weitere Kinderbuchausstellungen sollen folgen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.06.2011:

"Sagen und sagenhafte Bilder"

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Meike Teichmann
Märchenstunde in der Bücherei mit Linde Knoch (links) und Meike Teichmann (5.v.r.).
Foto: Dieter Wrege

Zeichnen sei die Kunst, Striche spazieren führen, sagt Paul Klee. Getreu diesem Zitat des Schweizers Malers und Grafikers lässt es die Hamburger Diplom-Illustratorin Meike Teichmann (30) in ihren Arbeiten angehen. Gesponsert und logistisch unterstützt vom Stadtmarketing Niebüll, stellt sie in der Stadtbücherei bis Ende Juli 27 ausgewählte Bilder aus ihrem jüngsten Schaffen aus. Die Sylter Autorin und Märchenerzählerin Linde Knoch verglich die Illustrationen der zierlichen Hanseatin in der Vernissage mit einem Blick in die Tiefen der Nordsee und einer Wanderung durch eine bunte Sagen- und Fabelwelt. Meike Teichmann zeigt vornehmlich Bilder aus dem Kinderbuch "Die Zaubermühle oder wie das Salz in die Nordsee kam". Den Text schrieb Linde Knoch, die plattdeutsche Übersetzung (De Zaubermöhl) lieferte Christiane Lage. Neben der deutsch-niederderdeutschen Fassung liegt auch eine deutsch-friesische in der Amrumer Mundart vor. Andere Bilder aus der Ausstellung entstanden zu Gedichten und Fabeln. Die Themen und Motive der Hamburgerin sind vielfältig - mal Weihnachtspostkarten, mal Figuren für ein Onlinespiel, mal die Darstellung eines Nähmaschinenrennens oder das Porträt eine Vierbeiners. Mit dem Stil ihrer Illustrationen lässt sie sich so ohne weiteres nicht einordnen. Aus einem Bündel von Kriterien, sagt Linde Knoch, fallen Harmonie und Stimmigkeit auf. Die Künstlerin setzt nach eigenen Worten auf gedeckte Farben. In einer geschlossenen Bildaufteilung spielt sie mit Kontrasten groß/klein und voll/leer. Ungenauigkeiten gehören bei ihr genauso zum Stilmittel wie der Verzicht auf schnurgerade Linien und haarscharfe Abgrenzungen. "Das lässt die Bilder lebendig werden - das macht deren Charme aus", sagt Linde Knoch. Nach dem Abi studierte Meike Teichmann an der Kunstakademie Hamburg. Ein zweites Studium an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften war den Fächern Gestaltung sowie Illustrations- und Kommunikationsdesign gewidmet, wobei sie, nachdem sie bislang nur gezeichnet hatte, "Farbe ins Spiel" brachte und nun in Acryl arbeitete. "Endlich mal wieder Kinderbilder", freute sich Büchereileiter Ronald Steiner über die Art der Sommerausstelung. Der Vernissage war eine Kinder-Märchenstunde mit Linde Knoch vorausgegangen. Obwohl Meike Teichmann (noch) keine Kinder hat, sieht sie sich den Kindern nahe. "Ich male so, dass sie mich verstehen", sagt sie. Nachzuvollziehen ist`s an den lustigen und fröhlichen Figuren, die durch ihre Bilder t(r)ollen, mit denen die Teichmann übrigens ihre erste Einzelausstellung feiert - an einem Ort, wie er geeigneter nicht sein könnte. "Stimmt", sagte die Illustratorin, "die Niebüller Stadtbücherei ist eine tolle Locacion."





Aus der Wochenschau vom 26.06.2011:

"Kinderbuch-Illustrationen in der Stadtbücherei"

Niebüll


Beate Kneissler


Ausstellungseröffnung Meike Teichmann
Meike Teichmann, Ronald Steiner, Linde Knoch und Holger Heinke (v.li.) gestalteten die Kinderbuchausstellung in der Stadtbücherei.
Foto: Beate Kneissler

Gespannt lauschte der Nachwuchs der Geschichte von dem Jungen mit der Zaubermühle und dem bösen Kapitän. Die Sylter Autorin Linde Knoch las aus ihrem Märchenbuch "Die Zaubermühle oder Wie das Salz in die Nordsee kam" zur Eröffnung der Sommerausstellung in der Stadtbücherei. Vom 18. Juni bis zum 31. Juli sind dort 27 Bilder der Hamburger Illustratorin Meike Teichmann, die das im Willegos Verlag Potsdam erschienene Kinderbuch illustriert hat, zu sehen. Anschaulich präsentierte sie den Kindern während der Lesung die Bilder aus dem Buch. "Durch die Illustrationen können Sie sich sowohl in die Tiefen der Nordsee hinab ziehen lassen oder durch die bunte Sagen- und Fabelwelt wandern oder sich nach Schweden träumen", erklärte Linde Knoch in ihrer anschließenden Laudatio für die Illustratorin. "Die Bilder strahlen große Harmonie und Stimmigkeit aus." Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner freute sich, dass es "endlich mal wieder eine Kinderbuchausstellung in der Bücherei nach der Ausstellung von Eva Muggenthaler Weihnachten 2009" gibt. "Diese schönen und fröhlichen Bilder von Meike Teichmann sind prädestiniert für die Sommerausstellung." Er dankte Holger Heinke vom Stadtmarketing für finanzielle und logistische Unterstützung. Die Illustratorin selbst lobte die "tolle location" für ihre Ausstellung. Die Illustration des vorgestellten Kinderbuchs ist Diplomarbeit und gleichzeitig erste Veröffentlichung der 1980 in Hamburg geborenen Illustratorin. Seit 2008 arbeitet sie freiberuflich. Teichmann malt über Illustrationen für Kinderbücher hinaus unter anderem Motive für Karten und Online-Spiele. Sie illustriert Weihnachtspostkarten, Maskottchen und Buchcover und erstellt Portraits von Tieren für Privatkunden. Linde Knoch hat das friesische Märchen von der Zaubermühle in Reimform gebracht. Es ist zweisprachig in Hochdeutsch und jeweils in Plattdeutsch, friesischem Platt und Amrumer Friesisch erschienen. 2010 wurde das Buch zum Plattdeutschen Buch des Jahres gewählt.



Puppentheater



Firlefanz - Theater mit Puppen, Dresden

"Pettersson und Findus"

Die Stadtbücherei Niebüll lud am Montag, dem 18. Juli 2011 zum Puppentheater in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Dresden spielte das Stück "PETTERSSON und FINDUS". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
"Pettersson und Findus" ist ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Petterssons Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern...

» www.theater-firlefanz.de


Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus

Ausstellung



Frauke Gloyer

"Eine runde Sache"



Äpfel, 2004

Vom 19. März bis 30. April 2011 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Eine runde Sache" Arbeiten der Künstlerin Frauke Gloyer.



Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 19. März 2011 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Eröffnung sprach Dr. Thomas Gädeke, stellv. Direktor Landesmuseum Schloss Gottorf.

Die Künstlerin war anwesend.


Frauke Gloyer

Geboren 1961 in Flensburg
Abitur 1980 am Alten Gymnasium Flensburg
Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (Prof.L. von Monkiewitz und R.Dörfler)
Seit 1986 freischaffend in Niebüll / Nordfriesland, seit 2008 in ihrem Atelier in Galmsbüll

Mehr über Frauke Gloyer:www.frauke-gloyer.de




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.03.2011:

Wiedersehen mit Frauke Gloyer

Niebüll


Moritz Pelte



Ausstellung Frauke Gloyer
Foto: Pelte

Sieben Jahre ist es her, dass ihre Ölbilder zwischen den Bücherregalen zu bewundern waren. Doch an diesem Wochenende kehren Frauke Gloyer und ihre Kunst zurück in die Stadtbücherei. 36 Werke der Galmsbüllerin werden bis zum 30. April zu sehen sein. Ob nordfriesische Eindrücke, Stillleben oder ihre eigenen Haustiere - spannende Ausschnitte, klare Farben und der Blick fürs Detail haben die Künstlerin und ihre Werke bekannt gemacht.




Aus der Wochenschau vom 04.04.2011:

"Eine runde Sache"

Niebüll


Beate Kneissler


Ausstellungseröffnung Frauke Gloyer
Landrat Dieter Harrsen gratulierte Frauke Gloyer zu ihrem runden Geburtstag am Tag der Ausstellungseröffnung. Dr. Thomas Gädeke (li.) vom Landesmuseum Schloss Gottorf sprach zur Eröffnung.
Foto: Beate Kneissler

Zur Ausstellungseröffnung "Eine runde Sache" mit Ölbildern von Frauke Gloyer platzte die Stadtbücherei fast aus allen Nähten, soviele Gäste waren gekommen. Zum fünften Mal stellt die Galmsbüller Künstlerin ihre Werke in der Stadtbücherei aus. Das erste Mal, im Jahr 1984, waren schon nach zehn Minuten beinahe alle Bilder verkauft, erinnerte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner. Er begrüßte hochrangige Gäste, unter ihnen Landrat Dieter Harrsen, Amtdirektor Otto Wilke, Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde Stiftung Seebüll, Altbürgermeister Heinz Loske und Ehrenbürger Friedrich Paulsen. "In Ihren Bildern drückt sich die Liebe zu Nordfriesland aus und darauf sind wir richtig stolz", würdigte Landrat Dieter Harrsen die Künstlerin in seinem Grußwort. "Kultur gehört hierher, mit ihr strahlen wir eine Offenheit aus, als Nordfriesland und als Menschen, die ihresgleichen sucht." Dr. Thomas Gädeke, stellvertretender Direktor des Landesmuseum Schloss Gottdorf, sprach zur Eröffnung über die Bilder von Frauke Gloyer. Er ging, exemplarisch für die Werke der Malerin, auf das Motiv "Äpfel" ein. Gloyers Bilder seien nicht von großer Ideologie geprägt und hätten wenig mit Bildung und Bücherwissen zu tun. Sie male das, was vor ihren Augen liege und schaffe dann Bilder, die nicht wiederholbar, original und frisch seien. "Es gibt soviel Spontaneität in der Malerei von Frauke Gloyer zu sehen. Eine Spontaneität, die mit der Natur zusammengeht", betonte Gädeke und fuhr fort: "Das ist der Zauberstab des Künstlers, dass er diese Dinge dann in eine Lebendigkeit führt, die wirklich erhalten ist. Das muss nicht in den Kühlschrank - das bleibt immer frisch." Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wies Ronald Steiner auf zwei in der Stadtbücherei hängende Vogelnistkästen von den Mürwiker Werkstätten hin, die Frauke Gloyer mit Tiermotiven bemalt hatte. Beide Exemplare werden am letzten Tag der Ausstellung, den 30. April um 12 Uhr, zugunsten des Fördervereins der Mürwiker Werkstätten versteigert.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.05.2011:

"Nistkästen-Versteigerung: Amtsvorsteher als Auktionator"

Niebüll


Dieter Wrege


Nistkästen-Versteigerung
Amtsvorsteher Peter Ewaldsen.
Foto: Dieter Wrege

Am Wochenende endete in der Stadtbücherei die viel beachtete "Geburtstagsausstellung" der Malerin Frauke Gloyer. Am letzten Tag machte die Künstlerin ihr Versprechen wahr und stellte der Öffentlichkeit zwei von Mitarbeitern der Mürwiker Werkstätten gebaute Nistkästen zur Verfügung. Auf einen der beiden Kästen hatte sie einen Hasen gemalt, auf den andern eine Blaumeise. Versprochen war auch, dass die Nistkästen für einen guten Zweck versteigert werden sollten - nämlich zugunsten des "Fördervereins Mürwiker Werkstätten". Als Auktionator gewann Büchereileiter Ronald Steiner Peter Ewaldsen, den Amtsvorsteher des Amtes Südtondern. Dieser entschied sich für die "amerikanische Versteigerung", um, wie er sagte, "ordentlich Geld in die Kasse zu bekommen." "Wir können uns glücklich schätzen, eine solche Künstlerin unter uns zu wissen", gab Ewaldsen seiner Freude Ausdruck über die "so lebendige und authentische Art" der Malerin, die Lebewelt der Natur darzustellen. "Sie sollte auch mal bei uns im Amt ausstellen", äußerte sich der Amtsvorsteher jedoch letztlich damit zufrieden, "dass Frauke Gloyer mit der hohem Qualität ihrer Arbeiten im besonderen Ambiente der Bücherei präsent war." Den mürwiker Nistkästenkonstrukteuren empfahl der in der Natur erfahrene einstige Kreisjägermeister, die Löcher der Meisenkästen nicht zu groß zu schneiden, damit nicht die frechen Spatzen darin heimisch werden können. Die zart gebaute Meise braucht ein deutlich kleineres Eingangsloch und brütet in zwölf Tagen ihren bisweilen acht- bis zehnköpfigen Nachwuchs aus, jedes "Kücken" nur vier, fünf Gramm leicht. Wer einen Meisenkasten aufstellt, sollte das Einsteigloch nach Osten ausrichten, empfahl der erfahrene Heger und Naturfreund. Überdies meinte Ewaldsen, sei es gut, wenn man sich um die Meise - ob Kohl- oder Blaumeise - Sorgen und Gedanken macht. Der geschäftliche Part der "Aktion Nistkästen" war schnell abgewickelt. Ewaldsen schaffte es, die Versteigerung humorvoll und flott über die Bühne zu bringen. Er startete bei beiden Kästen selbst mit jeweils einem Fünf-Euro-Schein und verstand es, den Inhalt des Hutes auf je über 100 Euro hochzuschaukeln. Der erste "Hammerschlag zum Dritten" kam nach 112 Euro zu Gunsten von Eva Heider aus Galmsbüll, die jetzt Besitzerin des Nistkastens mit dem Hasenmotiv ist. 135 Euro erlöste der Nistkasten mit der Blaumeise, über den sich Ellen Carstensen aus Deezbüll freut - und das in zweifacher Hinsicht: nicht nur über den Nistkasten, sondern auch für den Förderverein, dessen Vorsitzende sie ist. Die beiden Nistkastenbesitzerinnen wollen die Entscheidung, ob die sie ihren Nistkasten draußen aufhängen, oder drinnen behalten, noch überschlafen.


Nistkästen-Versteigerung
Der Hut des Auktionators machte mithilfe von Wiebke Scheffel erfolgreich die Runde.

Foto: Dieter Wrege



















Aus der Wochenschau vom 08.05.2011:

"238 Euro für den Fördervrein"

Niebüll


Wolfgang Pustal


Nistkästen-Versteigerung
Sie haben die beiden Kunstwerke ersteigert: Eva Heider (li.) und Ellen Carstensen mit ihren von Frauke Gloyer bemalten und signierten Nistkästen.
Foto: Wolfgang Pustal

Bis zum Sonnabend, 30. April, waren in der Stadtbücherei die Bilder der Ausstellung "Eine runde Sache" von Frauke Gloyer zu sehen. "Wir können uns glücklich schätzen, so einen Künstlerin in der Region zu haben. Ich habe mir ihre Bilder heute Vormittag noch einmal angesehen. Es ist ein Kleinod hier in der Stadtbücherei. Es ist eine Ausstellung mit hoher Qualität in so einem Ambiente", lobte Peter Ewaldsen die Werke der Galmsbüller Malerin. Gekommen war der Amtsvorsteher allerdings nicht nur als einer der letzten Ausstellungsbesucher, sondern als Auktionator."Wir haben Frauke Gloyer drei Nistkästen gegeben, die von den Mürwiker Werkstätten gebaut wurden. Sie hat alle drei bemalt: einen mit einer Meise, einen mit einem Hasen und einen mit einer Krähe. Da der Vater ein Krähenfan ist, hat Frauke Gloyer diesen Nistkasten ihm geschenkt. Die beiden anderen hat sie uns überlassen, um sie zu Gunsten des Fördervereins Mürwiker Werkstätten e.V. hier und jetzt zu versteigern", erklärte Ronald Steiner. Er hätte sich dabei allerdings etwas mehr interessierte Mitbieter gewünscht. Nur gut 20 Leute waren zu dieser etwas anderen Finissage in die Stadtbücherei gekommen. Kurz erklärten Steiner und Ewaldsen die Regeln der Amerikanischen Versteigerung. Peter Ewaldsen gab zuvor noch einiges seines großen Erfahrungsschatzes zum Besten. "Die Nistkästen sind behandelt worden und so gut geeignet, draußen zu hängen. Die Löcher sind für Meisen allerdings etwas zu groß, da können auch Spatzen rein. Meisen brüten nur 10 Tage und haben bis zu 12 Nachkommen. Sie sind nur 10 Gramm schwer. Ich bin immer wieder fasziniert, was die Natur kann. Wir sehen das zum Teil gar nicht mehr. Bitte richten Sie das Loch nach Osten aus, denn auch Vögel möchten gerne einen Sonnenaufgang sehen", bat Peter Ewaldsen. "Wichtig ist es, die Kästen einmal im Jahr zu reinigen, bevor sie neu bezogen werden. Die Meisen, die darin groß werden, bleiben den ganzen Sommer über, wenn man ihnen Futter gibt. Wenn man sich um die kleinen Vögel kümmert, dann kommt vielleicht auch wieder das Interesse für die großen Vögel", meinte Ewaldsen. Als erstes kam der Nistkasten mit dem Hasen zur Versteigerung. Ewaldsen selbst warf die ersten fünf Euro in den Hut, mit das ehemalige "Bücherkind" Wiebke Scheffel das Geld einsammelte. Schnell wuchs die Summe im Hut. Bei 107 Euro gab der Auktionator den Zuschlag. Freuen durfte sich Eva Heider aus Galmsbüll. Auf die Frage, ob der Nistkasten draußen oder drinnen hängen wird, konnte sie noch keine Antwort geben. "Das kam so überraschend", musste sie einräumen. Um den zweiten Nistkasten wurde dann noch eifriger geboten. Erst bei 135 Euro erteilte Peter Ewaldsen den Zuschlag für Ellen Carstensen. Die durfte sich dann nicht nur über den von Frauke Gloyer bemalten und signierten Nistkasten mit der Meise freuen, sondern als Vorsitzende des Fördervereins Mürwiker Werkstätten e.V. auch über insgesamt 238 Euro.


Nistkästen-Versteigerung
Der Auktionator und die Versteigerungsobjekte: Peter Ewaldsen und Wiebke Scheffel präsentieren vor der Versteigerung die beiden Objekte.
Foto: Wolfgang Pustal





















Ausstellung



Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll


Der kleine Laden

Vom 9. Februar bis 12. März 2011 waren die Mürwiker Werkstätten zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll. Sie präsentierten eine bunte Auswahl an schönen und nützlichen Dingen, die in den Werkstätten produziert wurden. Ob Vogelhaus, Tasche, Bürste oder Dekoartikel, für jeden Geschmack war etwas im kreativen Angebot dabei.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.02.2011:

Gastauftritt der besonderen Art

Niebüll


Dieter Wrege


Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll
Carola Körner, Kathrin Elshoff, Ronald Steiner, Urte Langmaack und Günter Fenner präsentieren die Ausstellung. Foto: Wrege

"Wir eröffnen heute eine Ausstellung. Aber diesmal ist es keine Kunstausstellung", begrüßte Bücherechef Ronald Steiner die gewohnt große Zahl von Besuchern, die stets kommen, wenn etwas Besonders in der Stadtbücherei geboten wird. Doch mit Kunst hatte die Ausstellung doch zu wenngleich "nur" mit Kunsthandwerk. Aber weil die an den Wänden und auf den Bücherregalen zu sehenden Exponate aus den Mürwiker Werkstätten stammen und von Menschen mit Behinderungen gemacht wurden, verdient diese ungewöhnliche Ausstellung besondere Beachtung. Die Idee zur Ausstellung mit dem Titel "Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll" hatte Ronald Steiner selbst. Er hatte in den Laden der Werkstätten in der Bahnhofstraße hineingeschaut und die "vielen schönen Sachen" gesehen. Bei leitenden Mitarbeiterinnen der Werkstätten fand er sofort ein offenes Ohr. Kathrin Elshoff, Leiterin der Nova, Urte Langmaack, Schneiderin in der Nova, und Carola Körner, Gruppenleiterin in den Werkstätten, stellten die Exponate zusammen und wirkten am Aufbau der Ausstellung mit, die all das zeigt, was in den Werkstätten im kunsthandwerklichen Bereich entsteht: Handarbeiten, Arbeiten in Holz, Zierrat und Nistkästen, die bereits allesamt den roten Punkt tragen und weggegangen sind wie warme Semmel. Wie man in eine Bücherei geht, um sich ein Buch zu holen oder um zu lesen, sollen die Besucher jetzt auch Spuren dessen lesen, was hier harmonisch eingefügt ist. Dazu lud Günter Fenner (Flensburg) , Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten GmbH ein. Im Grußwort der Mürwiker zitierte Fenner aus dem Buch des von Geburt an behinderten Schriftstellers Georg Paulmichel aus Schlanders (Südtirol). "Die Welt braucht keine Behinderten. Aber dennoch sind sie da… Doch ob sie im Himmel Einlass finden, weiß nur der liebe Gott." Womit Fenner die Frage aufwarf, welche Bedeutung Menschen mit Behinderung für die Gesellschaft haben. Aus Sicht der Mürwiker könne man sagen, dass sie durchaus zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Fakt sei, dass Firmen Teile ihrer Standardprozesse zu den Mürwiker Werkstätten auslagern - etwa eine Flensburger Werft, ein Niebüller Großunternehmen und eine Firma auf Eiderstedt. Dadurch werde Fachpersonal der Auftraggeber entlastet. "Und damit tragen wir auch dazu bei, dass Menschen ohne Behinderung ihren Arbeitsplatz behalten", folgerte Fenner. Das sei dann auch der Bereich, "in dem wir unser Geld verdienen". Doch gleichwohl spielt der kunsthandwerkliche Bereich eine wichtige Rolle in den Werkstätten. "Davon sehen sie in dieser Ausstellung eine Auswahl", lud er die Gäste der Vernissage und die Leser, die in die Bücherei kommen, auf Entdeckungstour zu gehen - und zwar immer an der Wand lang. Ronald Steiner überreichte dem Mürwiker Damentrio Elshoff, Langmaack & Körner Blumengebinde. Die am Mittwoch eröffnete Ausstellung ist bis zum 12. März während der Büchereiöffnungszeiten zu sehen.



Aus der Wochenschau vom 20.02.2011:

Spuren lesen zwischen Büchern

Niebüll


Wolfgang Pustal


Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll
Volles Haus bei der Ausstellungseröffnung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger kamen in die Stadtbücherei, um die nützlichen und schönen Dinge aus den Mürwiker Werkstätten anzuschauen und auch zu kaufen. Foto: Pustal

"Dieses Mal eröffnen wir keine Kunst-Ausstellung, sondern Kunsthandwerk ist in den Räumen der Stadtbücherei zu sehen. Ich bin sehr zufrieden, dass wir die Mürwiker Werkstätten als Gäste gewinnen konnten", begrüßte Ronald Steiner sehr viele Gäste zur Ausstellungseröffnung. Sein ganz besonderer Dank galt dabei den drei Damen Carola Körner vom Laden der Mürwiker Werkstätten in der Bahnhofstraße, Urte Langmaack, Schneiderin, und Kathrin Elshoff , der Leiterin der NOVA im Gewerbegebiet Ost, die zusammen diese Ausstellung in der Stadtbücherei aufgebaut haben. "Sie haben hier sehr viele Stunden investiert und ich ziehe den Hut vor dem, was sie hier gemacht haben", so Steiner. Und das kann sich wirklich sehen lassen. Auf und an den Regalen, an den Wänden und auch an den Scheiben sind die sehr verschiedenen Dinge, die die Mitarbeiter der Mürwiker Werkstätten herstellen, zu finden - und das meist erst auch auf den zweiten Blick. "Hier muss man diesmal Spuren lesen und nicht nur Bücher, um die Produkte zu erkennen. Sie sind hier ganz harmonisch eingepasst", sagte Günter Fenner, der Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten.
Fenner trug ein Gedicht von Gerd Paulnickel, eines Menschen mit Behinderung, vor mit dem Titel "Behinderte" und stellte anschließend die Frage: "Welche Bedeutung haben Menschen mit Behinderungen für eine Gesellschaft?". "Es gibt da unterschiedliche Sichtweisen, meist sind die Menschen mit Behinderungen ein Objekt des guten Willens. Aber sie leisten auch einen Beitrag für die Gesellschaft. Die Mürwiker Werkstätten verdienen ihr Geld mit Arbeiten, die andere Firmen auslagern. Das ist nicht immer kreativ, bedeutet aber, dass die Firmen sich mit ihrem qualifizierten Fachpersonal auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Arbeitsplätze von Menschen ohne Behinderungen in unserer Region können so erhalten werden durch die Arbeit von Menschen mit Behinderungen. Aber wir können nicht nur verpacken, sondern beschäftigen uns auch mit den Dingen, die sie hier sehen können". Da sind sehr unterschiedliche Dinge zu finden: bunte Taschen hängen an den Regalen, auf den Bücherregalen im Eingangsbereich stehen unzählige bunte Nistkästen - der Renner der Ausstellung - Bürsten hängen an den Wänden und verpackte Dinge. Und auch Kaminholz steht in der Bücherei. Man muss sich schon selbst auf die Suche machen, um all die nützlichen und schönen Dinge zu finden. "Die Mürwiker können eine ganze Menge - das kann man hier sehen", sagte Ronald Steiner zum Schluss.


Statistik 2010


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.01.11:

Rekordausleihe dank neuer Medien

Niebüll


Dieter Wrege


Statistik 2010
Hochbetrieb am Tresen: Mehr als 175000 Entleihungen registrierte die Niebüller Bücherei im vergangen Jahr. Foto: Wrege

Die Stadtbücherei Niebüll hat im vergangenen Jahr gegenüber 2009 um 4,45 Prozent zugelegt und meldet mit nunmehr 176 549 Entleihungen erneut ein Rekordjahr. Büchereichef Ronald Steiner führt den Anstieg auf die Vielzahl neuer Medien zurück. Das Buch bleibt nach seinen Worten zwar unumstritten die Nummer eins. Doch haben CD, DVD, CDRom und Konsolenspiele für einen enormen Anstieg in der Zahlenbilanz gesorgt. Jetzt strebt die Stadtbücherei auf eine neue Bestmarke zu, die bei 180 000 Entleihungen liegen dürfte. "Das wird dann wohl das Ende der Fahnenstange sein", sagt Dipl-Bibliothekar Steiner. 1982 zählte die Bücherei noch 50 000 Entleihungen, sechs Jahre später über 100 000 und 2007 über 150 000. Steiner führt das jüngst deutlich gestiegene Interesse an der Bücherei auch auf den neuen Markt mit den Hörtiteln und Literatur-CDs zurück, die besonders beliebt sind bei Autofahrern auf langen Strecken und bei Hörern, die Hausarbeit verrichten. "Außerdem sind wir nach wie vor eine ‚nachfrageorientierte' Bücherei", sagt Steiner, der seinen zurzeit 3200 Stammkunden, darunter 1840 Erwachsenen, 39 000 Medien aus zehn verschiedenen Sparten anbietet. Jüngstes bei jungen Kunden besonders beliebtes Medium ist das Konsolenspiel, das Fußball, Karaoke, Star Wars, Phantasy und Rollenspiele anbietet. Die Bücherei hat etwa 300 solcher Spiele auf Lager. Ganz neu im Angebot ist das Speichermedium Blue Ray (steht für "blauer Strahl"), eine Art "High-Definition-Nachfolgerin" der DVD und geschätzt wegen seiner hoch auflösenden Qualität. Gern und viel gelesen wurde Stephanie Meyer mit ihren Fantasie- und Vampir-Schmökern "Biss zum Ende der Nacht" bzw. "Biss zum ersten Sonnenstrahl". Weitere Hits waren Ken Folletts "Tore der Welt" und "Sturz der Titanen" und weiterhin Stieg Larssons Reißer "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung". Unter den Sachbüchern und Biographien dominierten Thilo Sarazins "Deutschland schafft sich ab", Margot Käßmanns "In der Mitte des Lebens" sowie Natascha Kampuschs "3096 Tage". "Avatar", "Biss zur Mittagsstunde" und "Zweiohrküken" war die DVD-Spitzenreiter. In den Bücherei lasen Sandra Dünschede, Anne Hansen und die Skandinavierinnen Torre Brekke und Sissel-Jo Gazan. Ausstellungen gab es von Dyke Johannsen, Eiko Borcherding und Ren Rong. Das Puppentheater "Firlefanz" lockte einen vollen Rathaussaal an, die "Lesewelle", die nächsten Dienstag wieder starte, schwappte munter in die Herzen der Kinder. Für dieses Jahr stehen zwei Ausstellungen fest: Frauke Gloyer-Feddersen mit einer Jubiläumsausstellung zu ihrem 50. Geburtstag und der Bremer Klaus Zwick, den der Kunstverein präsentiert. Das Jahr 2010 war für die Stadtbücherei das erste Jahr in der Trägerschaft der Stadt Niebüll, die die Nachfolge der Büchereizentrale Schleswig-Holstein antrat.



Ausstellung



Dyke Johannsen

Maler und Zeichner



Im Garten, Kreidezeichnung (32 x 24 cm), Dyke Johannsen

Vom 13.11.2010 bis 23.12.2010 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Werke des Malers und Zeichners Dyke Johannsen (1933-2009).

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 13. November 2010 um 11.30 Uhr lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll

Grußwort: Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher

Einführung: Maiken Johannsen



Dyke Johannsen:

geboren 1933 in Tondern, gestorben 2009 in Frankfurt/M.

Ausbildung:
1950-1955 Goldschmied, Tondern
1955 Zeichen Akademie, Hanau am Main
1956-1958 Akademie der Bildenden Künste, München
1961-1963 S.W. Hayter, Atelier 17, Paris

Einzelausstellungen in Dänemark, Schweden, Deutschland, USA

Gruppenausstellungen in Dänemark, Frankreich, Holland, Deutschland, USA




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.11.2010:

Hochkarätige Kunst

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Dyke Johannsen
Maiken Johannsen , Tochter des verstorbenen Künstlers, mit Stadtbüchereichef Ronald Steiner bei der Eröffnung.
Foto: Dieter Wrege

Unerwartet groß war wieder der Zulauf zu den Bildern des Malers Dyke Johannsen (1933-2009), die bis zum Tag vor Heiligabend in der Stadtbücherei zu sehen sind. Nach 1992 (Haizmann-Museum) und 2006 (Bücherei) darf sich die Niebüller Kunstszene ein drittes Mal an den Werken des "Nachbarn aus Tondern" erfreuen. Weil es die traditionelle Weihnachtsausstellung der längst zum "Kulturtempel" mutierten Stadtbücherei ist, ist die Ausstellung auch schon mal ein Weihnachtsgeschenk. Ob denn auch überhaupt Leute zu meiner Ausstellung kommen, habe der bescheidene Künstler dann und wann und auch in Niebüll gefragt, erinnerte Büchereichef Ronald Steiner an die Begegnungen mit dem Maler und Zeichner. "Sie kamen", berichtete er, "die meisten bei der Ausstellung 2006 in unserer Bücherei." Es waren Besucher aus der ganzen Grenzregion, darunter viele aus Tondern. So ähnlich war es auch am vergangenen Sonnabend, als Ronald Steiner mit der Worten "die Ausstellung ist eröffnet" zum Blick auf die 38 Arbeiten des Malers lenkte - Zeichnungen, Aquarelle, Ölbilder. Doch zuvor hatte die Tochter des Malers das Wort. Maiken Johannsen (51), Personalchefin der Siemens-Niederlassung im dänischen Aarhus, führte in die Ausstellung ein. Vorab äußerte sie sich erfreut über die vielen Besucher und die herzliche Atmosphäre in der Vernissage und dankte dem Kurator Prof. Andreas Brandt für die professionelle Hängung der Bilder. "Das hier ist meine erste Rede in deutscher Sprache", ließ sie Lampenfieber anklingen, ging dann jedoch gezielt und gekonnt an das Thema. Es seien allesamt Motive mit lebendiger Dynamik und von großen Farbintensität, blickte sie in die Reihe der Arbeiten, Diese Motive habe er sich aus der Umgebung geholt - etwa Aus dem Garten oder aus der Natur rundum. Wo immer er war, habe er sein Skizzenbuch dabei gehabt. "Es war das Leben um ihn herum, das ihn faszinierte und das er festhielt." Dem Betrachter seien viele der Bilder erschienen wie Situationen zum Wiedererkennen. "Was er einfing, das waren Stimmungen, Spannungen und Freude." Motivisch geprägt war die Malerei des Dyke Johannsen von der Natur auf der Insel Fanø, von Bildern seiner Angehörigen, Figuren und Fantasien. Er soll, sagt man, Henri Matisse geschätzt haben und dessen "heitere Ruhe durch die Vereinfachung von Idee und Form." Nachzuvollziehen ist das alles im jetzt erschienenen Buch "Arbeiten 1949 - 2009". Während der Planungen zum Buch verstarb der Malen im Dezember 2009 in Frankfurt. Herausgegeben wurden es von der Witwe Jane Slater Johannsen und den Töchtern Maiken, Geske und Saskia, die bis auf letztere bei der Vernissage anwesend waren. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen dankte Ronald Steiner und seinen fachkundigen Helfern für die vielen eindrucksvollen Events in der Bücherei. "Es ist schon ungewöhnlich, derart hochkarätige Kunst in die Bücherei zu holen." Die Familie Johannsen, erinnerte Ewaldsen, sei von 1753 bis 1880 in Neukirchen ansässig gewesen - und durch die Idee des Meieristen Eduard Busch zur "Kulturenhauptstadt Europas" aufgestiegen. Außer der Familie Busch Johannsen seien aus der Umgebung von Seebüll, wie Ewaldsen in seinem kleinen historischen Exkurs betonte, auch Namen wie die des Malers Emil Nolde (1867-1956) und des Literatur-Nobelpreisträgers Theodor Mommsen (1817-19039 zu nennen.




Aus der Wochenschau vom 28.11.2010:

Eindrückliche Zeugnisse eines stillen Beobachters

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Dyke Johannsen
Noch bis zum 23. Dezember sind die Bilder Dyke Johannsens in der Stadtbücherei zu sehen.
Foto: Beate Kneißler




Über den "überwältigenden Zulauf" zeigte sich Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner zur Eröffnung der diesjährigen Winterausstellung erfreut. Noch bis zum 23. Dezember sind in der Bücherei Bilder des Malers Dyke Johannsen zu sehen. Steiner erinnerte an eine Ausstellung des Künstlers im Jahr 2006, die der Bücherei unter allen Ausstellungen bislang die meisten Besucher zur Eröffnung beschert hatte. Er begrüßte besonders die Familie des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers aus Tondern. Steiner dankte den Angehörigen für die Leihgabe der Bilder und dem Kurator der Ausstellung, Andreas Brandt. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen sprach das Grußwort. "Es ist nicht selbstverständlich, dass es in einer Bibliothek so hochkarätige Darstellungen von Kunst gibt, wie hier in Niebüll." Ewaldsen beleuchtete die Familiengeschichte des Künstlers, von Vorfahren, die im 18. und 19. Jahrhundert in Neukirchen auf einem Bauernhof in Hesbüll gelebt hatten bis zur Firma Wisby-Danisco. Maike Slater Johannsen aus Aarhus, die Tochter des Künstlers, sprach einleitende Worte zur Ausstellung. "Die gezeichneten Motive zeichnen sich durch ihre bewegliche Dynamik und der Farbintensität aus. Eigenschaften, die auch die Arbeiten von Dyke in der Malerei und in der Keramik kennzeichnen. Die Motive fand er in der nahen Umgebung, in Beschreibungen des täglichen Lebens wie beispielsweise der Gartenarbeit." Unzählige Male habe er ganz still das Leben um sich herum betrachtet und Stimmungen und winzige Details registriert, die später in größeren Kompositionen bewahrt wurden. "Ich hoffe, dass diese Stimmungen der Flüchtigkeit und der komprimierten Intensität sich auf die Besucher der Ausstellung übertragen." Der 1933 in Tondern geborene Maler begann Anfang des Jahres 2009 mit der Planung eines Buches, das eine Auswahl seines Werkes mit Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und keramischen Figuren - eine Retrospektive aus den Jahren 1949 bis 2009 - zeigen sollte. Nach seinem plötzlichen Tod im Dezember 2009 stellte seine Familie das Buch unter Berücksichtigung der von ihm bis zu diesem Zeitpunkt eingebrachten Gedanken, Ideen und Wünsche fertig. Mit der Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei wurde auch die Buchpremiere in Deutschland gefeiert.



Lesung



Anne Hansen

"Fräulein Jensen und die Liebe"



Cover Fräulein Jensen und die Liebe





Am Montag, dem 22. November 2010 las die in Husum geborene Autorin und Journalistin Anne Hansen aus ihrem neuen Roman "Fräulein Jensen und die Liebe" in der Stadtbücherei Niebüll.

Zu dieser Veranstaltung luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu ganz herzlich ein.








Von einer, die auszog, ihren Traummann zu finden

Zehn Traummänner treffen, zehn Mal Herzklopfen haben. Zehn reale (und teilweise sehr bekannte) Männer wurden von Anne Hansen auf die Probe gestellt. Alle Begegnungen sind wahr!

Hannah Jensen hat einen Traum. Genauer: einen Traummann. Noch genauer: Sie hat eigentlich sehr, sehr viele Traummänner. Sie liest ein Buch eines hoffnungsvollen Nachwuchsautors und denkt sich: Wer mit so viel Esprit und Fantasie formulieren kann, muss ein wunderbarer Partner sein. Sie geht in ein Musical und verliebt sich unsterblich in die Stimme der männlichen Hauptrolle. Sie sieht »Stars in der Manege« im Fernsehen, und schon bewundert sie den Mut des Mannes, der so souverän die Löwen bändigt. Kurz: Hannah Jensen träumt Luftschlösser und hat kein Auge für das Glück vor ihrer Nase. Bis ihrer Freundin Pia der Kragen platzt: »Du triffst jetzt deine zehn Märchenprinzen, und wenn da keiner dabei ist, fängst du bitteschön an, dich für normale Jungs zu interessieren!«

So macht sich Hannah Jensen auf, den Löwendompteur Martin Lacey, den Soap-Star Joscha Kiefer, den Gedankenleser Thorsten Havener, den Stabhochspringer Tim Lobinger, Comedian Bernhard Hoëcker und andere »Traummänner« tatsächlich zu treffen. Wird sie ihren Mann fürs Leben finden?


Autorenfoto Anne Hansen

Anne Hansen, geboren 1980 in Husum, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte Politik und Wirtschaft. Um die Glückssuche ihrer Romanfigur wirklichkeitstreu erzählen zu können, hat sie sich mit allen im Buch vorkommenden Männern getroffen. Sie glaubt an die große Liebe.


Anne Hansen im Gespräch

Zur Entstehung von Fräulein Jensen und die Liebe

Erzählen Sie uns etwas über die Entstehungsgeschichte Ihres Romans, Frau Hansen!

„Da ich ausgebildete Journalistin bin, wollte ich unbedingt einen Roman schreiben, der auf Tatsachen basiert. Denn: Nichts ist spannender als die Wahrheit! Darum habe ich mich dafür entschieden, reale Personen zu treffen und diese Begegnungen eins zu eins so aufzuschreiben. Die Treffen waren wirklich sehr lustig, ich hätte sie mir nie im Leben ausdenken können. Zum Beispiel hätte ich mir nie träumen lassen, dass plötzlich der Modellathlet Tim Lobinger nur in Unterhose vor mir steht! Und der FDP-Abgeordnete Alexander Alvaro schleuste mich beispielsweise heimlich in eine Sitzung des Europäischen Parlaments und zwinkerte mir verschwörerisch zu, als der Vorsitzende die Sitzung eröffnete. In diesem Moment habe ich übrigens für einen kurzen Augenblick überlegt, bei der nächsten Wahl die FDP zu wählen, aber dann wirklich nur für einen ganz kurzen Augenblick!“ „Was auch eine sehr wichtige Begebenheit während der Recherche war: Um den Gedankenleser Thorsten Havener kennenzulernen, habe ich mir ein paar Tage vor dem Interviewtermin eine Show mit ihm angesehen. Er wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich im Publikum sitze, außerdem kannte er mich ja noch gar nicht. Trotzdem hat er mich zufällig für ein Experiment ausgewählt und mich auf die Bühne geholt. Als wir uns zwei Tage später zum Interview trafen, war er mehr als überrascht, dass ich die Schriftstellerin war!“

Wie haben Sie Hannah Jensens Top Ten der Traummänner zusammengestellt?

„Es gibt so viele potenzielle Traummänner und ich habe so einige angefragt, ob sie mitmachen wollen. Fast die ganze Fußballnationalmannschaft hat geschlossen abgesagt (meine Protagonistin wollte doch so gerne Spielerfrau werden!) und auch dem Geiger David Garrett bin ich nahezu hinterhergestalkt, doch er ließ sich leider nicht erweichen. Aber die Top Ten, wie sie sich jetzt im Buch findet, hat diese Bezeichnung mehr als verdient. Ich bin äußerst zufrieden mit diesen Kandidaten!

Anne Hansen und Hannah Jensen – gibt es Parallelen zwischen Ihnen und Ihrer Hauptfigur?

„Es gibt Parallelen, aber der größte Unterschied liegt auf der Hand: Ich bin seit Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung. (Mein Freund wäre übrigens nur eifersüchtig gewesen, wenn ich meinen langjährigen Schwarm, den Schauspieler Florian David Fitz, getroffen hätte. Der hatte aber leider keine Zeit – oder aus Sicht meines Freundes: Gott sei Dank!)“




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.11.2010:

Hannah Jensen und ihre Luftschlösser

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Anne Hansen
Autorin Anne Hansen.
Foto: Dieter Wrege

"Fräulein Jensen und die Liebe" heißt der Erstlingsroman der gebürtigen Husumerin Anne Hansen (30), die in Berlin als freie Journalistin lebt. Am Montag las sie Passagen aus ihrem amüsanten Frauenroman in der Stadtbücherei. Frauenroman? Die Frage beantwortete sich durch die unübersehbare Dominanz der zuhörenden Damen, in deren Kreis sich gerade mal vier Männer verloren. Worum ging's? Junge Mädchen, weiß man, träumen gerne und oft und verlieben sich noch öfter. Das muss bei Hannah Jensen wohl so gewesen sein, der 29-jährigen Protagonistin der Geschichte. Anne Hannsen hat sie im nordfriesischen Dorf Klixbüll entdeckt und lässt ihre Hannah durch eine spannende und für den Leser unterhaltsame Phase ihrer Vita wandeln, die bestimmt ist von der Suche nach dem Traummann. Die Geschichte der Hannah Jensen hat authentische Züge, weil die Autorin nicht nur selbst in deren Haut schlüpft, sondern in die Geschichte auch lebensechte, so genannte Traummänner einbezieht. Durch Telefonate und eine für eine Journalistin typische fleißige Recherche bekam sie zehn Traummänner unterschiedliche Couleur beisammen, interviewte sie, genoss das eine oder andere Plauderstündchen, schaue hinter ihre Fassade und baute sie in die Geschichte ein: den Europaabgeordneten, Fernsehkoch, Komiker, Schauspieler, Löwendompteur, Sportler, Entertainer, Musical-Star oder die Stimme des Hugh Grant. Anne Hansen las zwei Passagen aus ihrem Roman: die von der Teilnahme an einem Training mit dem Stabhochspringer Tim Lobinger und die vom Date mit TV- und Starkoch Steffen Henssler in dessen Feinschmeckerlokal. Anne Hansen schildert nicht nur das verliebt-verrückte Gebaren ihrer Hauptperson, sondern baut auch - und das gibt ihrer Story zusätzlichen Pep - eigene Befindlichkeiten ein, etwa die bei 30 Grad im Schatten im Münchener Olympiastadion oder die mit knurrendem Magen beim Fernsehkoch. Weil die beiden eben nur wie auch die acht anderen Traummänner sind, sind sie eben auch nur Seifenblasen, die schnell zerplatzen. Wie schnell und auf welche Art? Das muss der/die Leser/in auf 261 Buchseiten selbst herausfinden. Lesespaß auf dieser Suche ist garantiert. Logisch von vornherein ist, dass sich die fantastische Geschichte am Ende wie ein Luftschloss auflöst. DEN Traummann, wie er Fräulein Jensen vorschwebt, gibt's eben nicht. Doch gleichwohl träumt wohl jede Frau irgendwann von irgendeinem irren Typen, um dann jedoch schnell wieder mit einer deutlich bescheideneren Realität konfrontiert zu werden. Traummänner, lässt die Autorin ihre Hannah folgern, seien entweder schwul, verheiratet, oder existieren nicht. Wenn die Geschichte, außer dass sie mit Humor und Ironie und vor allem witzig geschrieben ist, eine Botschaft oder gar Moral hat, dann die, dass sie ein liebevoll abgefeuerter Warnschuss dafür ist, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen und lieber davon auszugehen, dass es irgendwann doch noch einen geben wird: den eben nur ganz realen Traummann. Oder etwa nicht?



Ausstellung



Grafik und Zeichnungen von Eiko Borcherding



18. September bis 30. Oktober 2010


Hülltoft, Monotypie und Gouchache auf Papier, 2010

Vom 18. September bis 30. Oktober 2010 zeigte der Künstler Eiko Borcherding Grafiken und Zeichnungen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung fand am Samstag, dem 18. September 2010 um 11.30 Uhr statt. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.


Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll

Einführung: Prof. Dr. Manfred Reuther, Nolde-Stiftung Seebüll

Der Künstler war anwesend.


Eiko Borcherding, geboren 1977, studierte in Hannover und Hamburg. Er lebt und arbeitet in Hamburg und ist 2010 durch ein Arbeitsstipendium der Nolde-Stiftung Seebüll in Nordfriesland zu Gast.

Mehr über Eiko Borcherding:www.eiko-online.com




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 23.09.2010:

Über Zeichnungenn in eine andere Welt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Eiko Borcherding
Einführung in die Ausstellung:Eiko Borcherding (l.) und Prof. Dr. Manfred Reuther.
Foto: Dieter Wrege

Der aus dem ostfriesischen Aurich stammende und heute auf St. Pauli lebende Grafiker, Zeichner und Illustrator Eiko Borcherding (33) stellt in der Stadtbücherei bis zum 30. Oktober 35 Arbeiten aus. Die Bücherei und ihr Leiter Ronald Steiner haben die Beschickung ihrer Herbstausstellung dem Umstand zu verdanken, dass der Künstler im Rahmen eines Arbeitsstipendiums der Nolde-Stiftung auf Seebüll weilt und der Einladung in die kunstfreudige Stadt folgte. Prof. Dr. Manfred Reuther machte mit dem jungen Künstler bekannt. Als Stipendiat der Stiftung muss Borcherding abgeschieden ein Jahr auf Seebüll wohnen und arbeiten, erläuterte der Direktor der Nolde-Stiftung. "Er braucht den Werken Noldes keine Sympathie zu zollen, kann sich frei bewegen, muss sich jedoch in das soziale und tägliche Leben der Stiftung einfügen." Seine Arbeiten seien ihm neu, sagte Reuther. "Doch ich freue mich, über sie zu sprechen. Ich freue mich auch, dass sie hier zu sehen sind. Das ist hier nicht wie im Museum. Hier lebt es." In die Runde schauend, zeigt er sich erstaunt von "großen atmosphärischen Zeichnungen" - entstanden in Hamburg, aber eine andere Welt transportierend. Ihn nach seinem Handwerk zu fragen, wäre zu einfach und banal gewesen. Gleichwohl, schränkte Reuther ein, habe er bei Betrachtung der Arbeiten zwar keine Liebe auf den ersten Blick verspürt. "Ich meine aber, dass eine zögerliche Annäherung länger hält als eine schnelle Umarmung." Der Künstler arbeite durchaus auf der Höhe der Zeit, obwohl seine Arbeiten in Paraphrasen an Künstler vergangener Zeiten erinnern. Angeregt werde Bocherding zuweilen von Details, dann aber auch von der Kraft der Lyrik eine Charles Beaudelaire, wie der Zyklus seiner Radierungen zeigt. Er arbeite auch nach Fotos, die er verfremdet. "Und überhaupt zeichne er bis zur Raserei", zitiert Prof. Reuther aus einem Gespräch mit dem Künstler, "stets dem Schwarz-Weiß oder Hell-Dunkel" verhaftet." Borcherding zeige sich gestalterisch variabel, benutzte unterschiedliche Materialien und empfinde Unzulänglichkeiten - etwa die des Papiers - eher anregend. Und überhaupt scheine er "offen für alles" zu sein. Prof. Reuther: "Ich freue mich, dass wir ihn auf Seebüll haben. Ich gratuliere der Stadtbücherei zu dieser Ausstellung und wünsche ihr einen erfolgreichen Verlauf." Worauf sich die Kunstfreunde aus Niebüll und der Region "an den Wänden entlang" voller Neugier auf den Weg machten, um festzustellen: da ist einer, der zeichnen kann, der einen filigranen Strich drauf hat, sei Handwerk beherrscht und mit scheinbar einfachsten Mitteln - mit Bleisstift und Papier eben - die Welt der Kunst zu bereichern vermag - wie einst die alten Meister.



Aus der Wochenschau vom 10.10.2010:

Unzeitgemäßes mit installierten Störungen

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Eiko Borcherding
Eiko Borcherding (l.) und Prof. Dr. Manfred Reuter in der Stadtbücherei
Foto: Beate Kneißler

In ihrer Herbstausstellung zeigt die Stadtbücherei Grafiken und Zeichnungen von Eiko Borcherding. Der 1977 in Aurich geborene und in Hamburg lebende Künstler ist seit März dieses Jahres Stipendiat der Nolde Stiftung Seebüll. Bereits kurz nach Ausstellungseröffnung, noch bevor die Preisliste auslag, waren einiger seiner Arbeiten verkauft. "Es wurde blind gekauft, das ist auch für mich eine neue Erfahrung", stellte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner bei der Vernissage fest. Prof. Dr. Manfred Reuther, Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, umriss die Bedingungen für ein Arbeitsstipendium in Seebüll: "Es verlangt keine besonderen Verpflichtungen außer, dass für ein Jahr Seebüll als Wohnsitz und Arbeitsplatz akzeptiert wird. Ansonsten wird dem Stipendiaten jede Freiheit eingeräumt, sich zu entfalten." Insofern werde auch keine ausgeprägte Sympathie für Noldes Malerei vorausgesetzt, freilich müssten Stipendiaten ertragen können, für ein Jahr an einem abgeschiedenen Ort zu leben, der nachhaltig von einer Künstlerpersönlichkeit und dessen Werk bestimmt sei, so Reuther. Als Eiko Borcherding ihm großformatige Zeichnungen mit unzähligen feinen Strichlagen und fast abstrakt wirkenden Wolkenformationen, die unter sich nur einen ganz schmalen Landstrich erahnen ließen, vorstellte, sei er fest überzeugt gewesen: "Er bringt sie an den einzigen möglichen Ort zurück, an dem sie hätten entstanden sein können. Jedenfalls an den Ort, der ihn vielleicht insgeheim dazu bewogen habe, und an dem viele Jahre zuvor ein anderer Meister und Farbenmagier von den mächtigen und schweren Wolkengebilden sich faszinieren und inspirieren ließ." Borcherdings Zeichnungen erinnern in ihrer ruhigen handwerklichen subtilen Gestaltungsweise sowie in ihrer Themenwahl an romantische Bildwelten, an Darstellungen des 19. Jahrhunderts, an Künstler vergangener Jahrhunderte wie Caravaggio, Baudelaire, Kafka oder Poe, so Reuther. Doch sei das scheinbar Unzeitgemäße ein gewolltes stilistisches Element mit schon fest installierten Störungen. Die fragliche Ruhe werde immer wieder in Zweifel gezogen. Dieser Anachronismus sei bei Borcherding eine bewusste Haltung, die den Zwiespalt suche. Seine Gestaltungsweise bleibe weitgehend dem Schwarzweiß verhaftet im Hell-Dunkel angesiedelt. In der Stadtbücherei ist eine neue Folge der Monotypien zu sehen, die Borcherding in Seebüll begann. Nach seinem Aufenthalt in Seebüll befragt, antwortete er: "Das Stipendium ist sehr wertvoll. Es lässt mir sehr viel Freiheit und ich genieße den Aufenthalt." Die Landschaft habe sich sehr auf seine Arbeit ausgewirkt und ihn mehr zum Experimentieren bewegt. Die Ausstellung in der Stadtbücherei ist noch bis zum 30. Oktober geöffnet.



Lesung



litteraturfest.nu


Lesung mit Sissel-Jo Gazan und Toril Brekke


Sissel-Jo Gazan (Copyright : Line Thit Klein )

litteraturfest.nu ist ein grenzüberschreitendes nordisches Literaturfestival in der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Schleswig. Es wird organisiert und durchgeführt vom Nordisk Informationskontor in Flensburg, dem Kulturbüro der Stadt Flensburg sowie den Bibliotheken aus der Region Sønderjylland-Schleswig.

litteraturfest.nu fand in diesem Jahr vom 20. bis 25. September 2010 in Flensburg und in der Region Sønderjylland-Schleswig statt.



Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, die dänische Autorin Sissel-Jo Gazan und die norwegische Autorin Toril Brekke präsentieren zu können. Sie lasen am Freitag, dem 24. September 2010 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Begleitet wurden sie von der deutschen Übersetzerin Gabriele Haefs.

Sissel-Jo Gazan, Jahrgang 1973, hat Biologie studiert und sich im Studium auf die Herkunft von Vögeln spezialisiert. Ihren ersten Roman schrieb sie mit neunzehn Jahren. Dinosaurierfedern ist ihr vierter Roman, der 2008 mit großem Erfolg bei Gyldendal erschien und bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Gazan schreibt außerdem Artikel für Frauenmagazine und hat eine Kolumne bei dem dänischen Magazin Femina. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Toril Brekke Toril Brekke, geboren 1949, ist eine der bekanntesten norwegischen Autorinnen und seit 1992 Vorsitzende des PEN-Clubs ihres Landes. Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt sie Romane und Erzählungen sowie Kinder- und Jugendbücher. "Linas Kinder" wurde in Norwegen für den Brage, den höchstdotierten Literaturpreis, vorgeschlagen.


Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 27.09.2010:

Spannung aus Skandinavien

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sissel-Jo Gazan und Toril Brekke
Die Dänin Sissel-Jo Gazan.
Foto: Dieter Wrege

Im Rahmen des Literaturfestivals im deutsch-dänischen Grenzland lasen am Wochenende zwei skandinavische Autorinnen - die Dänin Sissel-Jo Gazan (37) einen "Bio-Krimi", die Norwegerin Toril Brekke (61) eine Auswanderergeschichte. Beide lasen in ihrer Sprache. Gabriele Haefs (Hamburg), die auch ihre Bücher ins deutsche übertrug, übersetzte, und Büchereichef Ronald Steiner stellte das "literarische Trio" heimischen Bücherwürmern vor, nicht ohne auch den zahlreichen Sponsoren zu danken, die das Festival mit seinen 20Veranstaltungen unterstützen. Toril Brekke zählt zu den derzeit bekanntesten norwegischen Autorinnen, die 1976 mit dem nicht übersetzten Titel "Jenny har fått sparken" debütierte und danach mit ihren historischen Romanen bekannt wurde, international eine große Leserschaft gewann und etliche Literaturpreise gewann. Die attraktive Sissel-Jo Gazan stammt aus Århus, studierte in Kopenhagen Biologie und lebt in Berlin. Mit 19 schrieb sie ihren ersten Roman. Sie hat eine Vorliebe für Krimis mit biologischem Hintergrund und zählt Stieg Larsson, Henning Mankell und Patricia Cornwell zu ihren Lieblingsautoren. Von sich erzählt die Literatin, dass sie weiterhin als Biologin arbeitet, "aber nicht so, wie man denkt." In Gazans Roman "Dinosaurierfedern" geht es um die allein erziehende Mutter und Biologiestudentin Anna Bella - und um Mord. Ihr Bioprofessor Helland wird tot in seinem Büro aufgefunden. Kommissar Marhauge ermittelt - und rätselt über das Motiv, das in Kreisen von Wissenschaftlern viel Facetten haben kann. Das können Prestige, Karriere, Konkurrenz, Intrigen oder eben nur ein fachlicher Clinch sein, wie etwa die Frage, ob Vögel Nachkommen der Dinosaurier sind oder ob sich mit den Dinos parallel entwickelt haben. In ihrer Examensarbeit stimmt sie mit ihrem Professor darin überein, dass die Vögel Nachfahren der Dinosaurier sind. Dem aber widerspricht der Kanadier Freeman, Hellands erbitterter Gegner. Könnte dieser Widerstreit ein Motiv sein? Kommissar Marhauge wird's herausfinden. Die Dänin Gazan wurde während des Studiums ermuntert zu schreiben. "Eine Examensarbeit lesen nur vier, fünf Leute. Doch Wenn ich sie in Form eines Romans veröffentliche, habe ich ein breites Publikum." Kaum weniger spannend weiß Toril Brekke zu erzählen. Aus der Romantrilogie über norwegische Auswanderer nach Amerika im 19. Jahrhundert las sie Passagen aus "Die Reise nach Westen". Darin erzählte sie die Geschichte der jungen Brenda, die sich von Chicago aus nach dem Tod ihrer Mutter auf den Weg zu ihrem Vater macht - der jedoch nichts von ihr wissen will. Sie schließt sich ihrem Stiefbruder Hølje und einem Treck nach Westen an, wird unterwegs vergewaltigt - und ist eines Tages wieder allein, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wie die Geschichte der norwegischen Bestsellerautorin ausgeht, ist genauso spannend wie ein Krimi.




Ren Rong
"Pflanzenmenschen - Berichte aus Beijing"
Bilder und Skulpturen



12. Juni bis 31. August 2010


Pflanzenmensch, 2010

Vom 12. Juni bis 31. August 2010 zeigt der Künstler Ren Rong Bilder und Skulturen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 12. Juni um 11.30 Uhr statt. Hierzu lädt die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.

Grußworte: Otto Wilke, Amtsdirektor
Uwe Christiansen, Bürgervorsteher

Ren Rong im Dialog mit Ronald Steiner

Zur Ausstellung erscheint eine Original-Papierschnitt-Edition.



Ren Rong

1960 geboren in Nanjing, Volksrepublik China
1982-1986 Studium an der Nanjinger Kunstakademie
1986 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1989-1990 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Münster
1990-1992 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1992 Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler

Ren Rong lebt und arbeitet in Deutschland und China




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.06.2010:

Mix aus Mensch und Natur in vielen Variationen

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Ren Rong
Ren Rong und Rondald Steiner vor dem Porträt "Mao & Pflanzenmensch".
Foto: Dieter Wrege

"Es ist die Freundschaft, die mich wieder nach Niebüll geführt hat", erklärte der Chinese Ren Rong bei der Eröffnung der Sommerausstellung 2010 in der Stadtbücherei. Hier stellt der 49-Jährige bis zum 31. August unter dem Motto "Pflanzenmenschen - Bilder und Skulpturen" 34 Arbeiten aus seinem jüngsten Schaffen aus. Für den renommierten Künstler, dessen eines seiner Werke bei Sotheby's in New York einen Verkaufspreis von 67 000 Dollar erzielte, ist es nach 2006 die zweite Ausstellung in Niebüll. Zu verdanken ist das außergewöhnliche Event dem Niebüller Büchereichef Ronald Steiner, der erste Kontakte zu Ron Reng knüpfte, als dieser 1993 auf Einladung des Kieler Kultusministeriums ein Jahresstipendium in Schleswig-Holstein absolvierte. Seither besteht zwischem dem Niebüller und dem Chinesen, der abwechselnd in seiner Heimat und in Bonn arbeitet, eine freundschaftliche Verbindung. Heilbronn, Nolde-Museum, Ahlmann (Rendsburg), Stadtbücherei Niebüll: für Ren Rong ist ein solcher (Tages)Törn keine Seltenheit. Ronald Steiner kennt den ruhelosen uns stetig auf der Suche nach neuen Ideen eilenden Künstler als jemanden, "der wie ein warmer Wirbelwind über die Erde weht". Amtsdirektor Otto Wilke sieht in dem Künstler als ein Bindeglied zwischen der traditionellen chinesischen Kunst und der europäischen Moderne - und Bürgervorsteher Uwe Christiansen ließ anklingen, dass sich die Stadt im Jahr ihres 50. Geburtstags durch diese Ausstellung geehrt fühlt. Ronald Steiner und Ren Rong erläuterten im Dialog, was die diesjährige Sommerausstellung bietet. Im künstlerischen Focus des Chinesen steht nach wie vor der Pflanzenmensch. Das zwitterhafte Wesen, ein Mix aus Mensch und Natur, komponiert Ren Rang in einer Fülle von Variationen. Er verwendet verschiedene Materialien, greift aber in seinem "menschlich-pflanzlichen" Leitmotiv zum traditionellen chinesischen Scherenschnitt, den er meisterhaft beherrscht. Eines seiner markantesten Motive der Niebüller Ausstellung ist das Werk "Mao & Pflanzenmensch", eine Lack-Holz-Foto-Kombination mit dem Porträt von Mao Tse-tung. Ren Rong, der 1960 in Nanking geboren wurde und seit 1986 in Deutschland lebt und in Bonn eine Villa (mit Rheinblick) bewohnt, war bisher in 80 Ausstellungen mit 22 Sammlungen vertreten. Der Künstler, der in den Anfängen seines Schaffen in seiner Heimat "nur" toleriert war, jetzt aber nach eigenen Worten daheim ähnlich wie in Deutschland frei arbeiten kann, nach dem Verhältnis zu Mao gefragt: "Ich versuche, mit ihm in einen künstlerischen Dialog zu kommen."





Aus der Wochenschau vom 27.06.2010:

"Pflanzenmenschen" verbinden Mensch und Natur

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellung Ren Rong
Bis zum 31. August sind Bilder und Skulpturen von Ren Rong in der Stadtbücherei zu sehen.
Foto:Beate Kneißler

Zur diesjährigen Sommerausstellung begrüßte Stadtbüchereileiter Ronald Steiner "einen guten alten Bekannten." Bereits vor vier Jahren hatte der renommierte chinesische Künstler Ren Rong seine Werke mit großem Erfolg in der Niebüller Bücherei ausgestellt. "Niebüll kann stolz sein, dass wir ein bißchen internationales Flair hier in die Stadt bekommen", freute sich Steiner. In der Ausstellung "Pflanzenmenschen - Bilder und Skulpturen" zeigt der Künstler bis zum 31. August Bilder und Skulpturen, die in diesem Jahr entstanden sind. Zur Ausstellung erscheint eine Original-Papierschnitt Edition.
Ren Rong wurde 1960 in Nanjing in China geboren und siedelte nach seinem Studium 1986 in die Bundesrepublik Deutschland über. In Münster und Düsseldorf studierte er freie Malerei. Schließlich lernte er 1993 während eines Jahresstipendiums des Kultusministeriums Schleswig-Holstein ländliche Regionen in Schleswig-Holstein kennen und kam auf diese Weise auch erstmals in Kontakt mit Ronald Steiner. Heute lebt und arbeitet Ren Rong in Deutschland und China.
Zur Ausstellungseröffnung gratulierte Amtsdirektor Otto Wilke Stadtbüchereileiter Ronald Steiner, dem es wieder einmal gelungen sei, "einen namhaften Künstler zu überzeugen, seine Werke in Niebüll auszustellen." Bürgervorsteher Uwe Christiansen bekräftigte, die Stadt Niebüll könne sich "glücklich schätzen, im Jubiläumsjahr eine so stimmig gelungene Ausstellung gewonnen zu haben." Finanziell unterstützt wurde die Ausstellung vom Niebüller Stadtmarketing.
Im Dialog mit Steiner sprach Ren Rong über seine Arbeitstechniken und die Entstehung von "Pflanzenmenschen" - dem Leitmotiv seines künstlerischen Schaffens. Typisch für Ren Rongs Arbeiten sind Scherenschnitte, die in Chinas bäuerlich-ländlichen Regionen eine lange Tradition haben. Mit "Pflanzenmenschen" knüpft er an die chinesische Tradition an, Menschen und Natur miteinander zu verbinden. "Pflanzenmenschen haben aber auch mit meinem Leben in Deutschland zu tun", erzählte Ren Rong. So habe die grüne Bewegung in den 80er Jahren seine künstlerische Arbeit stark beeinflusst. Als Materialien für seine Bilder und Skulpturen benutzt er Holz, Eisen oder Wachs. In diesem Jahr malte Ren Rong sehr viel mit Aquarell-Farben, eine Auswahl dieser Arbeiten sind in der Bücherei erstmals in diesem Umfang zu sehen.
Bereits seit dem Jahr 2006 steht im Garten der Stadtbücherei eine Pflanzenmensch-Skulptur, die Ren Rong als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Mit einer Hand zeigt die kindlich wirkende Figur, die vom Stadtbücherei-Team auf den Namen "Felix" getauft wurde, in Richtung Kinderbücherei. "Wir hoffen, dass wir unseren Felix möglichst bald käuflich erwerben können", so Ronald Steiner.




Aus der Wochenschau vom 05.09.2010:

Nach vier Jahren wird "Felix" endlich ein richtiger Niebüller

Niebüll


Wolfgang Pustal


Felix wird enthüllt
Die Enthüllung: Bürgervorsteher Uwe Christiansen (li.) und Ren Rong vollziehen den feierlichen Akt.
Foto:Wolfgang Pustal

Seit 2006, der ersten Ausstellung des chinesischen Künstlers Ren Rong in der Stadtbücherei in Niebüll, steht "Felix" im Innenhof der Stadtbücherei. Damals hatte Rong dieses Eisenskulptur eines Pflanzenmenschen "leihweise und zinslos", wie er sagt, der Stadtbücherei überlassen. Seitdem zeigt die kindlich wirkende Figur, die vom Stadtbücherei-Team auf den Namen "Felix" getauft wurde, mit einer Hand in Richtung Kinderbücherei. "Ich kenne die Familie Steiner schon seit 17 Jahren und fühle mich hier sehr wohl. Ich habe hier immer ein Bett bekommen, Kaffee und einen Haufen Bücher. Herr Steiner ist ein leidenschaftlicher Unterstützer meiner Kunst. Deswegen habe ich die Skulptur hier stehen lassen", erzählte Ren Rong noch kurz vor der Enthüllung der Skulptur. Denn nun ist sie von der Stadtbücherei gekauft worden und somit ein richtiger Niebüller. Rong hatte noch schnell am Morgen ein Tuch beschriftet mit den Daten und dem Namen der Skulptur. So konnte Bürgervorsteher Uwe Christiansen dann in einem kleinen feierlichen Akt die Skulptur im Beisein einiger der Vertreter der Sponsoren enthüllen. Denn nur mit Hilfe der VR Bank, der Stadtwerke Niebüll, der Firma Elektro Jordt und Tiefbau Feddersen aus Leck konnte Felix nach vier Jahren endlich erworben werden. "Felix ist schon vier Jahre bei uns. Ich freue mich und bin glücklich, dass wir Felix erwerben durften. Mein Dank gilt dabei besonders den Sponsoren und Paten von Felix", war Ronald Steiner, der Leiter der Stadtbücherei Niebüll, die Freude deutlich anzusehen. 4800 Euro hat Felix gekostet, wobei Steiner die Summe noch nicht ganz zusammen bekommen hat. "Ein kleiner Teil fehlt noch, weitere Paten sind also sehr willkommen", so Steiner. "Es wurde bei der Vernissage der derzeitigen Ausstellung von Ren Rong im Juni schon angedeutet, dass die Skulptur keine Leihgabe auf ewig bleiben konnte. Alle schauten dabei weg oder betreten an die Decke. Deswegen bin ich heute ganz besonders froh, dass der schöne Felix nun in Niebüll bleiben kann und die zinslose Zeit für Ren Rong vorbei ist. Ich danke dafür den Sponsoren! Das ist ein schönes zusätzliches Geschenk zum 50. Geburtstag der Stadt Niebüll", führte Uwe Christiansen in seiner kurzen Rede aus. Ren Rong wurde 1960 in Nanjing in China geboren und siedelte nach seinem Studium 1986 in die Bundesrepublik Deutschland über. In Münster und Düsseldorf studierte er freie Malerei. Schließlich lernte er 1993 während eines Jahresstipendiums des Kultusministeriums Schleswig-Holstein ländliche Regionen in Schleswig-Holstein kennen und kam auf diese Weise auch erstmals in Kontakt mit Ronald Steiner. Heute lebt und arbeitet Ren Rong in Bonn und in Peking. Seine Stahlskulpturen werden in Peking gefertigt, wo Ren Rong ein Studio hat. Jede einzige Figur eines Pflanzenmensches ist ein Unikat. Rong lebt und arbeitet in Bonn in der ehemaligen "Villa Friede", die zurzeit zu einem Kulturzentrum umgebaut wird. Seine Werke finden momentan immer mehr Freunde unter Privatsammlern und bei Institutionen in Norddeutschland. Möglicherweise gibt es nach der Sommerausstellung in der Stadtbücherei ein Wiedersehen mit Ren Rong in Niebüll. Im Jahre 2012 soll der Themenschwerpunkt des Schleswig-Holsteinischen Miusikfestivals "China" sein. Dann möchte Ren Rong zusammen mit weiteren Künstlern aus dem Reich der Mitte gerne wieder in der Stadtbücherei ausstellen. "Kann sein, das wir uns in zwei Jahren wieder sehen", sagte er zum Abschied.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.12.2010:

Geld für das "Wohnzimmer der Stadt"

Niebüll


Torsten Beetz


Scheckübergabe
Die Spende der Nospa-Kulturstiftung für die Skulptur übergab Dirk Ehlers (re.) an Ronald Steiner (li.) undWilfried Bockholt.
Foto: Torsten Beetz

„Felix“, heißt die Skulptur im Innenhof der Stadtbücherei. Seit 2006 steht der „Pflanzenmensch“ aus Eisen auf einem wuchtigen Mühlenstein und gehört seitdem zum Inventar der Einrichtung – obwohl das Werk des in China geborenen Künstlers Ren Rong noch nicht einmal bezahlt ist. Ratenzahlung heißt deshalb die Devise von Bücherei- Leiter Roland Steiner, der seitdem auf der Suche nach Sponsoren für das 4200 Euro teure Objekt ist. Rund 2700 Euro hatte er bereits eingeworben und ist nun auch bei der Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa) fündig geworden: Aus ihrer Kulturstiftung spendete die Bank einen Betrag in Höhe von 1000 Euro. Dirk Ehlers, verantwortlich für dieNospa-Filialen in Südtondern, übergab dasGeld an Roland Steiner und BürgermeisterWilfried Bockholt. Für Bockholdt steht die Niebüller Bücherei für ein Stück „Lebensqualität zum Wohlfühlen“. Zumal in ihr auch Kunst präsentiert würde. „Die Bibliothek ist das Wohnzimmer einer Stadt“, zitierte Ronald Steiner einen Literaten und nahm damit den Faden des Bürgermeisters auf, der dieKunstpräsentationen in der Bücherei mit einem Wohnzimmer verglich, dass erst durch Blumen und Bilder wohnlich und lebenswert würde. Nun fehlen Roland Steiner noch 553 Euro für die Rest- Finanzierung der Skulptur. Der Bibliothek-Leiter ist zuversichtlich, dass er für diese Summe ebenfalls Sponsoren finden wird – spätestens zur nächsten Ausstellung von Ren Rong.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.06.2010:

Sage vom Ekke Nekkepenn in Bildern von einst und jetzt

Niebüll


Ursula Konitzki


Im Reich des Ekke Nekkepenn
Büchereileiter Ronald Steiner0 lädt zum Besuch der Ausstellung ein. Foto:Ursula Konitzki


In der Niebüller Stadtbücherei sind derzeit bis 10. Juni Arbeiten von Schülern der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) aus den Jahren 1958 und 2010 zu sehen, die die Sylter Sage "Im Reich des Ekke Nekkepenn und der Inge von Rantum" im Kunstunterricht thematisiert haben. Der damalige Kunsterzieher an der FPS, Walter Bamberger, und die heutigen Kollegen im Fach "Kunst", Andrea Awe, Niko Bekehermes, Inken Geertz, Levke Henrich und Kerstin Knauer behandelten die Sage im Unterricht, bevor die Schülerinnen und Schüler mit Stiften, Farben, Pappe, Papier und Klebstoff ans Werk gingen. Die Sage erinnert an das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm vom "Rumpelstilzchen", dessen Namen niemand kannte. Auch den Namen des Meermannes "Ekke Nekkepenn" wusste niemand der Sage nach auf der Insel Sylt zu nennen, was der bildschönen Inge von Rantum fast zum Verhängnis geworden wäre. Der Meermann wollte sie zur Frau. Unter einer Bedingung würde er sie frei geben. Sie sollte seinen Namen herausfinden. Ähnlich wie bei "Rumpelstilzchen" verriet sich Ekke Nekkepenn selbst mit seinem von Inge von Rantum erlauschten Gesang. Vor 52 Jahren und heute entstanden Kunstwerke von Schülern gleichen Alters. Sie erzählten in wunderschönen phantasievollen Bildern und kleinen Objekten die Geschichte der Inge von Ranrum und dem Meermann, der sie als seine Frau mitnehmen wollte in sein Reich auf dem Meeresboden. Wie von den beiden Kunstlehrern Andrea Awe und Niko Bekehermes zu erfahren war, gab es eine Vorgeschichte: Der Leiter des Niebüller Gymnasiums, Manfred Wissel, fand eine Mappe mit Bildern der Quartaner aus dem Jahr 1958. Sie hatten unter Anleitung ihres damaligen Kunsterziehers Walter Bamberger die Sage illustriert. Schnell waren sich die Kollegen der FPS einig, den heutigen Quartanern das gleiche Thema zu stellen. "Man sieht einen Unterschied zu damals", erklärten sie. Die Bilder aus dem Jahr 1958 seien genauer gezeichnet. "Sie haben mehr Wert auf Einzelheiten gelegt", meinte Andrea Awe." Beim Vergleich der Bilder, die in der Stadtbücherei nebeneinander gehängt wurden, sieht man, wie akribisch manche Schüler ihre Bilder damals bis ins kleinste Detail ausgemalt haben. Die Arbeiten der heutigen Schüler sind individueller gestaltet. Die Jugendlichen hatten die Wahl, ihre Arbeiten mit Stiften, Pinsel und Farbe zu Papier zu bringen oder Schaukästen zu gestalten.





Aus der Wochenschau vom 04.04.2010:

Schulsieger qualifizierten sich für die dritte Runde

Niebüll


Beate Kneißler


Plattdeutscher Vorlesewettbewerb
Stadtbüchereileiter Ronald Steiner begrüßte die Schulsieger zur Landschaftsentscheidung im Niebüll Rathaus. Foto:Beate Kneißler


In der zweiten Runde des Plattdeutschen Lesewettbewerbs "Schölers leest Platt", gewannen sechs Schulsieger der dritten und vierten sowie achten bis zehnten Klasse in der Landschaftsentscheidung der Stadtbücherei Niebüll. Zum dritten Mal richtete die Bücherei den Lesewettbewerb im Sitzungssaal des Rathauses aus. Büchereileiter Ronald Steiner begrüßte als Moderator der Veranstaltung und "plattdeutsches Urgestein", den Lehrer und Autor Hans Wilkens aus Holzacker. Als hochkarätige Jurymitglieder stellte er die ehemalige Bürgervorsteherin der Stadt Niebüll Beate Jandt, Berufsschullehrer Dr. Rolf Hagemann, die Ehrenbürger der Stadt Niebüll Friedrich Paulsen (Vorsitzender der Jury) und Guido Tödt sowie Bürgervorsteher Uwe Christiansen vor. Für das Sponsoring des Vorlesewettbewerbs dankte er Filialbereichsdirektor Dirk Ehlers von der Nord-Ostsee Sparkasse.
Zur Einstimmung der Veranstaltung spielte Gymnasiast Momme Thomsen Soundtracks aus Filmen. Mit lockerem Schnack und kleinen Aufwärmübungen nahm Moderator Hans Wilkens Kindern und Jugendlichen das Lampenfieber vor ihrem Auftritt. Neun Schulsieger der dritten und vierten Klassen machten den Anfang und trugen vor Eltern, Lehrern und der Jury plattdeutsche Geschichten vor. Während sich die Jury danach zur Beratung und Entscheidung zurück zog, servierte die Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern Kaffee und Kuchen in den Pausen. Schließlich stand das Ergebnis der ersten Kategorie fest. Siegerin der dritten und vierten Klassen wurde Marie Mayer aus Stadum. Auf Platz zwei und drei folgten Malte Matthiesen aus Joldelund und Levin Christiansen aus Leck. Im nachfolgenden Wettbewerb der achten bis zehnten Klassen ging Jan Tedsen aus Garding als Sieger hervor. Den zweiten Platz belegte Anna Brodersen aus Hattstedtfeld, Platz drei belegte Benedikt Eich aus Nordstrand. Die Erstplatzierten schafften mit dem Sieg die Qualifizierung für die Regionalentscheidungen (Vorentscheidungen für den Landeswettbewerb) in Schleswig-Holstein.
Insgesamt haben sich 313 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen Schleswig-Holsteins als Schulsieger in ihrer jeweiligen Altersgruppe für die Landschaftsentscheidung qualifiziert. 34 Büchereien beziehungsweise Institutionen beteiligten sich an der Organisation und Ausrichtung dieser zweiten Runde des Wettbewerbs.
"Schölers leest Platt" wird alle zwei Jahre vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund -mit Unterstützung des Sparkassen- und Giroverbandes, der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und der Bürchereizentrale Schleswig-Holstein- unter Schirmherrschaft des Bildungsministeriums veranstaltet.



Lesung


Sandra Dünschede
"Todeswatt"



Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede präsentierte ihren 4. Nordfriesland-Krimi.

Am Mittwoch, dem 17. März 2010 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Todeswatt" vor. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.


Zum Inhalt des Buches:

An einem Morgen im März wird auf Pellworm eine Leiche an den Strand gespült. Bei dem Toten handelt es sich um Arne Lorenzen, einen Anlageberater aus Risum-Lindholm. Die Obduktion ergibt, dass Lorenzen Opfer einer Gewalttat wurde. Zwar ist er ertrunken, äußere Verletzungen sowie eine starke Hirnblutung lassen jedoch darauf schließen, dass ihm jemand zuvor einen kräftigen Schlag auf den Kopf verpasst haben muss. Kommissar Thamsen vermutet den Mörder im Kundenkreis des Bankers, da viele seiner Anleger nach dem großen Börsencrash am Neuen Markt hohe Geldbeträge verloren haben. Unter anderem auch der Spediteur Sönke Matthiesen. Er hatte seine letzten liquiden Mittel in einige Aktiendeals gesteckt und steht nun endgültig vor dem Aus. Schon vor der Insolvenz hatte er den Unternehmensberater Tom Meissner engagiert. Auch dieser interessiert sich deshalb für den Fall und macht schon bald eine ganz erstaunliche Entdeckung ...


Pressestimmen

»... ausgezeichneter Krimi zwischen Insel und Festland. Sehr empfehlenswert!« Deutsche-Krimi-Autoren.de

»Sandra Dünschede schreibt so, dass man sich in Nordfriesland zuhause fühlt! Gekonnt und authentisch sind alle Charaktere und Fakten mit fiktiven Elementen gemischt. Dieser ausgefeilte Stil bietet höchsten Lesegenuss.« Volkmar Joswig, Literaturkritiker



Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman "Deichgrab", für den sie dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet wurde.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 31.03.2010:

Neuer Nordfriesland-Krimi von Sandra Dünschede

Niebüll


Juliane Kahlke


Lesund mit Sandra Dünschede
Autorin Sandra Dünschede signierte nach der Lesung Bücher. Foto: STB

Dirk Thamsen ermittelt wieder. In "Todeswatt", dem vierten Nordfriesland-Krimi von Sandra Dünschede, klärt der Kommissar den Tod von Arne Lorenzen auf. Der Anlageberater aus Risum-Lindholm war tot auf Pellworm angeschwemmt worden. Auch in diesen Fall stecken die Freunde Tom, Marlene und Haie ihre geübten Spürnasen.
Die Autorin las in der Stadtbücherei in Niebüll aus ihrem neuen Werk vor. Und das passt gut in die Zeit. Eine Wirtschaftskrise bringt einige Nordfriesen an den Rand des Ruins. Ob einer von ihnen den Tod des Anlageberaters zu verantworten hat? Sandra Dünschede, selbst Bankerin, hat für die Handlung Anleihe am "Neuen Markt" genommen. Dessen Börsenwerte brachen im März 2000 zusammen. Viele der Unternehmen gingen daraufhin pleite. Dass "Todeswatt" nun zum März erschienen ist, sei Zufall, sagt die 37-Jährige. Eher zufällig ist auch die Wahl der Namen der Akteure. Der von Kommissar Thamsen sollte vor allem nordisch klingen. Dünschede blättert ebenso gern dafür im Telefonbuch. "Der Name muss zur Figur passen, sich aber auch schön anhören."
Die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter. Sie werden realistischer, wie die Schriftstellerin sagt. Scheidungen und neue Partnerschaften gehören dazu. Im vierten Band laufen die Hochzeitsvorbereitungen auf Hochtouren. Gerne greift die gebürtige Nordfriesin mystische Elemente auf.
Stößt sie bei ihren Recherchen auf Sagen und Ähnliches, baut sie die Überlieferungen mit ein, wenn sie zum Stoff passen. "Das gibt mir das Gefühl, etwas für den Erhalt alten Kulturguts zu tun." Die in Düsseldorf lebende Katzenfreundin arbeitet schon länger an ihrem ersten historischen Roman.





Aus der Wochenschau vom 02.05.2010:

Todeswatt von Risum-Lindholm bis nach Pellworm

Niebüll


Beate Kneißler


Lesung mit Sandra Dünschede
Lange Schlangen bildeten sich, als die Autorin ihr neues Buch signierte. Foto:Beate Kneißler


Eine spannende Lektüre verspricht der neue Kriminalroman "Todeswatt" von Sandra Dünschede. In ihrem vierten Nordfriesland-Krimi führt die Autorin ihre Leser nicht nur wieder an Schauplätze in Risum-Lindholm und Niebüll sondern auch bis nach Pellworm. Und die aus ihren früheren Krimis bekannten Figuren, Tom, Marlene, Haie und Kommissar Thamsen sind auch wieder mit dabei. "Die Geschichte spielt in einem Milieu, in dem ich mich gut auskenne. Ich habe Bankkauffrau gelernt und bin auch heute noch in einer Bank tätig ", erklärte Dünschede auf einer Lesung in der Stadtbücherei Niebüll. Nach einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft begann sie mit dem Schreiben. Heute lebt die 1972 in Niebüll geborene Autorin in Düsseldorf.
Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner freute sich, dass Sandra Dünschede zum vierten Mal auch mit ihrem neuen Buch zu Gast in der Bücherei war. Nach dem erfolgreichen Debütroman "Deichgrab", der 2007 mit dem Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes als bester Kriminalroman in Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde, folgten mit "Nordmord" und "Friesenrache" zwei weitere Nordfriesland-Krimis. Für eine Kostprobe aus "Todeswatt" hatten sich über 50 gespannte Leser, Familie und Freunde der Autorin in der Bücherei eingefunden. Humorvoll leitete Dünschede die Zuhörer durch die ersten Kapitel ihres über 300 Seiten starken Buches.
Auf der Insel Pellworm wird die Leiche von Arne Lorenzen, einem Anlageberater aus Risum-Lindholm, angespült. Nach den Ermittlungen von Kommissar Thamsen haben viele Dorfbewohner ein Mordmotiv, da sie durch den Banker hohe Geldbeträge verloren. Die drei Freunde Tom, Haie und Marlene recherchieren auf eigene Faust. In den Fokus der Hauptverdächtigen rückt Spediteur Sönke Matthiesen, der sein letztes Geld in einige Aktiendeals gesteckt hat und nun endgültig vor dem Konkurs steht. Doch hat der Fuhrunternehmer wirklich etwas mit dem Tod des Anlageberaters zu tun?
Der internationale Börsencrash am Neuen Markt hat das kleine ländlich-beschauliche Risum-Lindholm heimgesucht. Sandra Dünschede führt die Leser in ihrem neuen Kriminalroman wieder in das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Die Romanfiguren bewegen sich an realen Orten wie Einkaufsladen, Friseurgeschäft oder Bankfiliale. Im Krimi mit viel Lokalkolorit lässt die Auorin eine Romanfigur schon mal genervt fragen: "Musste denn in Risum-Lindholm schon der Bahnübergang verrammelt werden, nur weil in Westerland ein Zug losfuhr?" Dem Lachen der Zuhörerschaft in der Stadtbücherei war zu entnehmen, dass viele diese Situation nur allzu gut nachempfinden konnten. Dünschede streift in ihrer Geschichte Plätze, die Einheimischen vertraut und Touristen bekannt sind wie der Schlossgarten vor Husum, der Fähranleger nach Pellworm oder der Deichwanderweg in Dagebüll. Gerade diese Detailbeschreibungen machen die Lektüre so reizvoll. Und so nahm die Autorin die Leserschaft in der Stadtbücherei mit auf Spurensuche nach dem Täter. Der vierte Nordfriesland Krimi von Sandra Dünschede - ein weiteres Heimspiel für die Autorin.




Neue Trägerschaft und Statistik 2009


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 06.01.2010:

Kommune spart 4000 Euro im Jahr

Niebüll


Dieter Wrege


Übernahme der Stadtbücherei Niebüll
Die Stadtbücherei ist jetzt in der Obhut Niebülls. Bürgermeister Wilfried Bockholt begrüßte die Mitarbeiter Ronald Steiner, Angelika Brodersen, Anke Hansen, Anett Petersen und Heike Christ (von rechts). Foto: Wrege

Was bisher nur außen drauf stand, ist nun auch "echt innen drin". Die Stadtbücherei ist mit Beginn dieses Jahres eine Einrichtung der Stadt Niebüll. Bürgermeister Wilfried Bockholt besiegelte am Montag mit Händedruck, was die Stadtvertretung zuvor schon beschlossen hatte und hieß die Besatzung der Bücherei als Bedienstete der Stadt Niebüll willkommen. Das sind der Büchereileiter und Dipl.-Bibliothekar Ronald Steiner und seine Kolleginnen Anett Petersen, Heike Christ, Anke Hansen und Angelika Brodersen.
Der Wechsel der Trägerschaft hat eine Vorgeschichte. Der Landesrechnungshof hatte die Zweigleisigkeit der Trägerschaften moniert. Im Holsteinischen sind die Büchereien seit Jahr und Tag allesamt Einrichtungen der Städte und Gemeinden. Im Landesteil Schleswig waren sie seit Kriegsende in der Trägerschaft des Deutschen Grenzvereins und gingen 1997 Regie des Büchereivereins Schleswig-Holstein über. Nach einem ersten Anlauf vor drei Jahren ist es jetzt zum Wechsel gekommen. Die Niebüller Stadtvertretung stimmte dem Vertrag mit dem Büchereiverein zu. Dieser legte dem Übergabe-Schriftstück noch eine "Ablösesumme" von 14 000 Euro drauf. Damit der finanziellen Seite nicht genug: die Stadt spart jährlich auch noch, wie Bürgermeister Bockholt vorrechnete, um 4000 Euro an Verwaltungskosten.
Ansonsten ändert sich nichts. Das Büchereigebäude gehört bereits der Stadt. Es ist die zweite Adresse der Bücherei, die ihren Betrieb Anfang der Fünfziger als "Stadt- und Kreishauptbücherei" im eigens erbauten Nebengebäude an der ehemaligen "Volksschule mit Aufbauzug" an der Marktstraße aufnahm. 1988 zog sie in die Hauptstraße 46 um: in das ehemalige Hotelgebäude, das um die vorletzte Jahrhundertwende im Stil eines klassizistischen Bürgerhauses erbaut und von Hoteliers und Krögern wie Schröder, Lange, Breuker und Billinger geführt wurde. Um Haaresbreite ist es von Altbürgermeister Heinz Loske und dem damaligen Magistrat vor dem Abrissbagger gerettet und im Zuge der Stadtsanierung von Architekt Herbert Friis für 1,2 Millionen D-Mark in die "schönste Bücherei des Landes" verwandelt worden.
Dank ihrer Aktivitäten und ihre vielfältigen Angebots gehöre die Niebüller Stadtbücherei mittlerweile auch zu den führenden Büchereien Schleswig-Holsteins, erklärte Bürgermeister Bockholt. Es seien nicht nur die Bandbreite des Medienangebots, sondern auch die nahezu miteinander identischen Grafiken, die die Entwicklung der Niebüller Einwohnerzahl und Ausleihziffer darstellen. Er dankte dem Büchereiteam für die bisher gute Betreuung der "Kundschaft".
"Wir freuen uns, jetzt Mitarbeiter der Stadt zu sein", erklärte Ronald Steiner. "Ich bin für euch da", hieß auch der Vorsitzende des Personalrats Jochen Johannsen die "Neuen" im städtischen Kollegenkreis willkommen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.01.2010:

Bücher stehen hoch im Kurs

Niebüll


Dieter Wrege


Stöbern in der Stadtbücherei Niebüll
Vor den "gut sortierten" Bücherregalen herrscht Betrieb. Foto: Wrege

Mit 170 469 im vergangenen Jahr entliehenen Medien, darunter 95 000 Büchern, hat die Stadtbücherei nochmals um 4,3 Prozent zugelegt und eine neue Rekordmarke erreicht. Das teilte Diplombibliothekar Ronald Steiner, Leiter der Niebüller Bücherei, in seiner Jahresbilanz mit. In den letzten 20 Jahren hat sich diese Zahl, Gradmesser der Beliebtheit, mehr als verdoppelt und ist seit 1999 durch die Offerte neuer Medien weiter sprunghaft angestiegen. Darüber hinaus ist sie nach ihrem Wechsel 1988 von der Markt- in die Hauptstraße dank ihrer vielen Aktivitäten zu einem zentrumsnahen, kulturellen Mittelpunkt geworden.
Die Bücherei bot ihren Kunden aus Stadt und Land 38 455 Medien an, 787 mehr als 2008. Das sind 29 336 Bücher, 1 363 Zeitschriften, 653 Taschenbücher 4 890 CDs, DVDs und CDRoms, 941 Tonkassetten, 67 Bilder und 274 Konsolenspiele. Von den Entleihungen sind 95 005 Bücher, 15 679 Zeitschriften 13 089 CDs, CDRoms und DVDs, 6 350 Tonkassetten und 5 145 Konsolenspiele. Die Bücherei war an 244 Tagen insgesamt 1 374,5 Stunden geöffnet. Am Tresen wurden 3347 Leser bedient - 1942 Erwachsene und 1405 Kinder und Jugendliche. Im Leihverkehr besorgte die Bücherei 1 440 ad hoc nicht vorhandene Medien.
Am häufigsten nachgefragte Bücher waren Dan Browns "Verlorenes Symbol", Stephenie Meyers vierbändige "Bis(s)-Fantasien" und Herta Müllers "Atemschaukel" - und Renner nach wie vor Stig Larssons drei Reißer um die geniale Ermittlerin Lisbeth Salander. Aus der Reihe der Sachbücher stachen Eckart v. Hischhausens Betrachtungen über das Glück hervor. Im Trend liegen neuerdings die Konsolenspiele. Auch die Kinderecke der Bücherei war immer gut
besucht. 2009 fanden drei Ausstellungen mit Werken von Inge Wilkens, Andreas Brandt und Eva Muggenthaler statt. Aus ihren Romanen lasen Sandra Dünschede, Marie Straub, Anne B. Ragde und Stefanie Baumm. In der Kinderecke "schwappte" allein 30 Mal die Lesewelle für den Nachwuchs, der erstmal in diesem Jahr wieder am 12.Januar an der Reihe ist. Im April wird Jochen Missfeldt aus seinem Gedichtband lesen.



Aus der Wochenschau vom 14.02.2010:

2009 war wieder ein Rekordjahr für die Stadtbücherei Niebüll

Niebüll


Wolfgang Pustal


Leser des Jahres 2009
Die Leser des Jahres in der Stadtbücherei Niebüll: Bibliothekar Ronald Steiner überreichte Blumen an den Leser des Jahres Harald Grunau (re.) und an Tanja Timm. Foto: Rüdiger Mikosch

Schon 2008 konnte die Stadtbücherei Niebüll mit Rekordzahlen bei den Entleihungen aufwarten. "Im letzten Jahr konnten wir noch ein kleines Plus drauflegen", freut sich Ronald Steiner über eine weitere Steigerung der Entleihzahlen. So blickt die Stadtbücherei 2009 auf ihr ausleihstärkstes Jahr überhaupt. Aus einem Bestand von über 37.000 Medien erzielte sie 170.469 Entleihungen. Das ist ein neuer Rekord.
Als "Leser des Jahres" erwiesen sich dabei die Bürgerinnen und Bürger aus Risum-Lindholm. Harald Grunau belegte in der Statistik Platz 1 mit über 1000 Entleihungen vor Tanja Timm mit knapp unter 1000 Ausleihen. Und auch der dritte Platz ging an einen Leser aus Risum-Lindholm. "Wir sind auch eine Bücherei für die Region, wobei Niebüll mit 1598 Entleihern natürlich die größte Leserschaft stellt. Aber über die Hälfte - genau 1749 Entleiher - kommen aus dem Umland", zählt der Bibliothekar auf.
Seit nunmehr 27 Jahren leitet Ronald Steiner die Stadtbücherei Niebüll. In dieser Zeit hat sich der Medienbestand mehr als verdoppelt und die Entleihzahlen haben sich mehr als verdreifacht. "Bücher sind natürlich noch unser Hauptmedium und nicht kaputt zu kriegen, aber die neue Medien wie CDs und DVDs holen auf. Im Trend liegen momentan Hörbücher, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab. Die werden wohl gerne beim Autofahren oder bei der Hausarbeit gehört", mutmaßt Steiner. Mit 66 verschiedenen Zeitschriftentiteln aus den verschiedensten Bereichen bietet die Stadtbücherei für fast jeden den passenden aktuellen Lesestoff. Aber auch 67 Bilder der Artothek warten hier auf interessierte Ausleiher. Insgesamt 3347 Leserinnen und Leser nutzten im Jahr 2009 die große Auswahl der Stadtbücherei Niebüll.
Auch wenn ab dem 1. Januar 2010 die Stadtbücherei jetzt wieder unter der Trägerschaft der Stadt Niebüll steht, hat sich für ihre Nutzer nichts geändert. "Das ist für uns keine Umstellung. Wir kommen mit der Stadt und dem Amt Südtondern, das unsere Verwaltung übernommen hat, gut zurecht", freut sich Ronald Steiner, jetzt wieder voll und ganz Niebüller



Ausstellung





Eva Muggenthaler

Kinderbuch-Illustrationen


28.11. - 22.12.2009


Der weiße und der schwarze Bär

Zur Eröffnung unserer Weihnachtsausstellung am Samstag, dem 28. November 2009, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Eröffnung spricht Ernst Kahl, Titanic-Cartoonist.

Die Künstlerin ist anwesend.



Eva Muggenthaler Eva Muggenthaler, geboren 1971 in Fürth, studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Sie arbeitet als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Eva Muggenthaler lebt mit ihrer Familie in Schwabstedt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.12.2009:

Witzig und tierisch gut

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Eva Muggenthaler
Ein Hit unter den Kinderbüchern: "Papa, ich will einen Hund!". Foto: Wrege

Eigentlich wollte Büchereichef Ronald Steiner die Muggenthaler Eva, Kinderbuchautorin und Illustratorin der Weltklasse, schon während der Lammtage zu einer Sommerausstellung nach Niebüll holen, weil ihn ihr Erstlings-Kinderbuch "Der Schäfer Raul" so fasziniert hatte. Es klappte nicht. Dafür aber klappte es zur traditionellen Weihnachtsaustellung. Mit den jetzt zu genießenden Bildern freilich kommen die Kunstfreunde und Fans des schwanzwedelnden Vierbeiners vom Lamm auf den Hund und auf lustige Art auf ihre Kosten. Schon die Vernissage war eine, wie man sie in der Bücherei so noch nie erlebt hatte. Das lag an Ernst Kahl (60), seines Zeichens Maler, Zeichner, Texter, Filmemacher, Schauspieler, Songschreiber, Drehbuch- und Buchautor und Professor an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung - und Ehemann der gebürtigen Fürtherin Eva Muggenthaler (38). Beide leben mit ihren Kindern Mizi (7) und Franz (4) sowie dem Pudel Manfred (8), der auch mal Leo heißt (je nachdem wer ihn ruft) im Schwabstedter Bahnhof, wo sich früher die Niebüller Handballer umzogen, wenn sie nebenan auf dem Sportplatz gegen den dortigen MTV antraten. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", eröffnete Ernst Kahl die ungewöhnliche Vernissage, in der er sowohl die mit Einsatz von Gouache, Buntstift, Bleistift, spitzer Feder, Acryl, Kreide und Collage entstandenen urwitzigen Zeichnungen Zeichnungen vorstellte als auch zu einem Blick in das Buch "Papa, ich will einen Hund" einlud. In diesem auch und vor allem für Erwachsene erschienenen Buch besorgte Eva Muggenthaler die Bilder, während Ernst Kahl die Texte kalauerte. Beide, erkannte man flugs, haben denselben Beruf. Doch daheim in Schwabstedt arbeiten sie getrennt - und begegnen einander künstlerisch allenfalls auf der Türschwelle, um sich fachlich auszutauschen. "Ich bin in unserer Künstlerehe allenfalls der Apendix", stapelte der Ehemann tief, zeigte sich jedoch eins mit seiner Frau, wenn es um den Hund geht. Dieser stand auch im Focus der ungewöhnlichen Vernissage. Als Schmankerl des amüsanten Events sang Ernst Kahl, in die Saiten seiner Ukulele greifend, das "Loblied auf den Pudel", das in den letzten Zeilen in der Versicherung gipfelt, er setze sich statt eines Zylinders lieber eine Pudelmütze auf. Die Beziehung Muggenthaler/Kahl begann an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung während eines Seminars zum Thema Komische Kunst. "Die Tür ging auf. Sie kam herein, und da war sie. Als sie mir ihre Arbeiten zeigte, sagte ich ihr, ich wüsste nicht, was ich ihr noch beibringen sollte." Im Hamburg-Ottensen wurde perfekt gemacht, was bis dato Bestand hat - menschlich, familiär, künstlerisch, fachlich und "hundsmäßig". In der Tat waren gesprochenes Wort und Bildergucken ein Plädoyer auf den Hund, von dem es - sagt man - 598 Rassen geben soll. Eva Muggensthaler schafft es, diesen Rassen, mit denen nahezu jeder Charakter besetzt werden kann, noch viele andere dazu zu erfinden. Es lohnt, sich ein wenig Zeit zu nehmen, und die Bilder in aller Ruhe zu genießen. Bis zum 22. Dezember ist Zeit.




Aus der Wochenschau vom 06.12.2009:

Wiedersehen mit Anna und der Maus

Niebüll


Kneißler


Ausstellung Eva Muggenthaler
Die Künstlerin Eva Muggenthaler zeigt einen Querschnitt ihrer Kinderbuch-Illustrationen in der Weihnachtsausstellung der Stadtbücherei. Foto: Kneißler

Im Rahmen der diesjährigen Weihnachtsausstellung sind in der Stadtbücherei 39 Bilder aus Kinderbuch-Illustrationen der Künstlerin Eva Muggenthaler zu sehen. "Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus allen Kinderbüchern, die ich illustriert habe", erklärte Eva Muggenthaler. Die 1971 in Fürth geborene Künstlerin studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet heute als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet.
Eva Muggenthaler lebt mit ihrem Ehemann, dem Künstler Ernst Kahl, und ihren Kindern in Schwabstedt. Zu ihren Arbeiten gehören Illustrationen für die "Sendung mit der Maus" ebenso wie für das Kinderbuch "Ben liebt Anna" von Peter Härtling oder das eigene Kinderbuch "Der Schäfer Raul" sowie Zeichnungen, Collagen und Aquarelle zu dem Kinderbuch "Papa, ich will einen Hund" mit Versen von Ernst Kahl. Der Cartoonist, Maler, Autor und Sänger sprach zur Eröffnung der Ausstellung in Niebüll: "Zu Eva Mugenthalers Bilder muss kein Wort verloren werden. Sie sind so toll und sprechen für sich", würdigte er die Begabung der Illustratorin. Bereits bei der ersten Begegnung sei er als Dozent des Seminars für "Komische Kunst" an der Fachhochule für Gestaltung in Hamburg von den Arbeiten "der Muggenthalerin" beeindruckt gewesen. "Ich wusste überhaupt gar nicht mehr, was ich ihr noch beibringen sollte. Es war unglaublich."
Mit kleinen Anekdoten unterhielt Kahl plaudernd das Publikum in der Stadbücherei. Abweichend von konventionellen Formen der Laudatio rezitierte er rhythmisch singend Verse aus dem Buch "Papa, ich will einen Hund", griff zur Gitarre und trug den Pudelsong aus seiner ersten CD mit dem Musiker Hardy Kayser vor.
"So eine Ausstellungseröffnung habe ich noch nicht erlebt", freute sich Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner. Die Illustrationen von Eva Muggenthaler sind noch bis zum 22. Dezember in der Stadtbücherei zu sehen.





Lesung



Stefanie Baumm
"Am Anfang war der Tod"

Stefanie Baumm


Am Donnerstag, dem 26. November 2009 war die Autorin Stefanie Baumm zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie las aus ihrem neuen Kriminalroman "Am Anfang war der Tod". Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Sehnsüchtig erwartet - der 3. Baumm:

Nichts ist, wie es scheint in Moorbek, einem kleinen Flecken am Nord-Ostsee-Kanal. Die Idylle des pittoresken Dorfes zerbricht, als der Pastor der Gemeinde in seiner Kirche brutal erschlagen wird. Ausgerechnet jetzt kommt sein Sohn, der BKA-Beamte Leif Falkner, nach 25 Jahren in seine norddeutsche Heimat zurück, und ist nicht nur den Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Zudem stelt sich heraus, dass der mutmaßliche Raubmord an seinem Vater in Zusammenhang mit weiteren Verbrechen steht, die auch das bewährte Ermittlerteam Armin Stahl und Birger Harms von der Kieler Kripo in Atem halten, und ihre charismatische Kollegin Uta Thormälen in Lebensgefahr bringen.

Stefanie Baumm geboren 1963 in Pforzheim, Baden-Württemberg,
seit 1970 in Schleswig-Holstein
verheiratet, drei Söhne (23, 18, 9 Jahre)
Jurastudium (abgebrochen), nach Kinderauszeit als Quereinsteiger ins Tageszeitungsgeschäft (u.a. Hamburger Abendblatt, dpa, Kieler Nachrichten)
parallel dazu Veröffentlichung erster Bücher
seit 2000 journalistisch nur noch für die Kieler Nachrichten tätig

Buchveröffentlichungen

1997 Der Gesang der Bäume, Dana Verlag, Bramsche
2000 101 Gründe keine Kinder zu kriegen, Rake Verlag, Kiel; 2002 in Lizenz Piper Verlag, München
2006 Unsterblich wie der Tod, Droemer Verlag, München
2008 Der Tod wartet nicht, Droemer Verlag, München
2009 Am Anfang war der Tod, Droemer Verlag, München

Warum schreiben?

Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, in der Bücher immer einen besonderen Stellenwert hatten, und war froh, als ich endlich selbst lesen konnte, was ich bis heute nach wie vor mit Leidenschaft mache.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben planen und so waren auch meine ersten schriftstellerischern Gehversuche spontan und eher zufällig und immer von dem Gedanken geprägt, "mal schauen, ob ich das kann". Diese Spontaneität hat mich bis zu meinem ersten Krimi begleitet.
Inzwischen arbeite ich konzeptioneller. Verträge im Hintergrund erfordern das. Dennoch ist Spontaneität immer noch etwas Entscheidendes für mich, um Literatur lebendig zu machen. Mit meinen Romanen möchte ich vor allem unterhalten. Die Menschen in eine andere Welt entführen und den Alltag vergessen lassen.

Mehr über Stefanie Baumm:www.stefanie-baumm.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.12.2009:

Hochspannung in der Niebüller Stadtbücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Stefanie Baumm
Die Autorin las aus ihrem dritten Krimi. Foto: Wrege

Spannendes Wiedersehen mit der Krimi-Autorin Stefanie Baumm. Nachdem sie vor Jahresfrist ihren ersten Roman mit dem Titel "Der Tod wartet nicht" vorgestellt hatte, las sie am Donnerstag erneut und stellte den nunmehr dritten Krimi "Am Anfang war der Tod" vor. "Es war letztes mal schon so schön hier", lobte sie das anheimelnde Ambiente von "Steiners Bücherei" und die Krimi-Fans aus dem Norden des Landes. Im Norden spielt auch ihr Dritt-Roman - genauer gesagt im Zuständigkeitsbereich ihrer Protagonisten, der Kieler Kommissare Armin Stahl, Birger Harms und Uta Thormählen, die im Dorf Moorbek am Nord-Ostsee-Kanal ermitteln. Dort hat man Pastor Eckhard Falkner erschlagen auf dem kalten Boden seiner Kirche aufgefunden. "Man" - das war des Pastors Sohn Leif, der nach 25 Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrte und den sterbenden Vater mit zertrümmertem Schädel entdeckte. Einen Atemzug lang blickten Vater und Sohn noch einander in die Augen, bevor sie der Pastor für immer schloss. Leif Falkner, Beamter im Bundeskriminalamt und wohlweislich ahnend, dass die Moorhusener Dorfpolizei das Verbrechen wohl kaum aufklären würde, benachrichtigte gleich seine Ex-Kollegen von der Kieler Kripo. Stefanie Baumm nimmt zum Einstieg in die nun folgende Geschichte eine Fülle von Details mit, belässt es jedoch nicht bei der bloßen Beschreibung des Dorfes und seiner Bewohner, sondern zeichnet verschiedene Handlungsstränge nach, die die Spannung "auf Flamme" halten. Sie präsentiert dem Leser auch den Täter - freilich noch deutlich getrennt von dem ermittelnden Trio und ohne ihn namentlich bekannt zu machen. Für das kleine Dorf und dessen Beschreibung als Ort der Handlung habe sie sich - gestand sie lächelnd ein - ein paar Sehenswürdigkeit aus den Nachbardörfern "zusammengeliehen". Die Dialoge, erläutert sie, habe sie sie geschrieben, wie man sie "auf dem Dorf" auch führt. Sie nimmt Gerüche von Misthaufen und Silage mit und gibt sich als Insiderin des Dorflebens zu erkennen, in dem die dreifache Mutter "echt" auch zu Hause ist und bisweilen zwischen PC, Pferdestall und Küchenherd nut so hin und her flitzt. Die schöpferischsten Momente des Tages hat sie in der Ruhe des frühen Vormittags - aber auch irgendwann am Nachmittag. "Was ich schreibe, muss auch so stehen bleiben." Gleichwohl lässt sie sich von der Lektorin ("die liebe ich") auch überzeugen, dass man dies oder das "so" nicht wirklich sagt. Indes ermittelt das Trio der Kripobeamten und stößt bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Man ist gespannt, wer der junge Mann ist, der den Pastor erschlagen hat. Man rätselt um das Motiv des Verbrechens, das womöglich mit andern Gesetzwidrigkeiten im Zusammenhang steht. War es ein Raubmord? Warum wohl ist der Pastorensohn und BKA-Beamte Leif Falkner nicht nur den Dorfbewohnern suspekt? Und warum sagt der junge mutmaßliche Täter, es würde alles vorbei sein, wenn sie ihn fänden.? Was ist dieses "alles"? Fragen über Fragen, die den Leser begierig machen zu erfahren, was denn nun wirklich in dem idyllisch gelegenen Dorf am Kanal passiert ist. Die drei Kripobeamten werden's herausfinden, lässt Stefanie Baumm augenzwinkernd ahnen. Doch bis die Ermittlungsakte zugeklappt werden kann, muss der Leser noch viele spannende Seiten durchleiden.




Lesung



Nordisk Litteratur 2009


Lesung mit Anne B. Ragde


Anne B. Ragde

Unter dem Motto "Nordisk Litteratur 2009" luden das Nordisk Informationskontor und das Kulturbüro der Stadt Flensburg vier skandinavische Autorinnen zu Gast ins Grenzland ein.

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, die norwegische Autorin Anne B. Ragde präsentieren zu können. Sie las am Donnerstag, dem 05. November 2009 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Begleitet wurde Frau Ragde von ihrer deutschen Übersetzerin Gabriele Haefs, die die Lesung des deutschen Textes und die Übersetzung des Gesprächs mit der Autorin übernahm.

Beginn der Lesung war 20.00 Uhr.


Anne B. Ragde wurde 1957 in der Nähe von Trondheim geboren und wuchs dort auch auf. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Norwegian Language Prize und dem norwegischen Buchhandelspreis. Der Durchbruch gelang ihr mit der Familientrilogie Das Lügenhaus, Einsiedlerkrebse und Hitzewelle. Ihre Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und zum Teil verfilmt und im norwegischen Fernsehen gezeigt.


Mehr zur Veranstaltung "Nordisk Litteratur 2009":www.litteraturfest.nu




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.11.2009:

"Hitzewelle" in Stadtbücherei

Niebüll


dew


Lesung mit Anne B. Ragde
Eingespieltes Team: Die Norwegerin Anne B. Ragde (r.) und Gabriele Haefs. Foto: Wrege

Eine Autorenlesung der etwas anderen Art erlebten Besucher der Stadtbücherei am Donnerstagabend. Im Rahmen der vom Nordisk Informationskontor und dem Kulturbüro der Stadt Flensburg veranstalteten Nordischen Kulturtage las die norwegische Autorin Anne B. Ragde aus ihrem Roman "Hitzewelle" - dem letzten Teil ihrer Familientrilogie, die bislang in 21 Sprachen übersetzt wurde. Anders war der Literaturabend deshalb, weil die Norwegerin in ihrer Landessprache las. Dolmetscherhilfe bekam sie von der Hamburgerin Gabriele Haefs, die Skandinavistik studiert und auch ihre Bücher übersetzt hat.
In der Neshov-Trilogie geht es um die Familie des Schweinebauern und Sturkopfes Tor. Nach "Das Lügenhaus" und "Einsiedlerkrebse" wird in "Hitzewelle" verraten, wie die Familiengeschichte endet. Der letzte Teil der Trilogie beginnt mit dem Selbstmord des Bauern Tor, den seine leibliche Tochter Torunn im Schweinestall auffindet. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie sich vorher mit dem Vater gestritten hat. Im Streit ging es ihre Weigerung, den zwar in der wunderschönen Fjordlandschaft von Byneset gelegenen, doch arg heruntergewirtschafteten Hof der Familie Neshov zu übernehmen.
Die in Oslo lebende Torunn lernte ihre merkwürdige Familie erst mit 36 Jahren kennen: den Vater und Schweinezüchter Tor und seine beiden Brüder Margido und Erlend - der eine Bestatter, der andere schwul, die beide seit der Kindheit auf dem Hof Wege gingen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Selbstmord des Hofbauern führt die Familie wieder zusammen. Und das nicht ohne Spannungen, weil die uneheliche Torunn in der nun anstehenden Erbschaftssache eine gewichtige Rolle spielt. Die Spannungen steigern sich noch, zumal Torunns beide Onkel hochtrabende Pläne haben: Erland will Designerwohnungen auf dem Hof einrichten, Margido, der Bestatter, ein großes Sarglager.
Die Geschichte nimmt einen turbulenten Fortgang, den die Autorin ebenso bildhaft und akribisch eindringlich wie amüsant erzählt. Die von ihr beschriebenen Szenarien sind Unterhaltung pur. Das staatliche norwegische Fernsehen hat die beiden ersten Bücher verfilmt. Die "Hitzeweile" sei auch schon abgedreht, berichtete Anne Ragde. Im zwanglosen Nachgespräch mit der Autorin klingen "familientherapeutische Züge" ihrer Trilogie an. Die heute 52-Jährige ist auf einem Bauerhof im westnorwegischen Hardanger geboren und lebt heute in Trondheim, das - wie sie berichtet - Hitlers einstiger Rüstungsminister Albert Speer "umbauen" wollte. Die familiären Wurzeln machen sie zur Insiderin bäuerlichen Lebens. Insoweit klingt die Beschreibung ihres familiären Umfeldes auch authentisch, wenngleich "Familienkatastrophen" nicht immer so dramatisch enden müssen wie die der Neshov-Famlie. Wie auch immer: Torunn ist, wie aus den Anfängen der Geschichte zu erfahren war, zu einer Entscheidung gezwungen, die ihr Leben und das ihrer Familie verändern wird. Wie diese Entscheidung ausfällt, muss der Leser nun selbst herausfinden. Hilfreich für ihn ist, wenn er zuvor der Reihe nach "Das Lügenhaus" und "Einsiedlerkrebse" liest.



Lesung



Maria Elisabeth Straub
"Sommer mit Emma"


Maria Elisabeth Straub (c) Regine Mosimann/Diogenes Verlag

Am Donnerstag, dem 17. September 2009 war die Autorin Maria Elisabeth Straub zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Roman "Sommer mit Emma" vor, den sie mit ihrer Co-Autorin Martina Borger geschrieben hat.

Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Eine Familie hat ein Hausboot gemietet und will einen anregenden Abenteuerurlaub auf englischen Gewässern verbringen. Luisa und Daniel freuen sich darauf, den Alltag zu vergessen und endlich wieder einmal Zeit füreinander zu haben. Ihre Kinder Lea und Jasper, beide im schwierigen Alter, haben dem Familientrip zugestimmt, weil auch Jaspers netter Freund Can mit von der Partie ist – außerdem wird Emma erwartet, Daniels bildhübsche Tochter aus einer Affäre vor fünfzehn Jahren, und im Übrigen müssen die Eltern ja nicht alles mitkriegen, was so passiert. Tatsächlich kommt es zu Ereignissen, mit denen niemand gerechnet hat, an Bord wird es eng. Eine Reise, die alles andere wird als eine Erholungstour, in raffiniertem Wechsel aus verschiedenen Perspektiven erzählt.



Über die Autorin:

Maria Elisabeth Straub wurde 1943 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitet seit 1970 als freie Autorin. Die Titel 'Katzenzungen', 'Kleine Schwester' und 'Im Gehege' schrieb sie gemeinsam mit Martina Borger.

»Das Kürzel Borger & Straub ist längst zu einem literarischen Begriff geworden. Die beiden Autorinnen mustern gnadenlos scharfsinnig die menschliche Psyche, steigern die Spannung meisterlich – und steuern ihre Geschichte schließlich kühl in ein unvermeidliches Verhängnis.« Angela Gatterburg / Der Spiegel, Hamburg



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.09.2009:

Bootsfahrt ins Ungewisse

Niebüll


dew


Lesung mit Maria Elisabeth Straub
Blumen für Maria Elisabeth Straub von Ronald Steiner. Foto: Wrege

Was das literarische Kult-Duo Borger & Straub wieder einmal gemeinsam zu Papier gebracht hat, verheißt dem Bücherwurm einen vergnüglichen Spätsommerabend. Auf 404 Seiten erzählen Maria Elisabeth Straub (Nordfriesland) und Martina Borger (Bayern) einen wahren Familienthriller, der vergnüglich-spannend beginnt und tragisch endet. Die Straub las daraus vergangenen Donnerstag in der Stadtbücherei.
Erneut haben die beiden einen Roman mit dem Titel "Sommer mit Emma" gemeinsam geschrieben - die eine in München, die andere im nordfriesischen Aventoft - zwar rund 1000 Kilometer voneinander entfernt, doch so als säßen sie beim Schreiben unter einem Dach. Kenner werden längst wissen, dass sich die beiden erstmals "in der Lindenstraße" trafen und die Fernsehserie (getrennt) mit Drehbüchern versorgten, um aber bald eine geistige Verwandtschaft zu verspüren, die letztlich zu gemeinsamem Schreiben führte.
Sparsam wie auf einer Autorenlesung zumeist üblich, führte "Marie" Straub auf 48 Seiten in die Geschichte ein. Sie spielt auf einem Hausboot in England, das sich eine Familie für eine Ferientour gemietet hat, um einerseits ein möglichst spannendes Abenteuer zu erleben und andererseits und vor allem die inneren, mit den Jahren lockerer gewordenen Familienbande wieder zu festigen. Doch wie gemütlich der Bug des Bootes das Fahrwasser durchtrennt, so rasant nimmt die Geschichte ihren Lauf - und das an einem Ort der Handlung, an dem es eng ist und an dem man sich nicht aus dem Weg gehen kann.
Der vierköpfigen Familie - Daniel und Luisa mit den Kindern Jasper und Lea (und deren Freund Can) - gesellt sich Emma dazu, Daniels süße Folge eines One-Night-Stands, aus den Staaten eingeflogen und von Heathrow abgeholt. An Bord wird es eng, nicht nur durch das sechsblättrige Kleeblatt, sondern auch durch Ereignisse, mit denen niemand gerechnet hat. Der Leser wird von Seite zu Seite neugieriger, lernt jedoch zuvor, von den Erzähltalenten Straub & Borger mal entzückend exakt, mal beißend-deftig beschrieben, die illustre Bootscrew kennen. Je nachdem von wem die Rede ist, wechseln die Autorinnen zu dessen Sprache über - mal zur Jugendsprache, mal zu deftigem Tobak, doch stets mit einem tiefen Einblick in das jeweilige Seelenleben verbunden. Der Leser bekommt Lust, es den beiden schreibend nachzutun - so schön kann Sprache zuweilen sein, die hier mal "abgekackt cool", mal "huckleberryfinnmäßig" oder "hammer beißend" wirkt, jedoch viel gesunden Witz versprüht. Verry english ist es zuweilen auch, wenn an Bord "fish'n chips" gegessen werden und Stout getrunken oder mit zweitbestem Cognac angestoßen wird. Irgendwann lernt man Émma kennen, von der Jasper sagt, er habe eine Schwester, die er nicht einmal kennt. Dank der detailgenauen Beschreibung der Lokalität und der Personen, ist der Leser schnell mit an Bord und macht eine Fahrt voller Verstrickungen mit.
Wie der "Sommer mit Emma" endet? Das muss der Leser selbst herausfinden. Den bei Diogenes (Zürich) erschienen Roman gibt's in der Bücherstube Leu, die die Autorenlesung mit Maria Elisabeth Straub zusammen mit der Bücherei ausgerichtet hat. Die Autorin lebt seit 20 Jahren in NF, las vor zwölf Jahren das erste Mal anläßlich der Leck/Niebüller Kulturtage und jetzt zum vierten Mal in der Bücherei. Büchereichef Ronald Steiner dankte der Straub mit einem Sonnenblumengebinde. Die gebürtige Pinnebergerin fühlt sich mittlerweile als Nordfriesin. Besondere Momente ihres schöpferischen Alltag sind die fast täglichen Begegnungen mit Briefträger Hermann. "Wenn ich Geburtstag habe, bringt er mir sogar einen Geburtstagskuchen mit."


Ausstellung



"Logo SHMF




Konkrete Kunst aus Deutschland -
5 Positionen


Erich Buchholz
Walter Dexel
Max H. Mahlmann
Heijo Hangen
Andreas Brandt


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2009
4. Juli bis 29. August 2009

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 9.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Deutschland".
Der Deutsche Kultursommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Vom 4. Juli bis 29. August 2009 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" Arbeiten von Erich Buchholz, Walter Dexel, Max H. Mahlmann, Heijo Hangen und Andreas Brandt.


Die Ausstellung "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" führt Werke von Malern aus drei aufeinander folgenden Generations-Abschnitten zusammen. Walter Dexel (1890-1973) und Erich Buchholz (1891-1972) gehören noch zur Väter-Generation des kon-struktiv-konkreten Gestaltens. Sie fanden den Weg dorthin kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Allerdings muss man sie zu den "jüngeren" Vätern dieser Kunst zählen, denn sie konnten sich an den Pionieren Piet Mondrian (1872-1965) und Kasimir Malewitsch (1878-1935) orientieren, die schon vor diesem Krieg oder gleich zu dessen Beginn über die Abstraktion zu konstruktivistischen Bildgefügen gelangt waren.
Max H. Mahlmann (1912-2000) hat sich die Werke dieser frühen Entdecker der konstrukti-ven Formensprache zunächst nicht als Vorbild nehmen können. Seine Studienjahre in Dres-den an der Akademie für Bildende Künste (1934-1938) fielen in die Zeit der Hitler-Diktatur und des Verbots solcher Kunst als "entartet". Bilder "entarteter" Künstler waren aus Museen, Galerien und dem Kunstschrifttum entfernt worden. Nach dem Studium wurde Mahlmann Soldat. Zu seinen ersten geometrischen Kompositionen kam er 1949 nach vierjähriger Mal-Entwicklung, während derer er expressionistische und abstrakte Bildwege erprobte. Nach dem Zeugnis von Andreas Brandt begegnen ihm vier Jahre später (1953) zum ersten Mal Bilder von Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962), den er daraufhin in Amsterdam besucht. Die Begegnung mit dem um dreizehn Jahre älteren Maler-Kollegen gibt ihm Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Jahr später sieht er in Köln eine Vordemberge-Schau und schreibt nach Amsterdam: "Ich danke Ihnen für Ihre große Befruchtung, die Sie mir durch Ihre Kölner Ausstellung gegeben haben".
Selbst dem 1927 geborenen Heijo Hangen waren, als er 1947 (zwei Jahre nach dem Ende des deutschen NS-Staates) sein Kunststudium an der Mainzer Landeskunstschule aufnahm, die Bilder und Plastiken der frühen Konstruktivisten ebenso unbekannt wie die Werke, mit denen die zweite Generation der strengen Gestalter bis zur Jahrhundertmitte die "Konkrete Kunst" weiterentwickelt hatte. Unter solchen Rezeptionsverzögerungen spricht es für die künstlerische Potenz und Formvitalität Hangens, dass er in den Jahren zwischen 1950 und 1953 aus eigenem Impuls den Weg über die Abstraktion zum konkreten Bild noch einmal ging, inmitten des überall wabernden Informel und ohne die bildnerischen Errungenschaften von konstruktiven und konkreten Malern wie Mondrian, Malewitsch, Dexel oder Bill zu kennen. Unter welchen Druck die Omnipotenz des Informel die Künstler damals setzte, lässt sich daran ablesen, dass Hangen noch 1954, also ein Jahr nach dem Erreichen der konkreten Position, zu einer Gruppenausstellung ein eher an Miro erinnerndes Bild lyrisch-surrealistischer Abstraktion einreichte, weil er befürchtete, man würde ihn mit einem konkret gebauten Werk nicht akzeptieren.
Andreas Brandt (geb. 1935) ging in Halle/Saale aufs Gymnasium und begann 1955 ein Kunststudium in Berlin. Sieben Jahre jünger als Hangen und begünstigt durch einen moderner Kunst positiv gegenüber stehenden Vater, spricht er davon, dass er schon als Gymnasiast der Abbildung eines Werkes von Vordemberge-Gildewart in einem Kunstalmanach begegnet sei und der Vater "gegenüber allen Zweiflern die Arbeit auf das heftigste" verteidigt habe. Daraus wird bei ihm aber keine Initialzündung, sofort so oder ähnlich zu malen, wie das 1919 der gerade mal 19 Jahre alte Architekturstudent Vordemberge-Gildewart getan hatte, als er konstruktivistischer Malerei begegnete. Brandt geht in den 1960er Jahren einen langen Weg, um sich von Landschaft und Figur zu trennen und 1969 zu konstruktiv geordneten Streifen-Bildern zu gelangen. Dabei stand allerdings nicht die europäische Moderne Pate, sondern es waren amerikanische Puristen wie Barnett Newman, Ad Reinhardt oder Frank Stella.

Walter Vitt




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.07.09.:

Ausstellung stimmt auf das Festival ein

Niebüll


dew


Ausstellung zum SHMF
Prof. Andreas Brandt und der Kölner Journalist Walter Vitt (r.) vor den Streifenbildern Brandts.
Foto: Wrege


Abstrakte Kunst verständlich zu beschreiben, ist ein wahrlich schwieriges Unterfangen. Der Kölner Rundfunk- und Fernsehjournalist Walter Vitt (73), beim WDR aus Politik und Kunst berichtend, schaffte es, in der Bücherei kunstliebenden Bürgern der Region eine Ausstellung der besonderen Art ans Herz zu legen. Im ICE-Tempo leuchtete er in die Tiefen einer Kunstrichtung hinein, deren Bezeichnung erst mitten in den Dreißigern vom Schweizer Max Bill ("Die Zürcher Konkreten") formuliert wurde. Er sprach von "Konkreter Kunst" und sagte über sie, sie sei in ihrer letzten Konsequenz Ausdruck von harmonischen Maßen und Gesetzmäßigkeiten... und sie ordne Systeme und gebe diesen Ordnungen mit künstlerischen Mitteln das Leben. "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" heißt die Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musikfestival (SHMF) 2009, die bis zum 29. August in der Stadtbücherei zu sehen ist. In einem Leporello zur Ausstellung hatte Walter Witt die heimischen Kunstfreaks schon mal neugierig gemacht. In der "brütigen Atmospähre" des kleinen Kulturtempels hielt er sich nicht lange auf und machte zunächst mit den Altmeistern Walter Dexel (1890-1973) und Erich Buchholz (1891-1972) und deren Spätwerken bekannt. Beide hoben sich aus der "schillernden Figurenmalerei" des Naziregimes ab, wurden als "entartet" geächtet, blieben in Deutschland und unterlagen dem Kunstverbot. Beide haben in der Tat auch längere Zeit nicht gemalt, und von beiden sind auch vornehmlich späte Werke bekannt, von Dexel, der Bewegung und Spannung in der Fläche bannte, und von Buchholz, der konstant positionierte Formen weiterentwickelte. Die drei Jüngeren, die "an der Wand der Bücherei hängen" (O-Ton Ronald Steiner) sind Max H. Mahlmann (1912-2000), Heijo Hangen und Andreas Brandt (Jahrgänge 1927 bzw. 1935). Mahlmann, berichtete Vitt, verzichtete auf Farbe und sah sein Werk als "begleitenden Ausdruck des technischen Zeitalters." Typisch für Heijo Hangen sind die an das Ying Yang erinnernden "halbierten Quadrate". Von Andreas Brandt sagte Vitt, seine "Streifenbilder" seien voran getriebene Reduktion. Er beharre auf dem, war im Geviert passiert. Fünf Vertreter der konkreten Kunst in der Bücherei. Fünf kurzgefasste Porträts von ihnen - und viele Fragen, auf die der Experte Walter Vitt Antworten wusste, die er im Nachgespräch mit den Besuchern dieser denkwürdigen Ausstellung vertiefte. Büchereichef Ronald Steiner präsentierte mittlerweile die neunte Ausstellung in Folge und die bisher zehnte insgesamt, von denen die letzten in das SHMF eingebunden waren und mit der bildenden Kunst des jeweiligen Länderschwerpunkts in Verbindung standen. Andreas Brandt, Kurator der Ausstellung, stellte erstmals in Niebüll aus. Er war auch der geistige Vater dieser in ihrer Art einmaligen Präsentation. Susanne Neubacher, Geschäftsführerin des "Vereins SHMF e.V." stimmte die Niebüller auf eine weitere Besonderheit des schleswig-holsteinischen Kunstsommers ein: auf das Gastspiel des weltberühmten Leipziger Gewandhaus-Quartetts (30. Juli, 20 Uhr Christuskirche Niebüll). "Man muss den Niebüllern schon mal für ihr Engagement danken", lobte sie das örtliche SHMF-Gremium und übermittelte den einheimischen Musikfreunden die Freude der Leipziger Streicher auf Nordfriesland - und deren Wunsch, "dass die Nordsee ja auch möglichst nahe dabei sein möge."


Puppentheater


Lauras Stern


Die Stadtbücherei Niebüll lud zum Puppentheater am Montag, dem 27. Juli 2009 in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Lauras Stern", frei nach dem Kinderbuch von Klaus Baumgart.



Lauras Stern
Infos zum Stück:

In einer Kombination von Schauspiel und Figurentheater wird dieses beliebte Kinderbuch auf die Bühne gebracht. Laura findet einen Stern. Er ist kaputt, aber was macht das schon. Mit einem Pflaster kann man ihn "heile machen". Trotzdem wird er von Tag zu Tag blasser, obwohl Laura den Stern liebt und ihn sehr umsorgt. Soll sie ihn wieder in den Himmel entlassen? Wie wird Laura sich entscheiden?

Solospiel mit Randi Kästner-Kubsch.
Die Inszenierung wurde gefördert durch das Land NRW.
Ausstattung und Bühne: Olga Sukhova
Regie: Detlef Heinichen, Bremen


Ausstellung



Inge Wilkens


"Notate"


7. März - 9. April 2009



Drift 08

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 7. März 2009, um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.


Begrüßung
Ronald Steiner

Grußwort
Bürgervorsteher Uwe Christiansen


Einführung
Renate Buschmann


Die Künstlerin war anwesend.





Inge Wilkens

1942 in St. Margarethen, Kreis Steinburg geboren
1962-65 in Flensburg Pädagogik, Schwerpunkt Kunsterziehung studiert
1965-73 in Schulen und in der Lehrerfortbildung Kunst unterrichtet
1973-93 auf Föhr mit der Familie als freischaffende Malerin gelebt
seit 1993 Atelier in Holzacker/Nordfriesland


Einzelausstellungen (Auswahl)

1983 Galerie Stücker, Brunsbüttel
1985 Kunstverein Menden
1986 Galerie Danielsen, Flensburg
1987 Zentralbibliothek, Aabenraa
1992 Kunsthaus Reichenstraße, Itzehoe
Palais' Quasi non possidentes', Glückstadt
1993 Galerie Lüth, Halebüll m. L Figueroa
1995 Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel
Galerie Stücker, Brunsbüttel
1996 Galerie Samtleben, Potsdam
2000 Galerie Lüth, Halebüll





Aus der Wochenschau vom 05.04.2009.:

Bilder vom Werden und Vergehen

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Inge Wilkens
Stadtbüchereileiter Ronald Steiner und die Künstlerin Inge Wilkens.
Foto: Beate Kneißler

Die Stadtbücherei zeigt bis zum 9. April Bilder und Objekte der norddeutschen Künstlerin Inge Wilkens. Stadtbüchereileiter Ronald Steiner freute sich, dass es ihm nach Jahren endlich gelungen ist, die Künstlerin für eine Ausstellung gewinnen zu können. Steiner: "Das Warten hat sich gelohnt. Es ist eine wunderschöne Ausstellung." Zur Eröffnung überbrachte Bürgervorsteher Uwe Christiansen herzliche Grüße der Stadt, einleitende Worte sprach die Pädagogin Renate Buschmann aus Flensburg. In ihrem Vortrag nahm sie das Publikum mit auf einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung mit dem Titel "Notate". "Aus einem Verfall entsteht etwas Neues", umschrieb Renate Buschmann Eindrücke über die Werke der Künstlerin. "Inge Wilkens arbeitet sehr heftig und schnell. Es wird zugemalt, wieder weggekratzt,weggemalt, zerstört beim Wegkratzen, es wird beschichtet, es wird mit Asche gearbeitet. Und was entsteht, ist fragmentarisch. Das ergibt einen Freiraum, etwas völlig neu zu denken. Diese Spuren entstehen wie schnelle flüchtige Notierungen von etwas sehr Essentiellem", so Buschmann. "Ihre Reihungen sind immer schon Notate gewesen, nichts anderes als aufgezeichnete Spuren einer Auseinandersetzung." Inge Wilkens arbeitet mit sogenannten Gouachen, deckenden Wasserfarben, die sie mit verschiedenen Aschearten oder Talkumpuder versetzt, aufraut und wieder glättet. Ein Vorgang von Zerstörung und Wiederherstellung. "Es ist mein Anliegen aus allem etwas zu machen und Zustände durchzustehen. Ich arbeite nicht von vornherein mit einem fertigen Konzept, sondern durch den Vorgang entsteht das Bild", sagte Inge Wilkens am Rande der Veranstaltung. "Meine Bilder für die Ausstellung hier in der Stadtbücherei habe ich aus zehn Jahren meiner Arbeit zusammengestellt und sie haben alle eine Verbindung zur Schrift, zur Schrift als abstraktes Zeichen." Die von ihr gewählten Motive zeigen Landschaften, Schrift oder Boote geprägt von der Nordseelandschaft, von Urgewalten. Sie zeigt keine heile Welt, ihre Motive bewegen sich im Prozess von Werden und Vergehen. Wilkens: "Ich zeige, was es sein kann, auch im menschlichen Leben". Während der Öffnungzeiten der Stadtbücherei montags bis freitags von 9.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr außer mittwochs sowie samstags von 10 bis 12 Uhr können Besucher die Bilder und Objekte von Inge Wilkens besichtigen.



Lesung


Sandra Dünschede
"Friesenrache"



Cover Friesenrache

Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede präsentiertr ihren 3. Nordfriesland-Krimi.

Am Freitag, dem 13. März 2009 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Friesenrache" vor. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Maisernte in Nordfriesland. Urplötzlich kommt die Mähmaschine zum Stillstand. Zwischen ihren scharfen Messern hängt ein toter Mann: Kalli Carstensen. Unfall oder Mord? Für Kommissar Thamsen keine Frage, denn der Friese hatte viele Feinde im Dorf - jeder mit einem Motiv, aber nicht jeder mit einem Alibi.



Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman "Deichgrab", für den sie dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet wurde.







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 19.03.2009:

Verwirrende Spuren gelegt

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sandra Dünschede
Sandra Dünschede signierte nach der Lesung ihre Bücher.
Foto: Wrege

Nach "Deichgrab", "Nordmord" und dem Düsseldorfer "Solomord" ließ es die gebürtige Nordfriesin Sandra Dünschede in ihrem insgesamt vierten und dritten südttondernschen Krimi etwas gruseliger angesehen. Gruselig deshalb, weil die Krimi-Leiche nicht irgendwo, sondern ausgerechnet in einem Maisfeld aufgefunden wurde - und dann auch noch in den Messern eines Feldhäckslers und nicht weit von Risum-Lindholm entfernt, wo auch die Autorin einst zu Hause war und ihre drei NF-Thriller allesamt im heimatlichen Umfeld spielen lässt. Das mag auch der Grund gewesen sein, dass die Bücherei, wo die Dünschede aus ihrem vierten Krimi las, aus allen Nähten platzte. "Über hundert Zuhörer - so viele hat's bei Lesungen noch nicht gegeben", staunte Büchereichef Ronald Steiner, der seinen Stammgast herzlich willkommen hieß. "Gestern noch in Leipzig bei Buchmesse - heute in Niebüll", klopfte sich der Niebüller Diplom-Bibliothekar auf die Brust, von wohlgefälligem Kopfnicken der überwiegend weiblichen Lesungsbesucher begleitet. In der Tat war man geneigt zu denken, dass nur Frauen lesen. "Männer lesen nicht", hieß es auch sehr bestimmt aus dem Munde einer NDR-Reporterin, die die Dünschede auf die Schnelle interviewte und in der von Spannung geladenen Atmosphäre des kleinen Kulturtempels von Seite 1 bis 81 auf Tätersuche mitging. Worum ging's? "Kalli ist tot!" Mit dieser Nachricht platzt Haie Ketelsen, Schulhausmeister in Risum und Alleswisser im Dorf, zu Tom und Marlene in die Küche, wo den beiden der Appetit aufs Frühstück vergeht, als Haie ihnen erzählt, was er aufgeschnappt hat. Im Maisfeld habe er gelegen. Ingwer habe ihn entdeckt, als ihn die Messer seines Häckslers erfasst hätten. Kriminalhauptkommissar Thamsen sei auch schon da. Durch das Blaulicht sei Haie aufmerksam geworden, und der Fundort sei abgesperrt. Ingwer sei ganz schön geschockt gewesen, will er vernommen haben. Die Geschichte nimmt dann schnell ihren Lauf. Hauptkommissar Thamsen beginnt die Ermittlungen. Das Dorf, in dem sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet, setzt zu Spekulationen an . In der Kneipe ist die Hölle los. Ist er ermordet worden? War es ein Unfall oder ein natürlicher Tod? Alle wissen, dass Kalli nicht sehr beliebt war. Viele im Dorf sind nicht wirklich geschockt von seinem Tod oder gar traurig. Das heizt das Rätselraten nur an. Der Polizeibeamte Thamsen tappt im Dunkeln, lässt sich jedoch von Haie, der immer eine Menge weiß als andere, ein wenig auf den einen oder andern Pfad seiner Ermittlungen mitnehmen. Eine vermeintliche Spur führt sogar nach Wyk auf Föhr, wohin ein Ex-Risumer nach dem Tod seiner Birthe "emigriert" ist und der , wie man im Dorf weiß, nicht gut auf den toten Kalli zu sprechen ist. Sandra Dünschede legt zielstrebig mehrere Spuren, bezieht den Leser und Zuhörer in die Ermittlungen ein, macht aber schnell an einem Punkt halt, um auf die nächste Fährte zu wechseln. Diese, verrät sie, führt irgendwann zum Ziel. "Der Fall wird aufgeklärt", verspricht sie. Als sie ihren Krimi zuklappt und ihre Zuhörer zu Fragen ermuntert, ist sie kaum enttäuscht darüber, dass keine kommen. "Eine Krimiautorin fragt man besser nicht - und schon gar nicht nach dem Täter", ist aus dem Raunen der Krimifans zu vernehmen. Auf Tätersuche müsse man schon selbst gehen. Die Spur führt über die Bücherstube Leu, wo der Krimi zu haben ist. Viele der Besucher griffen wegen kaum zu bändigender Erwartung schon vor und nach der Lesung zum Buch, ließen es sich von der Dünschede signieren, um schnell den Heimweg und womöglich auch eine schlaflose Kriminacht anzutreten.



Statistik 2008


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.01.2009:

Bücher bleiben die Nummer eins

Niebüll


dew


Stöbern in der Stadtbücherei
Ronald Steiner mit Leserin Birte Christiansen im Gespräch. Foto: Wrege

Die Stadtbücherei Niebüll schreibt weiterhin eine Erfolgsgeschichte. Mit 163 485 Ausleihungen setzte sie eine neue Rekordmarke. "Es hat mich total umgehauen", freute sich Büchereichef Ronald Steiner, als der Computer am Jahresende diese Zahl verriet. Während des Jahres hätten sich zwar schon Anzeichen eines erneut "guten Ergebnisses" ergeben. Doch die aktuellen Daten lagen am Ende deutlich höher. Die Mediensteigerung, ermittelte Steiner, lag bei den Ausleihungen von DVDs und CD-ROMs. Doch das Buch bleibt eindeutig immer noch die Nummer eins. Vergleichsmarken bieten die Jahre 1980 mit rund 50 000 und 1988 mit über rund 81 000 Ausleihungen. Seit 1980 verdreifachte sich die Ziffer - und seit 1988, als die Bücherei von der Markt- in die Hauptstraße umzog, verdoppelte sie sich noch einmal. Von den Entleihungen entfallen 92 246 auf Bücher, 10 997 auf Zeitschriften, 1 311 auf Videos, 12 605 auf CDs, 26 805 auf CD-ROMs und DVDs, 5 802 auf Cassetten, 3 825 auf Taschenbücher und 2 469 auf Spiele. Der Bücherei stehen insgesamt 37 668 Medien (2007 = 35 221) zur Verfügung, davon unter anderem 28 854 Bücher, 2 396 CDs, 829 Videos und 1 819 CD-ROMs und DVDs. Im büchereiinternen Leihverkehr besorgte sich die Bücherei 1 475 Medien und lieh deren 968 an andere Büchereien aus. Die Stadtbücherei war 2008 an 249 Tagen zusammen 1 398 Stunden geöffnet. Die Bücherei trägt mit ihren Offerten auch einem mehr und mehr veränderten Freizeitverhalten Rechnung. Es wird nach wie vor gelesen, es werden aber auch gerne Filme gesehen, wie die Steigerung bei den "runden Scheiben" andeutet. Neu unter den gefragten Spielen sind die der "Sims" und beliebt unter den Büchern- obwohl nicht jedermanns Gusto - die Fantasy-Romane, um auch einmal in eine andere Welt abzutauchen. "Hier machen Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder keinen Unterschied", hat Ronald Steiner beobachtet. In der Sparte Belletristik und Taschenbücher landeten außer Stig Larssons drei Super-Krimis Ken Follets "Die Tore der Welt", Cornelia Funkes "Tintenherz" und Christopher Paolinis "Eragon. Die Weisheit des Feuers" auf dem Treppchen. Weit unterhalb der Gürtellinie drückte die Bücherei ausnahmsweise mal die Augen zu und bot Charlotte Roches "Feuchtgebiete" (laut "Stern" Bestseller des Jahres 2008 und verkauft in 26 Länder) aus ihrem Bestand an. Unschlagbar bei den Sachbüchern war Kerkelings "Ich bin dann mal weg". Und erstaunlich häufig wurde von mehreren Altersgruppen das "Filzen" verlangt. Zu Gast war in der Bücherei Autorin Stefanie Baumm mit ihrem neuen Krimi. Erwartet wird erneut Sandra Dünschede mit einem weiteren Krimi, der auch in Südtondern spielen soll. In der Bücherei liefen Ausstellungen mit Fotos von Alexanders Rodtschenko und mit Arbeiten von Jürgen Ferdinand Schlamp sowie Otto Beckmann. Auch wird sich die Bücherei am Rahmen des SHMF 2009 (Thema Deutschland) beteiligen und eine Ausstellung von Andreas Brandt zeigen. Im vergangenen Jahr feierte die Stadtbücherei im Andersen-Haus ihr 20-jähriges "Standort-Jubiläum". Erfolg und Beliebtheit hat sie zu einem gewissen Teil auch der Lage mitten in der Stadt zuzuschreiben und kommt mit ihrem publikumsfreundlichen und -wirksamen Offerten einem kleinen "Kulturtempel" gleich . In den Regalen befindet sich kaum etwas, das Staub ansetzt. Dafür sorgt eine überaus eifrige, wissbegierige und ebenso kritische Leserschaft.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.01.2009:

Kleine Leseratte steht auf Dinos

Niebüll


dew


Leser des Jahres 2008
Ronald Steiner beglückwünschte die Leser des Jahres Anja Motzkat und ihre Tochter Cora. Foto: Wrege

Leser des Jahres der Stadtbücherei Niebüll mit den meisten entliehenen Medien wurden die ehemalige Verwaltungsangestellte und jetztige Hausfrau Anja Motzkat (39) und Töchterchen Cora (5) aus der Südergath. Beide "verteidigten" damit ihren bereits 2007 errungenen "Titel", als sie sich über 1000 Medien - überwiegend Bücher - aus der Bücherei holten. Dieses Mal übertrafen sie diese Marke mit zusammen 1400 Medien, unter denen ebenfalls das Buch überwog. Klein Cora holte sich dessen 304 aus den Regalen bei Büchereichef Ronald Steiner. Sie hatte es mit den Dinosauriern, erzählte sie. "Dinos liebt sie über alles, Puppen erst an zweiter Stelle", bestätigte auch ihre Oma Gitta aus der Siedlung. Anja Motzkat liest täglich und beendet ihren Tag, bevor sie die Nachtischlampe ausknipst, mit dem Zuklappen ihrer Lektüre. Ihr Interesse geht querbeet durch alles Gedruckte, wenngleich ein guter Krimi eine deutliche Favoritenstellung einnimmt. Sie "schaffte" 1096 Medien, darunter auch einige "Scheiben" mit Musik und Filmen. Ehemann Ralf (39) war an der Bewältigung des Lesestoffs beteiligt - und die "erlesene Trophäe damit Familiensache. Der Gang zur Bücherei - zumeist am Sonnabend - ist für Anja Motzkat eine wöchentliche Pflichtübung. Tägliche Pflichtübung ist indes das abendliche Vorlesen am Bett von Tochter Cora. "Nach einem Kapitel Pippi Langstrumpf schlummert sie ein", berichtet die Mutter. Ihr und der Kleinen überreichte Ronald Steiner einen großen und einen kleinen Blumenstrauß.




Aus der Wochenschau vom 11.01.2009:

Ein Rekordjahr für Familie Motzkat und die Stadtbücherei

Niebüll


Wolfgang Pustal


Leser des Jahres 2008
Die eifrigsten "Leseratten" der Stadtbücherei würden mit Blumen belohnt: Bibliothekar Ronald Steiner, Anja Motzkat und Tochter Cora. Foto: Pustal

Die Stadtbücherei Niebüll erfreut sich auch im letzten Jahr eines weiter gestiegen Zuspruchs. "Wir blicken auf das beste und ausleihstärkste Jahr in unserer Geschichte zurück. So wurden aus unserem Bestand von jetzt weit über 37.000 Medien fast 163.000 Entleihungen erzielt. Genau waren es 163.485", freut sich Ronald Steiner über diese neuen Rekordzahlen. Damit legte die Zahl der Entleihungen um 11,5 Prozent gegenüber 2007 zu. "Wenn man die vergangenen 26 Jahre betrachtet, so hat sich unser Medienbestand mittlerweile mehr als verdoppelt und die Entleihungen haben sich fast verdreifacht", zählt der Leiter der Stadtbibliothek weiter auf. Im 2008 konnte die Stadtbücherei Niebüll auch noch zwei große Jubiläen feiern. Seit nunmehr 20 Jahren ist die Bücherei am heutigen Standort, dem ehemaligen "Bökingharder Hof" zu Hause, und seit 10 Jahren arbeitet sie mit dem bewährten EDV-System. "Es war ein schönes und interessantes Jahr, und jetzt sind wir gespannt, was das Jahr 2009 uns bringt", freut sich Ronald Steiner mit seinen Mitarbeiterinnen auf ein interessantes neues Jahr. Hier einige weitere Zahlen aus der Statistik des abgelaufenen Jahres: Der Bestand am Ende des Jahres 2008 betrug 37.668 Medien, davon 28.854 Bücher, 684 Taschenbücher, 1144 Zeitschriften, 2396 CDs, 829 Videos, 1819 CD-ROMs und DVDs, 67 Bilder in der Artothek, 826 Tonkassetten für Kinder und Erwachsene, 61 Spiele und neuerdings 127 X-Box beziehungsweise Playstation-Spiele. Von den 163.485 Entleihungen fallen 92.246 allein auf Bücher, 10.997 auf Zeitschriften, 1311 auf Videos, 12.605 auf CDs, 26.805 auf CD-ROMs und DVDs, 3825 auf Taschenbücher, 5802 auf Kassetten und 2469 auf Konsolenspiele. Bei dieser umfangreichen Statistik wundert es nicht, dass Bibliothekar Ronald Steiner auch wieder seine eifrigsten Leser ermitteln konnte. Die Familie Motzkat liegt hier mit insgesamt 1400 Ausleihen weit vor allen anderen Lesern und wurde von Ronald Steiner zur "Leser-Familie des Jahres" gekürt. Schon im letzten Jahr lagen Anja und Ralf Motzkat mit ihrer Tochter Cora mit 1015 Ausleihen af Platz drei. Das konnten sie im diesem Jahr sogar noch einmal deutlich übertreffen. "Ich lese immer noch am liebsten Dino-Bücher, bin aber auch ganz versessen nach Büchern mit Prinzessinnen und Feen", erklärt Cora ihre Vorlieben. Damit bracht es die Fünfjährige auf immerhin 304 Ausleihen. Ihre Mutter Anja hingegen nutzt die ganze Bandbreite des vielseitigen Angebotes der Stadtbücherei. "Ich lese gerne Krimis, leihe mir aber sonst alles querbeet aus, auch schon mal CDs und DVDs. Das Angebot hier ist einfach klasse", lobt die 39-Jährige das gute Angebot der Stadtbücherei. Zusammen mit ihrem Mann Ralf kam sie so auf sensationelle 1096 Ausleihen.


Ausstellung




Otto Beckmann


"Küstenstriche"


28. November - 23. Dezember 2008



Küstenstriche, 2008

Zur Eröffnung unserer Weihnachtsausstellung am Freitag, dem 28.11.2008 um 19.00 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Zur Eröffnung sprach Rüdiger Otto von Brocken.

Der Künstler war anwesend.




Otto Beckmann

1945 in Knüppeldamm / Mecklenburg geboren
1947 - 1951 Westerwanna bei Cuxhaven
1952 - 1958 Insel Föhr
1958 - 1966 Lübeck-Travemünde
1966 Abitur in Lübeck
1967 - 1970 Studium an der PH Flensburg, Fachrichtung Kunst
1970 Schuldienst in Hamburg und Beginn zahlreicher Einzelausstellungen sowie Beteiligungen im In- und Ausland.
1971 - 1981 verheiratet mit Henriette Cochius
1971 - 1985 Lehrer in Friedrichstadt und Wiederaufbau der Mühle "Emanuel" in Garding/Eiderstedt
1973 - 1983 mehrere Reisen nach Norwegen
seit 1975 Mitgliedschaft im Bundesverband Bildender Künstler
1985 Beendigung des Schuldienstes, seit dem freischaffend tätig
seit 1985 Beginn der Zusammenarbeit mit der Galerie Lüth in Halebüll bei Husum
1986 halbjähriges Reisestipendium nach Italien vom Kultusministerium Schleswig-Holstein
1988 - 1989 einjähriger Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lauenburg/Elbe als Stipendiat des Kultusministeriums in Schleswig-Holstein
seit 1989 Atelier und Druckwerkstatt in Hamburg und Schleswig-Holstein und Beginn der Zusammenarbeit mit Fritz Wutzdorff als Drucker
1992 Beginn gemeinsamer Projekte mit Falko Behrendt und Hans-Ruprecht Leiß (Ausstellungen, Mappen, Kataloge und Kalender mit dem Drucker Thomas Rauch)
1994 - 1998 mehrere Reisen mit Barbara Mannitz nach Amerika,Vietnam, Thailand und Laos
seit 1997 Mitglied der Künstlervereinigung Grænselandsudstillingen, Åbenraa, Dänemark
seit 2000 verheiratet mit Barbara Mannitz
2005 Reise nach Myanmar
2006 Reisestipendium der Aldegrever Gesellschaft nach Séguret/Provence


Mehr über Otto Beckmann:www.otto-beckmann.de





Aus der Wochenschau vom 14.12.08.:

Die unergründlichen Tiefen des Meeres

Niebüll


Beate Kneißler


Otto Beckmann
Der Maler und Grafiker Otto Beckmann: Noch bis zum 23.12. zeigt die Stadtbücherei Niebüll die Ausstellung "Küstenstriche".
Foto: Beate Kneißler

Bis einen Tag vor Heiligabend ist in der Stadtbücherei noch die Ausstellung "Küstenstriche" mit Radierungen des Hamburger Künstlers Otto Beckmann zu sehen. Miniaturbilder zeigen Boote, Wracks oder das Vorland bei St. Peter, Eiderland und Tönning. "Das Gefühl von den unergründlichen Tiefen des Wassers regt mich an, weil da soviel ist und man nicht begreift. Ich bin gerne da unten", beschreibt Beckmann seine Leidenschaft für das Meer. Der 1945 in Mecklenburg geborene Otto Beckmann arbeitete nach seinem Studium knapp 15 Jahre als Lehrer in Friedrichstadt bevor er 1985 als freischaffender Künstler tätig wurde. Seine Werke umfassen Techniken wie Zeichnungen, Collagen, Druckverfahren, Malerei und Objekte. Zu seinen Arbeiten gehören Figuren, Landschaften und "Briefe an das Meer".
Zur Eröffnung der Ausstellung in der Stadtbücherei sprach Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der "Husumer Nachrichten", einleitende Worte über den Künstler. Otto Beckmann suche stets die Nähe des Wassers. Am Meer finde er am ehesten Motive, die sich dem Maß verweigern und meditativen Zuständen nahe kommen. "Im Angesicht des Meeres beginnen die Bilder zu wandern und der Raum füllt sich mit Geschichten", zitierte von Brocken den Künstler Otto Beckmann. Beckmann wolle nicht Landschaft beschreiben oder gar abbilden, "sondern gültige Zeichen finden für Zustände zwischen Ruhe und Bewegung."
Bereits zum dritten Mal in Folge hielt von Brocken die Eröffnungsrede zur Weihnachtsausstellung in der Niebüller Stadtbücherei, die zur Eröffnung der Ausstellung "Küstenstriche" weit über die vorhandenen Sitzplätze hinaus belegt war. "Die Weihnachtsausstellung ist immer etwas Besonderes und wird vom Publikum besonders gut angenommen", so Stadtbüchereileiter Ronald Steiner.
Die Bilder des Malers und Grafikers Otto Beckmann sind während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei werktags außer mittwochs von 9.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.


Lesung



Stefanie Baumm
"Der Tod wartet nicht"


Stefanie Baumm


Am Donnerstag, dem 20. November 2008 war die Autorin Stefanie Baumm zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie las aus ihrem neuen Kriminalroman "Der Tod wartet nicht". Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Sehnsüchtig erwartet - der 2. Baumm.
Stefanie Baumm über ihr neues Buch:
34 Kinder verschwinden aus einem Waisenhaus in Südosteuropa. Die Behörden vermuten, dass sie Organhändlern in die Hände gefallen sind. Warum ist das den Tageszeitungen am 9. Juni 2006 nur eine kleine Meldung wert? Warum findet sich ein solches Verbrechen nicht auf der Titelseite wieder?
Mich veranlasst die Meldung zu recherchieren, und ich muss feststellen, dass solche Vorfälle in dieser oder anderer Form durchaus an der Tagesordnung sind, in den Medien aber kaum Erwähnung finden. Aus dieser Recherche ist letztlich "Der Tod wartet nicht" entstanden.
Leser von "Unsterblich wie der Tod" können sich auf ein Wiedersehen mit den Kommissaren Armin Stahl und Birger Harms und ihrem Kieler Ermittlerteam freuen. Schauplätze sind diesmal neben Kiel, Hamburg und Moskau unter anderem ein Gutshof auf dem Dänischen Wohld und der Badeort Strande.
Im Mittelpunkt des Romans stehen illegaler Organhandel und organisierte Kriminalität genauso wie die Abgründe, die sich auftun können, wenn es im Zwischenmenschlichen schwierig wird ... Dazu habe ich ein besonderes Holsteiner Thema eingeflochten - die Pferdezucht.


Stefanie Baumm geboren 1963 in Pforzheim, Baden-Württemberg,
seit 1970 in Schleswig-Holstein
verheiratet, drei Söhne (23, 18, 9 Jahre)
Jurastudium (abgebrochen), nach Kinderauszeit als Quereinsteiger ins Tageszeitungsgeschäft (u.a. Hamburger Abendblatt, dpa, Kieler Nachrichten)
parallel dazu Veröffentlichung erster Bücher
seit 2000 journalistisch nur noch für die Kieler Nachrichten tätig

Buchveröffentlichungen

1997 Der Gesang der Bäume, Dana Verlag, Bramsche
2000 101 Gründe keine Kinder zu kriegen, Rake Verlag, Kiel; 2002 in Lizenz Piper Verlag, München
2006 Unsterblich wie der Tod, Droemer Verlag, München
2008 Der Tod wartet nicht, Droemer Verlag, München


Warum schreiben?

Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, in der Bücher immer einen besonderen Stellenwert hatten, und war froh, als ich endlich selbst lesen konnte, was ich bis heute nach wie vor mit Leidenschaft mache.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben planen und so waren auch meine ersten schriftstellerischern Gehversuche spontan und eher zufällig und immer von dem Gedanken geprägt, "mal schauen, ob ich das kann". Diese Spontaneität hat mich bis zu meinem ersten Krimi begleitet.
Inzwischen arbeite ich konzeptioneller. Verträge im Hintergrund erfordern das. Dennoch ist Spontaneität immer noch etwas Entscheidendes für mich, um Literatur lebendig zu machen. Mit meinen Romanen möchte ich vor allem unterhalten. Die Menschen in eine andere Welt entführen und den Alltag vergessen lassen.

Mehr über Stefanie Baumm:www.stefanie-baumm.de





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.08.:

Autorin macht Leser neugierig auf ihren zweiten Krimi

Niebüll


dew



Stefanie Baumm liest in der Stadtbücherei Niebüll

Es war zwar nur ein Häppchen über den Tod, der nicht wartet. Doch dieser Happen macht Appetit auf mehr. Stillen kann man ihn im neuen Krimi der Stefanie Baum (45). "Der Tod wartet nicht" heißt der zweite Kriminalroman der im Holsteinischen lebenden Autorin. Die Bücherstube Leu und die Stadtbücherei holten sie nach Niebüll zu einer Lesung, in der die Krimi-Freunde schon mal wenig Gänsehaut verspüren durften.
Stefanie Baum - verheiratet, drei Söhne, ein Hund, eine Katze, drei Pferde - studierte zunächst Jura, brach aber ihr Studium ab, um zum Journalismus zu wechseln und für zwei norddeutsche Tageszeitungen zu arbeiten. Bei ihren Recherchen als Polizeireporterin machte sie mit den Schattenseiten menschlichen Daseins Bekanntschaft. 2006 schrieb sie ihren ersten Krimi. Jetzt las sie aus ihrem zweiten.. Die Zuhörer in der Bücherei erlebten eine faszinierende Frau, die fesselnd zu erzählen und vorzulesen und das Wort mit einer freundlichen und ansprechenden Verpackung zu umhüllen weiß.
Der unnatürliche Tod gehört zum Krimi wie das Salz in die Suppe. Auch in ihrem Zweitkrimi hat ihn Stefanie Baumm in den Fokus der Handlung gestellt - und das gleich vielfach. Weil man in einer Krimilesung dem nachfolgenden Lesen nicht zuviel vorweg nehmen darf, beschränkte sich die Baumm auf zunächst "nur" zwei Leichen. Die eine wurde am Ostseestrand angeschwemmt. Bei der andern handelte es sich um ein Kind, dessen Todesursache schleierhaft war.
Die Kriminalbeamten Armin Stahl und Birger Harms schafften es schnell, dem angeschwemmten Toten einen Namen zu geben. In der Pathologie war festgestellt worden, dass der Mann durch einen aufgesetzten Kopfschuss hingerichtet worden war. Über das Rätsel um den Tod des Kindes machte sich eine Ärztin her, der bald klar wurde, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen war.
Bei der Autorin fällt auf, dass sie sich gemeinsam mit den beiden Polizeibeamten akribisch genau auf die Suche nach der Lösung macht. Der Leser erhält Einblicke in die Methodik polizeilicher Ermittlungen und die Arbeit des Gerichtsmediziners sowie in das Feelimg eines gefühlskalten Killers, der im Töten "nur" die Erledigung eines Jobs sieht.
In der Uniklinik will einer Ärztin nicht in den Kopf, was mit dem Kind geschehen ist. Sie wird umso neugieriger, je deutlicher ihr bewusst wird, dass da "etwas nicht stimmt", weil die Krankenakte nicht greifbar ist und ihr bedeutet wird, dass es Dinge im Hause gebe, aus denen sie sich tunlichst heraushalten solle. Toter Junge, keine Akte, keine Antwort - und dann auch noch ein überraschend gestorbener Kollege, mit dessen Schlüsseln die junge Ärzte auf Recherche geht - und dabei fast von Leuten ertappt wird, die ebenfalls suchen, was sie sucht. Hier macht Stefanie Baumm einen Schnitt - und entäßt eine gebannte Schar von Zuschauern in die Ungewissheit.
Der Zweitkrimi der Stefanie Baumm spielt in Schleswig-Holstein und hat organisierte Kriminalität und illegalen Organhandel zum Thema. Und: der Leser wird eingeladen, in die Abgründe der menschlichen Seele hinab zu schauen.
Die Liebe zur deutschen Sprache sei es gewesen, die ihren Schwenk aus dem Jurastudium zu Journalismus und Schriftstellerei veranlasste. Es sei denkbar, dass ihre Krimis verfilmt werden. Auf Anfrage von Zuhörern sagte sie, dass sie mit dem Filmen nix am Hut habe, dass ein Drehbuch eine ganz andere Spezies von Schreiben wäre und dass sie sich den Axel Milberg auf keinen Fall als einen ihrer Kripobeamten wünsche. "Den mag ich nämlich nicht."


Lesung


Die Stadtbücherei Niebüll machte mit beim bundesweiten Vorlesetag am 20. November

Am bundesweiten Vorlesetag, dem 20. November 2008, lasen wieder zahlreiche Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vor. Mit dabei war auch die Stadtbücherei Niebüll.

Der bekannte Sylter Kabarettist Manfred Degen las aus dem Kinderbuch "Blauvogel" von Anna Müler-Tannewitz vor.

Der bundesweite Vorlesetag ist der diesjährige Höhepunkt von "Wir lesen vor", einer Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen, die 2004 ins Leben gerufen wurde. Der Hintergrund: Nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 - 10 Jahren spielt das Vorlesen eine Rolle. Ein Viertel aller 15-jährigen in Deutschland kann nicht richtig lesen, fast die Hälfte nimmt nie ein Buch zum Vergnügen in die Hand. DIE ZEIT und die Stiftung Lesen möchten mit ihrer gemeinsamen Initiative "Wir lesen vor" das Vorlesen und Erzählen in Deutschland wieder populär machen sowie den frühzeitigen Kontakt mit Büchern und die Lust am Lesen fördern. Nur wer schon als Kind die Liebe zum Buch entdeckt, wird sich auch als Jugendlicher und Erwachsener in der Welt der Buchstaben zu Hause fühlen. Zum fünften Mal rufen DIE ZEIT und die Stiftung Lesen zum bundesweiten Vorlesetag auf, an dem sich auch zahlreiche Prominente beteiligen. Partner des Vorlesetages sind die Deutsche Bahn AG und Skoda Automobil Deutschland, unterstützt wird der Vorlesetag von ACADEMIA-PRESS/STUDENTENPRESSE Internationale Presseauslieferungs GmbH, Borromäusverein e. V., Deutscher Bibliotheksverband e. V., Deutscher Verband Evangelischer Büchereien, Heilbronner stimme, Sankt Michaelsbund und SPIESSER.

Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter:www.wirlesenvor.de.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 22.11.08.:

Mit "Blauvogel" gegen Vorurteile

Niebüll


dew

Man kennt ihn sonst nur als Kabarettisten, Spaßvogel, Entertainer und kalauernden Kosmopoliten, der den Schönen und Reichen auf der Fährte ist - egal ob auf Sylt oder dort, wo die Sylter Urlaub machen. Doch es gibt auch einen ganz anderen Degen, der wunderschön zu erzählen und vorzulesen weiß. Kinder und eine Hand voll Erwachsene erlebten ihn am Donnerstag in der Bücherei, wo er im Rahmen der bundesweiten Aktion "Promis lesen für Kinder" einen super-spannenden Schmöker zur Hand nahm, daraus vorlas und Episoden aus dem Buch erläuternd miteinander zu verbinden wusste. Es war ein so genanntes "anderes Indianerbuch", nämlich Anna Jürgen's "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen". "Blauvogel" ist wahrlich kein Indianerschmöker, wie man ihn von Karl May kennt. Es ist die Geschichte des Jungen Georg Ruster, der als Neunjähriger von Irokesen gefangen genommen und unter dem Namen "Blauvogel" in ihren Stamm integriert wird, bei ihnen aufwächst und eines Tages einer der Ihren wird. Die Begegnung des weißen Jungen mit der Welt der Rothäute ist gleichsam das Aufeinandertreffen zweier offenbar unvereinbarer Welten und spielt im 18. Jahrhundert , als Engländer und Franzosen kriegerisch aufeinander trafen. Blauvogel kämpft zunächst mit seinem Heimweh. Doch mit der Zeit akzeptiert er seinen Namen, wie auch die Irokesen ihn akzeptieren. Blauvogel lernt Liebe, Achtung, Geborgenheit, Stolz und Treue kennen - und das alles von seinen Indianern. Für junge Leser mag der "Blauvogel" ein wichtiges Buch sein, räumt es doch mit manchem Vorurteil von den "barbarischen" Rothäuten auf. Aus dem Vielen, das Blauvogel von den Rothäuten lernte, pickte Degen die Bärenjagd und den Fischfang heraus. Die Autorin lässt den Leser an vielen Erlebnissen des Jungen teilhaben und ihn seinen Schmerz, die Ängste aber auch seine Liebe zu den neuen "Eltern" miterleben. "Ich habe das Buch schon vor zwölf gelesen", verriet Manfred Degen. "Meine Frau Erika hat es mir zuweilen aus der Hand gerissen - weil es eben ein wunderschönes Kinderbuch ist", fügte er hinzu. Es endet damit, dass Blauvogel, der zunächst von Colonel Bouquet und dessen Soldaten "befreit" und den Rothäuten entrissen wird, zu seinen Irokessen zurückkehrt und dort von seiner Ziehmutter mit den Worten in die Arme genommen wird: "Nun bis du ja wieder zu Hause."




Ausstellung


"Logo SHMF




Alexander Rodtschenko

Originalfotos

Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2008
05. Juli bis 30. August 2008

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 8.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Russland".
Der Russische Sommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Vom 5. Juli bis 30. August 2008 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Originalfotos von Alexander Rodtschenko.

„Das Neue sehen, selbst im Gewöhnlichsten, Alltäglichen...“ – die Ausstellung gibt mit berühmten Beispielen Einblick in das umfangreiche Werk von einem der ganz Großen in der Geschichte der Fotografie: Alexander M. Rodtschenko (1891 – 1956).




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.07.08.:

Russischer Sommer mit ungewöhnlichen Ansichten

Niebüll


dew


Ausstellung Rodtschenko
Über einen gelungenen Auftakt des künstlerischen Begleitrahmens zum SHMF freuen sich: Dr. Jörg Garbrecht, Prof. Dr. Chup Friemert, SHMF-Direktor Burkhard Stein, Büchereichef Ronald Steiner und Prof. Andreas Brandt.
Foto: Wrege


Das Schleswig-Holstein Musikfestival (SHMF) wirft seine Schatten voraus. Im Begleitprogramm des Festivals, das in diesem Jahr Russland gewidmet ist, läuft in der Stadtbücherei zurzeit eine Ausstellung mit Fotografien des Russen Alexander Michailowitsch Rodtschenko (1891-1956). Am Sonnabend war Ausstellungseröffnung. Die Bilder werden bis zum 30. August zu sehen sein.
Die Stadt Niebüll ist seit 2001 zum achten Mal mit Konzerten und Ausstellungen am SHMF beteiligt, erklärte Büchereichef Ronald Steiner. Den Anfang machte Finnland, gefolgt von Lateinamerika/Spanien, England, Tschechien. Japan, Holland und Ungarn. "Mit Russland machen wir auf hohem Niveau weiter", begrüßte Steiner Gäste und Kunstfreunde aus der Region und dankte den Förderern für die finanzielle Unterstützung, unter ihnen der Kulturstiftung der Nospa, dem Landeskukturverband und dem Stadtmarketing. Ein besonderer Dank galt Prof. Andreas Brandt, der die Idee zur Rodtschenko-Ausstellung hatte und die Fotos von Dr. Chup Friemert, Professor für Designtheorie und Designgeschichte an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, ausgeliehen hatte. Friemert hatte die Fotosammlung des Russen von einem seiner Nachkommen geschenkt erhalten.
Das Festival mit einer Ausstellung wie dieser zu begleiten, sei eine wichtige und kostbare Initiative, erklärte Burkhard Stein, Verwaltungsdirektor des SHMF. "Niebüll öffnet die Tore zur Kunst von Weltrang", lobte er die am SHMF beteiligte Stadt und empfahl den Musikfreunden, auch das Konzert mit Edin Karamasov (7. August Christuskirche) ja nicht zu versäumen.
"Für gute Fotos sollte man in ein Museum oder in die Stadtbücherei gehen", machte Dr. Jörg Garbrecht (Nolde-Stifung Seebüll) heimische Kunstfreunde und Amateurfotografen auf die Rodtschenko-Bilder neugierig. Er stellte den russischen Fotografen als wortkargen Mensachen mit glattrasiertem Kopf und als technikbegeistertes Multitalent vor. Garbrecht nahm ein "neuzeiltiches" Handy zur Hand und verglicht dessen Funktionsfülle mit den Fähigkeiten des Alexander Rodtschenko nicht nur als Fotograf, sondern auch als Maler, Grafiker, Architekt, Stadtplaner usw. Dem Bericht zufolge arbeitete der linksorientierte Rodtschenko der neuen Regierung zu, stellte sich in den Dienst der Partei-Agitation, entwarf 50 Plakate für "zig" verschiedne Zwecke sowie das Kaufhaus GUM - und galt sowohl als Praktiker als auch als künstlerisches Multitalent.
Der Schwenk in die fotografische Neuzeit kam mit der Leica, die die Ernst Leitz GmbH 1924 serienmäßig auf den Markt brachte und damit die moderne Kleinbildfotografie begründete. Rodtschenko erstand eine Leica und machte mit ihr unglaubliche Aufnahmen, die vorher noch nie gemacht wurden, als wollte er die Fotografie als neue Kunstform etablieren.
Garbrecht:" Er fand bisher nie da gewesene Ansichten, als könne nur der Fotoapparat das moderne Leben schildern." Ihn habe alles interessiert: der Rhythmus des Alltags, der Sport, das Turmspringen, der Zirkus. Der Bauchnabel, berichtete Garbrecht, sei für Rodtschenko eine Art Bezugspunkt gewesen - sowohl als Ebene, von der er "nach oben oder unten" fotografierte als auch als Punkt, von dem sich die Fotografie als eigenständige Kunst abnabelte. Doch danach sei die Fotografie zur Augenzeugen- und Schnappschussfotografie verkümmert, meinte Garbrecht.
Die in der Stadtbücherei ausgestellten Fotos entstanden in der Zeit von 1924 bis 1937. Sie zeigen Menschen, denen der Künstler begegnete, erzählen Begebenheiten, fangen Alltagsszenen ein, berichten aus der Welt des Zirkus und des Sports und stellen vieles aus völlig unerwarteten Blickwinkeln dar. Der Blick auf die fotografischen Arbeiten des Alexander Rodtschenko macht den Betrachter nachdenklich und lässt ihn rätseln, ob er dies und das in den Anfängen von Leica und dem 24x36er Rollfilm auch so gesehen hätte, wie der Russe, den die deutsche Kunstszene erst spät nach seinem Tode wahrnahm.


Puppentheater


Karlsson vom Dach


Die Stadtbücherei Niebüll lud zum Puppentheater am Montag, dem 11. August 2008 in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Karlsson vom Dach", nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren. Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Karlsson vom Dach Infos zum Stück:

Weil er viel allein ist, wünscht sich Lillebror nichts mehr auf dieser Welt, als einen eigenen Hund. Eines Tages schwebt in sein Zimmer ein wohlgenährter "Mann in den besten Jahren", der Hackfleischbällchen liebt und gerne Leute ärgert. Er hat einen kleinen Propeller auf dem Rücken und stellt sich als "Karlsson vom Dach" vor. Tatsächlich wohnt dieser kleine, selbstbewusste und ungewöhnliche Herr auf dem Dach eines Mietshauses, mitten in Stockholm. Die beiden freunden sich an, und für Lillebror gibt es fortan nur dieses Thema: Sein neuer Freund. Seinen Eltern kommt dies sehr merkwürdig vor, denn sie haben Karlsson noch nie zu Gesicht bekommen und glauben die Geschichten von einem fliegenden kleinen Mann auch nicht. Karlsson behauptet sogar "der beste Karlsson der Welt" zu sein, obwohl er Lillebrors Eisenbahn kaputt macht und er Dinge verspricht, die man gar nicht halten kann. Trotzdem ist Karlsson ein herrlicher Spielkamerad und steht Lillebror bei allen Abenteuern kräftig zu Seite. Was für ein Glück, dass Lillebror Karlsson getroffen hat, wo er sich doch so sehr einen Hund wünscht.
Eine Geschichte über die Kraft der Fantasie.


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 13.08.08.:

Abenteuer mit Karlsson vom Dach

Niebüll


Ursula Konitzki


Puppentheater Firlefanz
Grigorij Kästner-Kubsch mit Karlsson und Lillebror.
Foto: Konitzki


Man musste geschickt über die auf dem Fußboden sitzenden kleinen und großen Besucher im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses balancieren, die bei der Aufführung des Firlefanz-Theaters keinen anderen Platz mehr gefunden hatten. Freie Stühle gab es längst nicht mehr kurz vor Beginn der Kindervorstellung, zu der die Stadtbücherei eingeladen hatte. Büchereileiter Ronald Steiner hatte mit der Wahl des Veranstaltungsortes einmal mehr die richtige Entscheidung getroffen. "Die Stadtbücherei ist zu klein dafür", begrüßte er die vielen Kinder und ihre Angehörigen. Im Sitzungssaal steigt die Spannung der Kinder mit jeder Minute. Es ist sehr dunkel im Raum. "Jetzt geht's los!" ruft ein Knirps begeistert. "Endlich!" schiebt ein anderes Kind nach, als aus dem Lautsprecher plötzlich merkwürdige Geräusche dringen. Bei näherem Hinhören entpuppen sie sich als Geräusche einer bremsenden Eisenbahn. Ein Herr mit Hut und kariertem Sakko nebst einer Vielzahl von Koffern hetzt auf den Bahnsteig. Aber o weh! Er kommt zu spät und verpasst den Zug. Der Mann muss die Nacht auf einer Bank auf dem Bahnsteig verbringen. Der nächste Zug fährt erst am Morgen. Szenenwechsel: Angestrahlt von Scheinwerfern erscheint ein kleines Puppentheater auf der Bühne. Der Mann auf dem Bahnsteig träumt von einem kleinen einsamen Jungen namens Lillebror aus Stockholm, der sich sehnsüchtig einen Hund wünscht. Eines schönen Tages schwebt "Karlsson vom Dach" dank Propeller auf dem Rücken mitten hinein in das Kinderzimmer des Jungen im kleinen Handpuppentheater. Die beiden freunden sich an und erleben gemeinsam abenteuerliche Geschichten. Am Ende schlagen Karlsson und Lillebror sogar zwei Einbrecher mit einem platzenden Luftballon in die Flucht. Die Geschichte "Karlsson vom Dach" stammt aus der Feder von Astrid Lindgren und beschreibt die Kraft der Phantasie. Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch hat Karlsson und Lillebror Leben eingehaucht. Am Schluss der Geschichte taucht der Reisende mit seinen vielen Gepäckstücken wieder auf dem Bahnsteig im Sitzungszimmer auf und reibt sich verwundert die Augen. "Ist Karlsson nur eine Phantasie gewesen?" fragt er sich. "Wenn ich nur eine Phantasie bin", sagt der kleine Propellermann, "dann bin ich die schönste und beste Phantasie der Welt".
Das Schauspiel- und Figurentheater "Firlefanz" wurde 1983 in Dresden gegründet und hat heute seine künstlerische Heimat in Hagen. Das moderne Figurentheater hat traditionelle Elemente. Ausgebildete Puppenspieler setzen das Minitheater unter anderem auf Anfrage auch in Kindergärten, Schulen und bei Festen und Feierlichkeiten in Szene. Das Repertoire der Inszenierungen umfasst Kinderbuchgeschichten, Märchen und auch Opern für Kinder und Erwachsene. Das "Firlefanz-Theater" ist Begründer des Festvals "HANDfest" in Dresden und in Hagen. Die Puppenspieler werden von einem Förderverein in Hagen unterstützt. Der Verein arbeitet nicht kommerziell. Einnahmen aus den Vorführungen werden unter anderem in Bühnenbilder und Kostüme investiert. Die Gruppe besteht zurzeit aus elf festen Mitgliedern im Alter zwischen 25 und 78 Jahren.


Ausstellung





Aquarell, 2007
Jürgen Ferdinand Schlamp


"Der Gebrauch der Zeichen"


16. Mai - 01.Juli 2008







Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 16.05.2008 um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Der Künstler wird anwesend sein. Begrüßung: Ronald Steiner
Einführung: Hubert Eichheim, Athen



"Wer die Arbeiten von Jürgen Ferdinand Schlamp in einer Zusammenschau sieht, erkennt sofort die Einmaligkeit dieses Künstlers, der weder an einen anderen zeitgenössischen Maler erinnert, noch irgendwelchem Manierismus erlegen ist trotz seiner ausgeprägten Formen- und Zeichensprache. Aus scheinbar einfachen Motiven, wie Wasser, Blumen oder Blättern, entstehen Figurinen, die ihre konkrete und formale Herkunft vergessen lassen und nur noch geheimnisvoller Zierrat zu sein scheinen. Der Betrachter erhält so den Auftrag, dieser Formensprache auf den Grund zu gehen. Dabei ist es völlig egal, wo man anfängt zu fragen, wenn man wissen will, wie diese Welt funktioniert (Joseph Weizenbaum). Im Zwiegespräch mit dem Bild werden die im Gedächtnis gesammelten Erfahrungen an die Oberfläche geholt und über sämtliche Areale des Gehirns verteilt zum Wohle des Betrachters." (Hubert Eichheim)


"... Auf einmal entdeckt der Betrachter Formen, die nichts mehr mit dem Ausgangsbild zu tun haben. Auf weiteren Bildern isoliert J. F. Schlamp etliche davon und schafft auf diese Weise bunte, ganz eigenwillige Alphabete visueller Wahrnehmung. Er verblüfft den Rezipienten mit einer Formensprache, die an nichts Bekanntes erinnert. Schlamp vollbringt das kleine Wunder, in einer von Bildern überhäuften Welt doch noch etwas Neues und Eigenes zum Sehen zu geben. Er kann einem Motiv die Zeit lassen, bis es sich im Zuge seiner Befragung öffnet, entfaltet und verwandelt. Damit aber fallen die Bilder Schlamps nicht nur wegen ihrer originellen Formen positiv gegenüber vielem auf, was im aktuellen Kunstbetrieb offeriert wird: Spürt der Betrachter vor Bildern oft nur die Routine und Eile des Malers, kennzeichnet Schlamps Werke eine erstaunliche Ruhe. Gelassenheit und Leichtigkeit geht von ihnen aus. Um doch noch die Kunstgeschichte zu bemühen, könnte man ihre Wirkung am ehesten mit der von Matisse-Gemälden vergleichen. Der eigentliche Ertrag der Befragung besteht also nicht einmal in einem differenzierteren Sehen, sondern in der Erkenntnis, daß Zeit einer der wichtigsten Werkstoffe eines Künstlers ist. Vielleicht sollte man einen Satz Ludwig Wittgensteins daher nicht nur auf die Philosophen, auf die er gemünzt war, sondern ebenso auf die Künstler beziehen: "Der Gruß der Philosophen untereinander sollte sein: ‚Laß Dir Zeit!'". (Dr. Wolfgang Ullrich)


Biographie und Einzelausstellungen (Auswahl)

1942 geboren in München
1961-1964 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München
1964-1968 Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1967 Galerie Seyfried, München; Große Berliner Kunstausstellung (Sonderschau)
1968 Ernennung zum Meisterschüler
1969 Galerie im Centre, Göttingen; Große Berliner Kunstausstellung (Sonderschau)
1969-1971 Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1970-1971 Tutor (Elementarlehre für Visuelle Kommunikation) an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1971 Galerie diogenes im cubus, Berlin
1972-1984 Kunstlehrer in München
1984-1990 Aufenthalt in Thessaloniki, Griechenland
1998-2003 Lehrauftrag (Kunstdidaktik) an der Akademie der Bildenden Künste, München
1999 Staatliche Galerie in Zlata Koruna, Tschechien; Galerie im Griechischen Zentrum, München
2000 Goethe-Institut Thessaloniki, Griechenland; Goethe-Institut Beirut, Libanon; Goethe-Institut Tripolis, Libanon
2001 Schloss Kastelbell bei Meran, Italien; Stadtgalerie Prachatice, Tschechien
2002 Stadthalle Germering
2003 Stadtmuseum Klatovy, Tschechien
2004 Goethe-Institut Amman, Jordanien; Workshop an der Yarmouk-Universität, Irbid, Jordanien
2005 Französisch-Deutsches Kulturinstitut Ramallah, Palästina; Workshop an der Yarmouk-Universität, Irbid, Jordanien
2006 Philadelphia Galerie, Athen, Griechenland
2007 Goethe-Institut Casablanca, Marokko, Einführung in das Thema "Zeichen und Bedeutung" für Studenten der Superieur École des Beaux Arts Casablanca, Marokko
2008 Galleria Paolocci, Mendrisio, Schweiz

Jürgen Ferdinand Schlamp lebt und arbeitet in München und Maign.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.05.08.:

J.F. Schlamp:Ein Maler setzt Zeichen

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellung J.F. Schlamp
Vor der Stadtbücherei: Hubert Eichheim, Lisa Schlamp, Jürgen Ferdinand Schlamp, Ronald Steiner.
Foto: Konitzki


Längst hat sich weit über die Grenzen Niebülls herumgesprochen, dass die Stadtbücherei Garant ist für Bilderausstellungen namhafter Künstler. Jürgen Ferdinand Schlamp gehört dazu. Der in München beheimatete Maler und Kunstpädagoge bestückt in diesem Jahr dank des in Niebüll lebenden Kunstprofessor Andreas Brandt die Frühsommerausstellung mit 39 Arbeiten unter der Überschrift "Der Gebrauch der Zeichen". Der Künstler erlebte die Ausstellungseröffnung gemeinsam mit seiner Frau Lisa im Kreise vieler Kunstfreunde mit. Ein Weggefährte Schlamps, Hubert Eichheim aus Athen, hielt die Laudatio. Er führte die Besucher in die Welt der "leichten, luftigen und fröhlichen" Zeichen ein. Jürgen Ferdinand Schlamp hat sich Jahrzehnte lang als Kunstlehrer an Gymnasien und als Hochschullehrer mit der Vermittlung von Kunst auseinandergesetzt. Damit steht er, wie es hieß, in der Tradition von Josef Beuys und einigen seiner Schüler, die ihr eigenes Schaffen ebenfalls eng mit ihrer Tätigkeit als Kunstlehrer verknüpft haben. Schlamp setzt Zeichen, die sich, anders als im Unterricht, dem Betrachter nicht zwangsläufig erschließen. Während der Pädagoge Schlamp, wie Eichheim feststellte, auf die Zeichen hinweist und Hilfestellung für das Entziffern, Verstehen und Kreieren von Zeichen erteilt, entwickelt der Künstler Schlamp seine eigene und unter Umständen autistische und geheimnisvolle Zeichenwelt. Hubert Eichheim: "Es gibt wohl keine berufliche Tätigkeit, die mehr mit der Gestalt und Entwicklung des anderen Menschen zu tun hat, als der des Pädagogen und in unserem Fall des Zeichenlehrers und es gibt kaum eine Tätigkeit, bei der der individuelle Mensch mehr isoliert ist als die schöpferische des bildenden Künstlers." Der Bildbetrachter müsse, wie es Günther Grass formulierte, "die Zwiebel der Bedeutungen Schicht für Schicht enthäuten." Dabei werde Kreativität frei gelegt, die dem Individuum die Möglichkeit gibt, "sich mit neuen faszinierenden Wirklichkeiten auseinander zu setzen." In den Bildern Schlamps drängen sich farbliche und grafische Strukturen in den Vordergrund, die keine unmittelbare Bedeutung zu haben scheinen. Der Künstler zeichnet und aquarelliert Motive aus der Natur immer wieder in langen Serien, bis nur noch Zeichen der ursprünglichen Gegenstände übrig bleiben. Er überschreitet laut Eichheim mit Lust tradierte Grenzen der Assoziation und lädt den Betrachter ein, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen, die Zeichen miteinander zu verknüpfen oder in ihnen neue Wirklichkeiten zu entdecken. Jürgen Ferdinand Schlamp wurde 1942 in München geboren. An der Münchener Akademie und der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studierte er von 1961 bis 1968 Malerei. Bis 1971 schloss sich dann ein Studium der Kunstpädagogik in Berlin an. Von 1972 bis 1984 war er in München als Kunstlehrer tätig. In Marokko führte er Studenten der Superieur École des Beaux Arts Casablanca in das Thema "Zeichen und Bedeutung" ein. Die Arbeiten des Künstlers waren in Galerien vieler Länder zu sehen.



20 Jahre Stadtbücherei Niebüll im Bökingharder Hof


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.02.2008:

Bücherei ist ein "Kind" der Stadtsanierung

Niebüll


dew


Geschenkübergabe
Beate Jandt überreicht Ronald Steiner alte Ansichten aus der Niebüller Ortsmitte. Foto: Wrege

Am Wochenende war es genau auf den Tag 20 Jahre her, als die Stadtbücherei eingeweiht wurde. Dieses Datums gedachte eine Runde von Niebüller Bürgern im Andersen-Haus, das sich wie der ehemalige Bökingharder Hof der Tatsache erfreute, dass sich heimat- und traditionsbewusste Bürger für die Erhaltung stummer Zeugen der Vergangenheit einsetzten und ihnen zum Denkmalsschutz verhalfen.
Die Adresse Hauptstraße 46 war einst ein reetgedecktes Friesenhaus, das der Gastwirt Reimers 1890 an den legendären Lauritz Thamsen verkaufte. Dieser ließ das Haus abreißen und dort ein Hotel im Stil eines klassizistischen Bürgerhauses errichten. Zusammen mit dem aus dieser Zeit stammenden benachbarten Amtsgericht bildete es ein ortsbildprägendes Ensemble inmitten des alten Niebüll. Im Hause mit seinem "Kaisersaal" residierten Kröger und Hoteliers wie Carl Schröder, Emil Lange, Hermann Breuker und Franz Billinger. Mit ihren Namen änderte sich auch der Name des Hotels, das zuletzt Bökingharder Hof hieß.
Die Frage, was mit dem inzwischen stark herunter gekommenen Gebäude geschehen soll, ergab sich im Zuge der 1977 begonnenen städtischen Entwicklungsplanung. Dass es nicht dem Abrissbagger zum Opfer fiel, ist Altbürgermeister Heinz Loske und dem damaligen Magistrat zu verdanken. Loske verliebte sich in den einst totschicken Bau, der sich nach seinen Vorstellungen auch gut in das künftige die Stadtmitte prägende Bild einfügen würde.
Städtebaulicher Rahmenplan, städtebaufördernde Maßnahmen und Stadtentwicklung: der Bökinghader Hof wurde eines der vielen Projekte, die Anfang der Achtziger angegangen wurden. "Die Realisierung des Bökingharder Hofs war ein hartes Stück Arbeit", erinnerte Loske an eine "haarige" Finanzierung, die gemeinsam mit Grenzverein, Kreis, Stadt und Städtebauförderungsreferat zustande kam sich unterm Strich auf ein Volumen von 1,2 Millionen D-Mark belief. Der Niebüller Architekt Herbert Friis "verzauberte" den Bökingharder Hof in eine der schönsten Büchereien Schleswig-Holsteins, in der neben einer Wohnung auch die örtliche Plathe-Stube Platz fand. "Die Lage der Bücherei, ihre Nähe zur FPS, zum Rathaus und Haizmann-Museum führten zur Belebung der Innenstadt", erklärte Loske. Bei der Einweihung am 24. Februar 1988 hatte der Chef der Büchereizentrale Flensburg Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen erklärt: "Das Büchereiwesen im Lande ist führend in Deutschland, die Nordregion führend im Lande, der Kreis Nordfriesland führend in der Region und Niebüll Spitze in Nordfriesland."
"In einer schnelllebigen Zeit sind 20 Jahre durchaus eine Jubiläumsfeier wert", erklärte Büchereichef Ronald Steiner. Weil die Bücherei zu klein ist, finde die Feier im Andersen-Haus statt. Hauke Christiansen, gastgebender Bürgermeister des Abends, bezeichnete die Niebüller Bücherei als eine Institution, die nicht mehr wegzudenken ist. "Möge sie auch weiterhin ein interessanter Partner für eine lesefreudige Region sein." Bürgervorsteherin Anja Cornils: "Auch ich freue mich, namens der Stadt gratulieren zu dürfen." Nach ihren Worten hat sich die Bücherei wie die Stadt weiter entwickelt. Das Ehepaar Beate und Wolfgang Jandt vermachte der Bücherei zwei großformatige über 100 Jahre alte Ansichten aus der Ortsmitte des Marktfleckens Niebüll.



Märchenstunde in der Stadtbücherei


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.02.2008:

Geschichten zum Mitfiebern

Niebüll


stb


Peter Meseritzer in Aktion
"Märchenonkel" Peter Meseritzer erzählt seinen "Fans" von Aschenputtel. Foto: Stephan Bülck

In der Bücherei ist es mucksmäuschenstill. Die Kinder sitzen auf ihren roten Hockern und lauschen gespannt den Geschichten, die der Niebüller Peter Meseritzer für sie mitgebracht hat. Der 66-Jährige hat "Grimms Märchen" dabei, erzählt vom Aschenputtel, den Bremer Stadtmusikanten und dem Rumpelstilzchen. Gespannt verfolgen die jungen Zuhörer zwischen drei und zwölf Jahren, wie Aschenputtel am Ende ihren Prinz bekommt und die Schwestern für ihre Bosheit und ihre Falschheit bitter bestraft werden.
"So ein goldener Schuh - überlegt mal, was der heute wert wäre?", fragt Peter Meseritzer in die Runde. "Mehr als eine Milion Euro", ruft einer der pfiffigen Zuhörer. Der Vorleser lacht.
Peter Meseritzer ist sporadisch in der Bücherei, um vorzulesen - immer dann, wenn er eingeladen wird. Ansonsten wird die "Lesewelle" dienstags von 16 bis 17 Uhr von den ehrenamtlichen Vorleserinnen Karoline Friedrichs und Christa Kuhlmann, Gertrud Petersen und Lilo Marloth gestaltet. "Wir bilden dann mehrere Gruppen, je nachdem, welche Altersgruppen vertreten sind", sagt Karoline Friedrichs. "Heute sind es besonders viele junge Zuhörer."
Die Kinder, aber auch ihre Mütter, fiebern sichtlich mit, wenn sie die spannenden Märchen hören. Peter Meseritzer lebt die Geschichten, spielt verschiedene Rollen, verstellt seine Stimme, ist mal laut, mal leise und gibt jedem Charakter beim Vorlesen seine eigene Note.
Doch irgendwann ist auch der schönste Nachmittag zu Ende. Das letzte Märchen vom Rumpelstilzchen endet mit einem "Und wenn sie nicht gestorben sind...". Auf die Fortsetzung des Satzes braucht Peter Meseritzer nicht zu warten. "Dann leben sie noch heute", rufen die Kinder im Chor zurück und klatschen begeistert in die Hände.




Manfred Degen gastierte in Niebüll



Die Stadtbücherei Niebüll präsentierte Manfred Degen mit seinem neuen Programm "Haaalt! Hiergeblieben! Der Sylter Kabarettist gastierte am Freitag, dem 18.01.2008 in der Stadtbücherei Niebüll.

Manfred Degen Fällt auf dem Promi-Eiland Sylt der Name Manfred Degen, zucken die Menschen zusammen. Die Bewohner der norddeutschen Goldstaubinsel fürchten und lieben ihn, den Insel-Kabarettisten, Hofnarren und Nervensäge, Kult-Comedy-Star und Satiriker.
Seine Bücher werden Harry-Potter-like von seinen Fans gesammelt und die Karten für seine Kabarett-Abende in den Kursälen und auf den Kleinkunstbühnen des Landes werden im Sommer auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Fernsehlegende wurden seine Auftritte bei Karl-Dall und vor allem in der Götz-Alsmann-Show.
Eine eigene, sehr exklusive "Late-Night-Show" hat Manfred Degen jetzt auch regelmäßig auf der "MS Europa", wenn sie im Hochsommer vor der Sansibar dümpelt. Degen gelingt es immer wieder, mit launig erzählten, abstrusen und scheinbar unzusammenhängenden Geschichtchen den typischen Sylter fehlerfrei darzustellen: Geldgierig, rücksichtslos, laut, intrigant und doch auch eine Seele von Mensch.
("... jetzt spielen sie alle Golf, grobmotorisch Hochbegabte, zu faul zum Tennisspielen und zu feige zum Segeln, ziehen sie palavernd über die Heide, in Klamotten, mit denen sie jede Tuntenparty sprengen würden und prügeln Grasssoden Richtung Dänemark!")
Nach dem großen Erfolg seines Programms "Geld, Gier und Eitelkeiten" tritt er nun mit der Forderung "Haaalt! Hiergeblieben!" auf, einem kabarettistischen Amoklauf über die Insel Sylt. Degen macht die Türen auf und schaut sich in den Betten, Kühlschränken und auf den Schreibtischen der Insulaner um. Mit Liebe und Leichtigkeit, mit Augenzwinkern und charmanten Tabuüberschreitungen entlarvt er den Sylter als Schlitzohr, Hallodri und Lebenskünstler, der mit mediterraner Gelassenheit das Leben an sich vorbeirauschen lässt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 22.01.2008:

Humoriger Rundumschlag

Niebüll


dew


Manfred Degen in Aktion
Manfred Degen traf in der Bücherei den Geschmack seiner Zuhörer. Foto: Wrege

Ronald Steiner hatte mal wieder ein glückliches Händchen. Mit der Präsentation des Sylter Comedy-Stars Manfred Degen brachte er einen kräftigen Schuss guter Laune in die tristen Januar-Tage. Wer das Glück hatte, eine Karte für den Degen-Abend in der Stadtbücherei zu bekommen, wird noch Tage nach der deftigen Kost von der "Goldstaubinsel" nachzukichern haben.
Manfred Degen, Jahrgang 1949, jedoch allenfalls gefühlte 35 Jahre jung, malochte einst am Fahrkartenschalter der ehemaligen Deutschen Bundesbahn in Westerland, wo er durch die Sprechluke hindurch seine humorigen Fähigkeiten zunehmend soweit entfaltete, dass sie eines Tages ausreichten, sich vom Beamtenstatus abzunabeln und zum freiberuflich Schaffenden der heiteren Muse zu wechseln. Seither ist Degen ein gefragter Ulkvogel, der sein geistiges Futter auf der Insel der Reichen und Schönen aufpickt.
Längst ist Degen, dem man eine Fülle von Attributen wie Hofnarr, Nervensäge, Satiriker oder Wortakrobat zuerkannt hat, einer, den man der Reihe der deutschen Komödianten zurechnen kann - weniger der "Sat 1-Garde", die vom puren Klamauk lebt, sondern mehr jenen aus der Garde der Heinz Erhardt und Peter Frankenfeld.
War es zunächst der fröhliche Nonsens aus dem Sylter (Urlaubs)Alltag, so hat er längst den Radius seiner humorigen Rundumschläge erweitert und bezieht alle Kontinente in seine satirischen "Mitteilungen" hinein. Die Fähigkeit, den Leuten aufs Maul zu schauen, Beobachtungsgabe, Belesenheit "von Shakespeare bis RTL 2" und Detailgenauigkeit machen das amüsante Zuhören zu einem Genuss. Lautes Lachen wechselt beim Zuhören in permanentes Kichern über. Degen zwei Stunden zuzuhören, erfordert Kondition.
Wieder mal kamen die Sylter und deren Gäste in seinem neuen Programm "Haaalt! Hiergeblieben!" eine gute Portion Satire ab. Vom Wetter wechselte er aufs Fahrrad, radelte zum Fisch-König Gosch nach List, traf die "Dosenpfand-Domina" Claudia Roth und berichtete, das auch seine Frau eine "Grüne" wäre und dass das in Ordnung sei und hätte schlimmer kommen können." Ein Möwenschiss auf den Kopf bringe Glück, lehrte er, und Möwengeschrei sei weitaus schlimmer als der Musikantenstadl. Ältere Gäste warnte er davor, "den Heesters zu machen" und den nördlichen Nachbarn attestierte er, das Dänische sei keine Sprache, sondern eine Halskrankheit. Dem Sylter Hauseigentümerverein berichtete er, nach der Abreise eines polnischen Gastes freue sich der Vermieter zumeist über ein frisch gefliestes Badezimmer. "Beim Verein hat keiner gelacht", fügte er hinzu.
Degen versteht es immer wieder, sprachlich zur Hochform aufzulaufen. Wenn seine teils grelle, teils liebevoll spöttelnde Beschreibung von Menschen und Zuständen gefährlich nahe der Gürtellinie (oder auch mal darunter) gerät, versteht er es, ganz schnell eine verbale Vollbremsung einzulegen.
Sylter Bürger, die erst nach Saison und Weihnachtsgeschäft Urlaub zu machen pflegen, sind schockiert, wenn sie irgendwo auf einem fremden Kontinent von einem dienstbaren Geist mit "Moin Moin" begrüßt werden. Wer von der Insel in die Gefilde der Kultur reisen will, müsse drei Stunden Bahnfahrt in Kauf nehmen. "Es gibt aber auch Leute, die sagen, eine halbe Stunde Bahnfahrt reicht", lobte er die schallend lachenden Niebüller. Zwei Stunden Degen: nach Dutzenden von Kalauern, feinsinnig gestrickten Wortspielen, derber Kost und doppelsinnigen Pointen reichte es. Die Bauchmuskeln schmerzten. Zum Ablachen gab er den Vätern und Müttern eine Jauch-Frage auf den Weg: sie mögen die Kinder nach dem höchsten Berg im Harz fragen - ihnen aber gleich dazu sagen, dass sie nicht mit "Hartz IV" kommen sollten.
"Bis zum nächsten Mal", verabschiedete sich der Gast von der Insel bei seinen Niebüller Fans, die lebhaft nach seinen achten Buch griffen, das nicht nur das "Leben auf der Goldstaubinsel" schildert, sondern auch einem Slalom durch eine Welt abstruser Alltäglichkeiten gleicht.



Statistik 2007


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.01.2008:

Lesehunger: Rekord in der Stadtbücherei

Niebüll


dew


Stöbern in der Stadtbücherei
Auf der Suche nach neuem Lesestoff findet so mancher Büchereibesucher beim Stöbern kleine Kostbarkeiten. Foto: Wrege

Mit 146 605 Entleihungen hat die Stadtbücherei Niebüll abermals zugelegt und ihren Rekord von 2006 um 2266 Entleihungen oder 1,6 Prozent übertroffen. Das teilte Büchereichef Ronald Steiner nach der Weihnachts-/Neujahrspause mit. Medium Nr. 1 bleibt nach wie vor das Buch mit nahezu 85 200 Entleihungen, gefolgt von der CD-ROM/DVD mit 23500 und der CD mit 11 000 Entleihungen.
"Wenn wir vom bisher erfolgreichsten Jahr zurück blicken, hat sich in 25 Jahren die Zahl der von uns angebotenen Medien mehr als verdoppelt und die Entleihziffer nahezu verdreifacht", ist Steiner stolz auf die Ergebnisse mit steter Steigerung. Der seit 1981 anhaltende Boom ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Bücherei mit der Zeit gegangen ist, und sich dem breit gefächerten Interesse kulturbewusster "Kunden" angepasst hat. Die Stadtbücherei ist nicht nur wegen ihrer Lage eine Top-Adresse geworden und dazu auch noch Veranstaltungsort von Lesungen, Ausstellungen und anderen Events wie dem lustigen "Warm Up 2008" am 18 Januar um 20 Uhr mit dem Sylter Kabarettisten Manfred Deegen.
Ende 2007 zählte die Bücherei 35 221 Medien - Bücher, Taschenbücher, CDs, CD-ROMs/DVDs, Bilder, Tonkassetten, Spiele und Playstation-Spiele. 2007 wurden 1600 neue Medien angeschafft und 973 an andere Bücherei im Austausch abgegeben.
Renner unter den Büchern waren im Bereich Belletristik Joanne K. Rowlings letzter "Harry Potter", dessen acht Exemplare ständig ausgeliehen waren, ferner Cornelia Funkes "Tintentod" und "Tintenherz", Donna Leons "Wie durch ein dunkles Glas" und Mankells "Die italienischen Schuhe". Bei den Sachbüchern war Hape Kerkeling mit seinem "Ich bin dann mal weg" nicht zu schlagen. Diese lokale Reihenfolge der Top-Titel entsprach auch der der offiziellen Bestsellerlisten. Beim vorwiegend von Schülern nachgefragten Sachbuch freilich ist ein Rückgang zu verzeichnen, weil man durch Googeln am PC ebenso schnell und noch bequemer zu den gewünschten Infos kommt. Sehr gern wird auch in den Bestand an Hörbüchern gegriffen - vornehmlich von Hausfrauen und Autofahrern.
Gut angenommen wurden die Ausstellungen in der Bücherei. Die Kunstfreunde sahen Bilder von Käte Lassen, Victor Vasarely, Bettina Albrecht und Friedel Anderson. Lesungen von Sandra Dünschede ("Deichgrab" und "Nordmord") und Bodo Schmidt ("Die Herdmanns"), der Auftritt eines Zauberers und des Firlefanz-Theaters füllten den Veranstaltungskalender. Am Dienstag (15. Januar) startet wieder die Lesewelle für Kinder. Während des Zeit des Schleswig-Holstein Musikestivals (Thema Russland) 2008 ist eine Fotoausstellung des Malers, Grafikers und Fotografen Alexander Michailowitsch Rodtschenko geplant.
Am ersten Öffnungstag des neuen Jahres herrschte bereits wieder Hochbetrieb in der Stadtbücherei, in der über 3000 Medien bewegt wurden: 1485 Ausleihungen und 1582 Rückgaben. "Wahnsinn!" sagte Ronald Steiner.



Ausstellung



01.-22. Dezember 2007

Friedel Anderson


Flaschen

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, den renommierten und erfolgreichen deutschen Maler Friedel Anderson erstmalig in Niebüll präsentieren zu können.

Der zu den norddeutschen Realisten zählende Künstler war zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend, dem 01. Dezember um 11.30 Uhr anwesend. Gezeigt wurden bis zum 22. Dezember Original-Grafiken aus dem Atelier des Künstlers.

Zur Einführung sprach Rüdiger Otto von Brocken von den Husumer Nachrichten.



Friedel Anderson:

1954 Geboren in Oberhausen

1973 Abitur in Itzehoe

1974-1977 Kunstgeschichte an der Universität Göttingen

1978-1984 Malerei an der GH Kassel bei M. Bluth

seit 1985 freischaffender Maler

1989 Kulturförderpreis des Kreises Steinburg

1993-94 Lehrauftrag an der FH Gestaltung in Hamburg

1994 Kulturpreis der Studien- und Fördergesellschaft im Kulturring der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft

1995 Stipendium Kunststiftung Landesbank Schleswig-Holstein


Friedel Anderson lebt und arbeitet in Itzehoe/Holstein



Lesung


Die Stadtbücherei Niebüll machte mit beim bundesweiten Vorlesetag am 23. November

Am bundesweiten Vorlesetag, dem 23. November 2007, lasen wieder zahlreiche Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vor. Mit dabei ist auch die Stadtbücherei Niebüll.

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Bodo Schmidt (Borussia Dortmund 1991-1996) las am Freitag, dem 23. November 2007 um 16:00 Uhr in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll aus dem Buch: "HILFE, die Herdmanns kommen" von Barbara Robinson.

Die kostenlose Veranstaltung war für Kinder von 8 bis 12 Jahren und dauerte ca. 1 Stunde.

Der bundesweite Vorlesetag ist der diesjährige Höhepunkt von "Wir lesen vor", einer Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen, die 2004 ins Leben gerufen wurde. Der Hintergrund: Nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 - 10 Jahren spielt das Vorlesen eine Rolle. Ein Viertel aller 15-jährigen in Deutschland kann nicht richtig lesen, fast die Hälfte nimmt nie ein Buch zum Vergnügen in die Hand. DIE ZEIT und die Stiftung Lesen möchten mit ihrer gemeinsamen Initiative "Wir lesen vor" das Vorlesen und Erzählen in Deutschland wieder populär machen sowie den frühzeitigen Kontakt mit Büchern und die Lust am Lesen fördern. Nur wer schon als Kind die Liebe zum Buch entdeckt, wird sich auch als Jugendlicher und Erwachsener in der Welt der Buchstaben zu Hause fühlen. Zum vierten Mal rufen DIE ZEIT und die Stiftung Lesen zum bundesweiten Vorlesetag auf, an dem sich auch zahlreiche Prominente beteiligen. Partner des Vorlesetages sind die Deutsche Bahn AG und Skoda Automobil Deutschland, unterstützt wird die Initiative außerdem vom Borromäusverein e. V., dem Deutschen Bibliotheksverband e. V., dem Deutschen Verband Evangelischer Büchereien und dem Sankt Michaelsbund.
Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter:www.wirlesenvor.de.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.07.:

Zoff bei den "Herdmanns" - Ex-Bundesliga-Kicker liest vor

Niebüll


Dieter Wrege


Bodo Schmidt liest vor
Aufmerksam lauschen die Kinder: Bodo Schmidt las in der Stadtbücherei vor.
Foto: Wrege


"Hilfe, die Herdmanns kommen!" So lautet der Titel eines schrecklich schönen Kinderbuchs, aus dem der frühere Fußballprofi bei Bayern München und Borussia Dortmund Bodo Schmidt am Freitag in der Bücherei las. Angesagt war der 4. bundesweite Vorlesetag, an dem Bücherfreunde und Promis für Acht- bis Zwölfjährige aus einem ihrer Lieblingsbücher vorlesen sollten und bei dem die Stadtbücherei mitmachte.
Eine kleine aber feine Runde hatte sich um den Ex-Fußballer geschart, um zu hören, was es mit den Herdmanns auf sich hatte. Die von der Amerikanerin Barbara Robinson beschriebenen Herdmannkinder waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Der Reihenfolge nach waren es Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig - sechs magere Kinder, die sich äußerlich nur durch ihre verschieden großen blauen Flecken unterschieden, die von Prügeleien untereinander entstanden. Die Herdmanns klauten, logen, rauchten Zigarren (sogar die Mädchen) und erzählten schmutzige Witze. Sie fluchten auf ihre Lehrer, missbrauchten den Namen des Herrn und setzten den Schuppen von Herrn Schuhmacher in Brand - nicht durch eine brennende Zigarre, sondern durch Experimente mit dem Chemiekasten, den sie im Kaufhaus geklaut hatten. Es war ein großes Feuer mit zwei Feuerspritzen, zwei Polizeiautos, der ganzen Feuerwehr und fünf Dutzend Pfannkuchen, die der Imbiss an der Ecke der Feuerwehr gestiftet hatte. Aber als Feuer aus war, waren die Pfannkuchen weg. Die Herdmannkinder hatten sie geklaut. Was sie nicht essen konnten, hatten sie sich in die Taschen und den Hemdausschnitt gesteckt.
Schlimmer noch als die Herdmanns war ihre Katze, die sich als Ungeheuer einen Namen machte. Sie hatte ein zu kurzes Bein, einen gebrochenen Schwanz und nur ein Auge. Wer ihr das angetan hatte war ebenso bekannt wie das Chaos, das das bösartige Viech einmal in der Klasse angerichtet hatte, als es als Demo-Objekt in den Bio-Unterricht mit genommen wurde. Die Katze schaffte es, das Klassenzimmer leer zu jagen und es wie nach einem Bombenangriff aussehen zu lassen. Das liebe Tierchen war auch der Grund dafür, dass sich der Briefträger standhaft weigerte, den Herdmanns die Post zuzustellen.
Weil der Vater ausgebüxt war und die Mutter in der Fabrik arbeitete, passte das Sextett selber auf sich auf: Ralf auf Eugenina, Leopold auf Klaus und Olli auf Hedwig, die kleinste aber schlimmste. Als Frau Herdmann einmal von der Wohlfahrt entlastet werden sollte, damit sie sich mehr um die Kinder kümmern kann, lehnte sie das ab und wollte lieber in der Fabrik arbeiten, als daheim mit den Kindern fertig zu werden. Diese schafften es sogar, für ein Weihnachtliches Krippenspiel alle Rollen zu bekommen. Als die Leute nach der Aufführung aus der Kirche kamen, rief ihnen Hedwig zu: "He, euch ist ein Kind geboren." Wie gesagt: die kleine aber feine Runde in der Bücherei lauschte gebannt den Kapiteln, die Bodo Schmidt zum Besten gab.
Bodo, der Ex-Profi, ist heute 40 Jahre alt und arbeitet als Physiotherapeut in der Praxis seiner Frau Tanja mit. Seine Karriere als Fußballer begann vor 35 Jahren bei Rotweiß Niebüll, wo ihn sein Vater Peter Schmidt und Sportlehrer Helmut Bauer in das Handwerk und die Technik des Fußballspielens einwiesen. Er spielte in der A-Jugend von Rotweiß und TSB Flensburg, danach in der Rotweiß-Liga. Von 1987 bis 1989 war er bei den Amateuren des FC Bayern unter Vertrag, spielte 1989/91 für die SpVg Unterhaching und danach von 1991 bis 1996 bei Borussia Dortmund, mit der er zweimal Deutscher Meister wurde und das Europacupfinale erreichte, das gegen Juventus Turin verloren wurde. Weitere Stationen waren der 1. FC Köln (96/98), der FC Magdeburg (98/02) sowie fünf Jahre Flensburg 08, davon drei Jahre als Spielertrainer. Jetzt trainiert er den Bezirksoberligisten SV Frisia 03 Risum-Lindholm. Ein Rabauke ala Herdmann war Bodo Schmidt nicht, sondern eher ein besonnen-ruhiger Typ, der nur dann ein wenig bissig wurde, wenn er während eines Fußballmatches auf einen Angreifer der gegnerischen Elf angesetzt war.



"Maritim" - Lesung und Bilder



Am Mittwoch, dem 31. Oktober 2007 um 20.00 Uhr lud die Stadtbücherei Niebüll unter dem Motto "Maritim" zu einer Lesung und Ausstellungseröffnung ein.

Lesung

"Meine verhängnisvolle Schiffsreise

Sabine Griese las aus "Meine verhängnisvolle Schiffsreise", dem neuen Buch der Wanderuper Schriftstellerin und Autorin Tini Nicolaisen .
Zum Inhalt des Buches: Am 17. Oktober 1820 werden fünf Besatzungsmitglieder des Schiffes "L Esperance wegen Meuterei an Bord in Flensburg verurteilt und hingerichtet. Es ist die letzte "Massenhinrichtung" des neunzehnten Jahrhunderts in Flensburg. Tobias Friedrich Christian Waldvogt, fast noch ein Kind, ist Schiffsjunge auf dem Schiff und einziger Zeuge des Geschehens. Er berichtet Menning, seinem väterlichen Freund, aus seiner Sicht von der Reise und von dem Mord an Kapitän Jens Nielsen Holst. "Meine verhängnisvolle Schiffsreise" ist eine fiktive Geschichte, die sich auf historische Tatsachen stützt. Sie schildert realistisch und detailreich die Lebensbedin-gungen, das frühe Ende der Kindheit und die Gefahren der Christlichen Seefahrt vor fast 200 Jahren.


Ausstellung

Ulla Ruissalo


Vom 31. Oktober bis 24. November 2007 zeigte die Stadtbücherei Niebüll maritime Bilder der finnischen Künstlerin Ulla Ruissalo.


Bild Ulla Ruissalo Ulla Ruissalo
1941 in Hattula, Finnland, geboren
1961 - 1962 Zeichenschule in Pori, Finnland
1963 Studium der Germanistik in Helsinki
1966 Übersiedlung nach Deutschland
seit 1972 intensive Auseinandersetzung mit der Malerei
seit 1976 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Dänemark und Finnland



Ausstellung


Bettina Albrecht

Malerei



29. September - 27. Oktober 2007


ohne Titel

Die Ausstellungseröffnung fand statt am Samstag, dem 29. September 2007 um 11.30 Uhr.Zur Eröffnung sprach Herr Veit Stiller, Journalist und Schauspieler aus Berlin.

Die Künstlerin war anwesend.



Bettina Albrecht, geboren 1961 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin und Nordfriesland.

Ausgangspunkt und Hauptanreger für ihre Malerei ist die Natur. Natur ohne Menschen, aber nicht unbelebt. Die Malerei stützt sich auf diese Eindrücke und Empfindungen vor der freien Natur, erinnert an Wahrgenommenes, das die Erscheinungen allerdings eher streift als zu fassen sucht. Hauptinteresse ist die bildnerische Darstellung von Relationen, Gewichtungen und Bewegungsformen zwischen den Naturelementen. In einem langwierigen, stufenweisen Arbeitsprozess wird die Ölfarbe sehr pastos auf die Leinwand aufgetragen (skulpturaler Aspekt), wachsen in den Raum. Es wird gemalt, gekratzt, geschabt, wieder aufgerissen, wobei untere Farbschichten freigelegt werden.

Die ausgestellten Arbeiten sind zwischen 2001 und 2007 entstanden.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.10.07.:

Landschaften ohne Menschen: Aber keineswegs unbelebt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Bettina Albrecht
Beim Hängen der Bilder: Malerin Bettina Albrecht und Büchereichef Ronald Steiner.
Foto: Wrege


Hier eine zerklüftete Gebirgsszenenerie, dort ein Tümpel oder die vom Wind gepeitschte Kiefer auf einer sandigen Düne. Das etwa sind die Motive der Malerin Bettina Albrecht, die in der Stadtbücherei ausstellt. Ihre Bilder stellen Landschaften dar -Landschaften zwar ohne Menschen, dennoch nicht unbelebt. Der Schauspieler Veit Stiller stellte die gebürtige Berlinerin (Jahrgang 1961) bei der Vernissage vor. Bettina Albrecht teilt ihren Wohnsitz mit der Bundeshauptstadt und dem nordfriesischen Rodenäs, wo sie in einem Teil des Domizils von Bildhauer Hans Otto Lehnert arbeitet. Obwohl sie nach eigenen Worten "schon immer" malen wollte, ergriff sie zunächst den Beruf der Sozialarbeiterin. Als solche arbeitete sie nach der Ausbildung drei Jahre an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Danach absolvierte sie an der Theatermanufaktur Berlin ein Studium in Malerei und Bühnenbild. Seit 1988 ist die freischaffend tätig. Ihr künstlerisches Betätigungsfeld ist die abstrakte Malerei. In ihrem Farben- und Formenspiel entstehen Landschaften, in denen ohne viel Fantasie bestimmte Motive zu erkennen sind. Veit Stiller sprach von Wucht und Kraft, die aus den Bildern sprechen: mal in etwas zarten Farben, die in die Tiefe und Weite deuten - mal reliefartig und dick aufgetragen, so dass sie förmlich aus der Leinwand herauszuspringen scheinen. Es sei das Geheimnis der Künstlerin, wie sie zu einem derart kräftigen Ausdruck kommt. Als Kind und Jugendliche hatte Bettina Albrecht eine Ausbildung in klassischem Ballett, Jazz-Tanz und Pantomime genossen. "Das gab ihr wohl das Gefühl für Spannung, Dynamik und Harmonie", sagte Stiller. Doch das Schlüsselerlebnis zum Wandel vermittelte ihr der Allrounder Andrej Woron. In dem Polen - Maler, Autor, Regisseur und Bühnenbildner - seien alle Kunstgattungen vereint gewesen. Aus diesen heraus entschied sie sich für die Malerei. Veit Stiller sagte von ihr, sie nehme die Natur überall da, wo sie ihr begegnet, in sich auf und bildet sie nicht ab, sondern stellt sie dar. Ihre Landschaft seien zwar Fantasien und Visionen, doch gleichwohl aus konkreten Impressionen "gespeist". Bei den Bildern fällt auf, dass die Malerin das Rot weitgehend meidet. Neben der "pastos-teigigen Ölmalerei auf Leinwand zeigt die bemerkenswerte Künstlerin einige Beispiele aus dem Bereich Zeichnungen - Pinsel auf Papier, Tuschen und Gouachen, in denen gleichfalls "überall Landschaft" ist. "Bei ihr ist noch viel Platz für Neugier", schloss Veit Stiller seine Rede zur Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 27. Oktober dauern wird, und fügte hinzu: "Da sind noch so viele Bilder."



Lesung


Sandra Dünschede
"Nordmord"


Cover Nordmord

Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede setzt ihren Erfolgsroman "Deichgrab" fort.

Am Mittwoch, dem 05. September 2007 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Nordmord" vor. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Eine kleine Au in den Weiten Nordfrieslands. Das Ufer gräsergesäumt; das dunkle Wasser fließt unbeirrt in Richtung Meer. Auf den einsamen Wegen des Kooges begegnet man nur selten einem Auto. Die einzelnen Höfe angenehm weit entfernt - beobachtende Blicke kaum zu erwarten. Gibt es einen perfekteren Ort, um sich einer Leiche zu entledigen? Tatsächlich soll sich in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts an diesem Flüsschen ein Mord ereignet haben. Und auch Tom, Haie und Marlene, das Dreier-Gespann aus Sandra Dünschedes erfolgreichem Debütkrimi "Deichgrab", begeben sich hier auf die Suche nach einem Mörder - in der jetzt erschienenen Fortsetzung "Nordmord". Tom Meissner und seine Freundin Marlene haben in Nordfriesland ein gemeinsames Leben begonnen, als ihr kleines Dorf erneut von einem Mord erschüttert wird - und diesmal sind sie persönlich betroffen: Die Ärztin Heike Andresen, Marlenes beste Freundin, wird tot aus der Lecker Au geborgen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Ein Motiv für die grausame Tat ist nicht erkennbar, eine wirklich heiße Spur gibt es nicht - bis Kommissar Thamsen das Tagebuch der Toten entdeckt …


Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft. Die heute in Düsseldorf lebende Autorin wurde für ihren Debütroman "Deichgrab" mit dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet. Der im Herbst 2006 erschienene Krimi liegt inzwischen in der 4. Auflage vor.






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 15.09.07.:

Rätselraten um eine Leiche an der Au

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung Sandra Dünschede
Spannende Lektüre mit Signatur: Sandra Dünschede zu Gast in der Niebüller Bücherei.
Foto: Wrege

Der Himmel über Nordfriesland grau in grau, leichter Nieselregen macht das Straßenpflaster glänzen. Im Halbdunkel der Stadtbücherei kuschelt sich eine große Schar überwiegend weiblicher Leseratten gebannt aneinander und fiebert dem entgegen, was die Autorin Sandra Dünschede (34) aus ihrem neuen Krimi "Nordmord" preisgeben wird. Büchereichef Ronald Steiner und Dennis Leu aus der Bücherstube von nebenan haben die gebürtige Nordfriesin Sandra Dünschede aus ihrer Wahlheimat Düsseldorf für einige Stunden heimgeholt, damit sie aus ihrem Zweitroman vorlese. Etliche Leute kennen ihren neuen Krimi bereits, verraten aber nicht, wer's getan hat.
Was getan? "Es geht um einen neuen Mord in Nordfriesland", verkündet Ronald Steiner bei der Begrüßung, den "Nordmord", wie der Titel des broschierten Buches heißt. Es liegt seit Anfang Juli vor. "Auf Drängen der Leser musste ein zweiter Krimi folgen", ließ Sandra Dünschede fast entschuldigend wissen. Doch dass hier vor einigen Jahrzehnten tatsächlich ein Kapitalverbrechen geschah, dem eine Frau zum Opfer fiel, kam der jungen Autorin entgegen. Längst rennt sie auch bei ihrem Verleger Armin Gmeiner aus dem bayerischen Meßkirch offene Türen ein. Dort ist man seit Jahren auf der Suche nach guten Themenkrimis mit Lokalkolorit.
Leselampe an, Deckenbeleuchtung aus: Die Autorin schafft es schnell, ihre Geschichte so zu erzählen, dass der Leser auch flugs mitten drin ist. Kein Wunder, denn ihre Zuhörer sind Nordfriesen, vor deren Haustür ein Mord passiert ist. Schon wieder einer, raunt man sich im Friesendorf Risum-Lindholm zu.
In einem schilfumsäumten Uferabschnitt der Lecker Au nahe Risum-Lindholm entdeckt ein Angler eine unbekleidete Frauenleiche. Tom und seine Freundin Marlene sowie Haie sehen sich betroffen - insbesondere Marlene, die eng mit der Toten befreundet ist. Bei dieser handelt es sich um die Ärztin Heike Andresen aus dem Klinikum Niebüll. Kommissar Thamsen macht sich auf de Suche nach dem Täter - und tappt lange im Dunkeln, bis er im Tagebuch der Toten Hinweise zu entdecken glaubt. Das Trio Tom, Marlene & Haie helfen bei den Ermittlungen mit. Doch müssen sie und der Kommissar feststellen, das sich etliche Spuren im Nichts verlieren. Die Autorin hat manche davon gelegt, um die Spannung zum Sieden zu bringen.
Sandra Dünschede hat ihren Personen zweierlei Rollen zugemessen. Zum einen sind sie Figuren der Handlung, zum andern leben sie neben der Handlung und haben ihre eigenen Probleme: Marlene mit ihrer gut betuchten Hamburger Familie, Kommissar Thamsen mit seiner von der Rolle geratenen Frau und der höchst verdächtige Malte Nielsen mit seinem Job als Krankenpfleger. Auch die Tote hatte ein zwiespältiges Verhältnis zum ihrem Chef im Krankenhaus. Peinlich genau beschreibt die Autorin die Stationen der Handlung. Da ist vom Griechen in Uhlebüll die Rede, vom Nordfriesland Tageblatt, das mit großer Headline vom schrecklichen Verbrechen berichtet, von der alten Post in Risum-Lindholm usw. Sandra Dünschede hat ihren Vater in die Recherchen einbezogen und ihn überprüfen lassen, ob das mit den im Buch vorkommenden Lokalitäten in Niebüll, Risum-Lindholm, Bredstedt und Husum auch so stimmt. Zuweilen gilt mancher Schlenk der Autorin auch der herben nordfriesischen Landschaft. Der Leser wandelt quasi mit dem Buch in der Hand den "Ermittlern" hinterher. Sandra Dünschede mengt dem Lokalkolorit ihrer Story kräftige nordfriesische Farben bei und hält den Leser somit fest am Bandel.
Ob ihr das auch beim dritten Krimi gelingt, muss sich zeigen. Der spielt in Düsseldorf. "Abwarten", sagt sie und wartet auf Hinweise aus dem Lektorat ihres Verlegers. Sandra Dünschede hielt sich mit dem Schlussviertel ihres Romans sparsam und bedeckt. "Bei Kriminalromanen ist das bei den Lesungen immer so eine Sache", lässt sie wissen. Schließlich hängt der Erfolg einer spannenden Geschichte auch davon ab, wie sie sich verkauft. Ihr Erst-Krimi "Deichgrab" läuft zurzeit in der 4. Auflage. Nicht zuletzt dessen Erfolges wegen hat sie das Trio Marlene, Tom & Haie aus dem ersten in den zweiten Krimi mitgenommen.
Wie es bis zum Ende weiter geht, muss der Leser selbst herausfinden. Ob die bei der Leiche gefundenen Handschuhe, ein anonymer Anrufer, der Mann im hellen Mantel, der rote Polo, das Foto eines Jungen oder wirklich das Tagebuch sind, die als brauchbare Ermittlungsansätze gelten können, bleibt völlig unklar, zumal nordfriesischer Regen auch die eine oder andere Spur verwischt hat. Und was ist eigentlich mit der kleinen Irina? Auch der umtriebige Malte erscheint dem gewieften "Kriminalisten" unter den Leseratten zu verdächtig. Doch irgendwann kann Kommissar den Täter dingfest machen und ihn hinter Schloss und Riegel bringen. Dem beruflichen Happy End für den Polizeibeamten gesellen sich weitere Glücksmomente dazu: Seine privaten Probleme scheinen auf dem Wege der Besserung. Und schließlich hakt sich der Beamte auf der Dagebüller Mole bei seinen neuen Freunden Haie, Tom und Marlene ein. Letzterer überreicht er zum Finale das geheimnisvolle Tagebuch der toten Freundin. Waren ihre Aufzeichnungen wirklich der Schlüssel zur Lösung eines schrecklichen Verbrechen?


Aus der Wochenschau vom 30.09.2007.:

"Tatort" Nordfriesland

Niebüll


Wolf-Rüdiger Konitzki


Lesung Sandra Dünschede
Sandra Dünschede liest aus "Nordmord".
Foto: Konitzki

Eine Leiche an der Lecker Au, Gespräche in "Fiedes Krog" in Bredstedt, das Nordfriesische Institut, Kreiskrankenhaus Niebüll und ein Supermarkt in Risum-Lindholm. Es ist unglaublich reizvoll, einen Kriminalroman zu lesen, der nicht nur spannend ist, sondern in einer dem Leser vertrauten Umgebung spielt. Das fanden auch die vielen Besucher ihrer Lesung in der Stadtbücherei, darunter einige ihrer früheren Mitschülerinnen, die inzwischen eine Art Fan-Club bilden. Mit ihrem zweiten Krimi "Nordmord" schließt Sandra Dünschede an den Erfolg ihres Erstlingswerks "Deichgrab" an. Eigentlich ein Fortsetzungsroman, denn wieder ist der "Held" ihrer Geschichte Tom Meissner. Der lebt mit seiner Freundin Marlene in Risum-Lindholm. Ihr Leben erfährt eine tiefe Erschütterung, als die engste Freundin Marlenes, der Ärztin Heike Andresen, ermordet aufgefunden wird. Der Niebüller Kriminalkommissar Thamsen, ein sympathischer Fahnder mit Familienproblemen und gar nicht der schneidige "Bulle" aus entsprechenden Fernsehserien, bekommt erst mit dem Auffinden und Lesen des Tagebuches der Ermordeten einen Einblick in das kriminelle Geflecht, das hinter der Tat steht. Sandra Dünschede, 1972 in Nordfriesland geboren und in Risum-Lindholm aufgewachsen, hat in ihre beiden Kriminalromane das Kolorit ihrer Heimat verwoben. Schreiben wollte und konnte sie schon immer, aber Schriftstellerin wurde sie erst spät. Nach dem Abitur wurde sie Bankkauffrau und arbeitete in Hamburg. "Ein bisschen Schreiben war aber immer drin", gestand sie. Vor sieben Jahren erfüllte sie sich ihren Traum. Sie zog nach Düsseldorf, wo sie an der Heinrich-Heine-Universität Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaften studierte. Außerdem besuchte sie Autoren-Seminare. Mit Gute-Nacht-Geschichten für Kinder machte sie erste schriftstellerische Versuche und Erfahrungen, fand aber keinen Verlag. Mit "Deichgrab" 2004 kam der Durchbruch. Ironie der Geschichte: Sandra Dünschede liest selbst gar keine Kriminalromane. Die Idee kam zwar während eines Seminars. Auslöser aber war ihr Ehemann Kay, ein Krimi-Fan, der keinen "Tatort" verpasst. Die Jung-Autorin suchte und fand einen regionalen Bezug in ihrer alten Heimat. Ein Jahr intensive Recherche und Schreibarbeit wurde 2006 durch die Herausgabe ihres Buches durch den Gmeiner-Verlag belohnt. 2007 erhielt sie dafür sogar den Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes. Seit Juli 2007 ist mit "Nordmord" ihr zweiter Krimi aus Nordfriesland auf dem Markt. Der Stoff beruht auf einer Erzählung ihres Vaters über das Auffinden einer Frauenleiche an der Lecker Au in den Fünfziger Jahren. Sandra Dünschede ist eine fleißige Autorin. "Jeden Tag setze ich mich an den Schreibtisch und wenn es nur eine oder zwei Seiten werden", sagte sie. Ihr Mann ist immer der Erste, der den neuen Text liest und kritisch kommentiert. "Ich weiß ja, wer der Täter ist", sagte sie. Er soll die Plausibilität ihrer Gedankengänge kontrollieren. Sie will beim Krimischreiben bleiben. Das nächste Buch, ein Entführungsfall, soll in ihrer Wahlheimat Düsseldorf spielen. Das große Ziel der Kafka-Liebhaberin ist ein Roman. "Das wird noch einige Jahre benötigen", sagte sie. Für ihre Magisterarbeit hat sie aber, wie könnte es bei einer Nordfriesin anders sein, Theodor Storm gewählt. "Nächstes Jahr komme ich wieder", versprach sie zum Abschied.



Ausstellung


Victor Vasarely

Original Grafiken


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2007
07. Juli bis 31. August 2007


Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 7.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Ungarn".
Der Ungarische Sommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Die Stadtbücherei Niebüll zeigte 35 Grafiken von Victor Vasarely. Vasarely, 1908 im ungarischen Pécs geboren, lebte seit den dreißiger Jahren bis zu seinem Tod vor zehn Jahren in Frankreich. Als "Vater der Op-Art" ging er in die Kunstgeschichte ein. Ausgehend von den Idden des Konstruktivismus, entwickelte Vasarely eine Formensprache, die mit gewollten optischen Irritationen zu scheinbaren Bewegungen, auch Räumen auf der Bildfläche führte. Beseelt vom Credo "Kunst für alle", systematisierte er dies Formensprache zu einer Methode, die Vielfalt und Vergrößerung (bis hin zu monumentalen Wandgestaltungen) zuließ.
Gezeigt wurde eine Auswahl aus Vasarelys grafischem Werk von den fünfziger Jahren an, die Einblicke in Vasarelys künstlerische Entwicklung erlaubt.
Die Blätter kamen aus der Pariser Galerie Lahumière. Kurator der Ausstellung war Prof. Andreas Brandt, Niebüll.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.07.:

Musikfestival: Hochkarätige Ausstellung und Konzert mit Goldkehlen

Niebüll


Dieter Wrege


Pressekonferenz zur Vasarely Ausstellung
Für den "Ungarischen Sommer" bestens gerüstet: Kantor Volker Scheibe, Büchereichef Ronald Steiner, Dr. Jörg Garbrecht und Prof. Andreas Brandt (v.l.)
Foto: Wrege

Im Rahmen des diesjährigen Schleswig-Holstein-Musikfestivals (SHMF), das in diesem Sommer im Zeichen Ungarns steht, ist die Stadt Niebüll ein weiteres Mal Festspielort. Lokale Highlights werden dabei eine Ausstellung des weltbekannten ungarischen Malers und Grafikers Victor Vasarely (1908-1997) in der Stadtbücherei und ein Gastspiel des Kinderchors des ungarischen Rundfunks in der Christuskirche sein. Über persönliche Kontakte ist es Prof. Andreas Brandt (Niebüll) gelungen, aus der Pariser Galerie Lahumiére 36 Grafiken des Ungarn Vasarely nach Niebüll zu holen - allesamt entstanden in den fünfziger Jahren. Victor Vasarely wurde in Pécs geboren und gilt als Hauptmeister der abstrakten konstruktivistischen Malerei und Vater der Op-art. Dieses Kurzwort steht für "Optical art", eine moderne illusionistische Kunstrichtung. Wie man sehen wird, üben seine Arbeiten irritierende Reizwirkungen aufs Auge aus und machen Probleme von Raum, Fläche und Farbe sichtbar. "Wir werden uns zeitgenössischer Kunst auf höchstem Niveau erfreuen", verrät Dr. Jörg Garbrecht, Kurator an der Nolde-Stiftung Seebüll. Er wird in die Ausstellung einführen. Sie wird am 7. Juli um 11,30 (Bücherei) eröffnet und dauert bis zum 31. August. Einmal mehr erweist sich die Stadtbücherei Niebüll als idealer Ausstellungsort. Die Bücherei wird, wie deren Leiter Ronald Steiner mitteilt, von jährlich 30 000 Gästen besucht. Während der Ausstellungsdauer werden es geschätzte 3000 bis 4000 Personen sein, von denen ein Großteil vor den Bildern des Victor Vasarely verweilen wird. "Hier bilden ‚Buch & Bild' einen idealen Kontrast", sagte Prof. Brandt, der die Bilder auch hängen wird und mit großem Zulauf rechnet. "Sie werden auch von Leuten gesehen, die sonst nichts mit Kunst zu tun haben." Gemeindekantor Volker Scheibe, Ortsbeirat des SHMF, freut sich, den Musikfreunden mit den ungarischen "Goldkehlen" eine Besonderheit präsentieren zu können. Der Kinderchor von Radio Ungarn unter den Leitung von Norbert Lászlo Nemes und begleitet von Anikó Novák (Klavier) und Gabriella Thész wird Volksliedbearbeitungen von Bartók, Kodály und Ligeti und geistliche Werke von Palestrina und di Lasso vortragen. "Diese Veranstaltung (18. August, 20 Uhr Christuskirche) wird mit einem höheren Aufwand als sonst verbunden sein", berichtete Scheibe. Unter anderm werden aus Hamburg ein Steinway-Flügel und ein Podest heran geschafft. Karten für den SHMF-Musikabend sind im Vorverkauf für 18 Euro in der Bücherstube Leu erhältlich.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 12.07.07.:

Grafiken vom Weltrekordhalter der Illusionen

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellungseröffnung
Dr. Jürgen Simon, Prof. Andreas Brandt, Claus-Jürgen Andresen, Dr. Jörg Garbrecht, Volker Scheibe, Ronald Steiner (v.l.)
Foto: Konitzki

Niebüll ist zum 8. Mal einer der Austragungsorte des Schleswig-Holstein Musikfestivals. Präsentiert werden zum "Ungarischen Sommer 2007" am 18. August in der Christuskirche die "Goldkehlen", der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks, und in der Stadtbücherei bis zum 31. August Grafiken des weltweit bekannten Künstlers Victor Vasarely. Der Leiter der Stadtbücherei, Diplom-Bibliothekar Ronald Steiner, verhehlte seine Freude nicht über das große Interesse der vielen Kunstfreunde, die sich zur Ausstellungseröffnung in den Büchereiräumen drängten. Unter ihnen weilten auch der Honorargeneralkonsul der Republik Ungarn, Professor Dr. Helmut Greve und der Sekretär im Konsulat, Dr. Jürgen Simon. Steiner dankte allen Sponsoren aus der Region, allen voran der Nospa Kulturstiftung Nordfriesland, sowie dem Landeskulturverband Schleswig-Holstein, ohne die die Ausstellungen nicht finanzierbar wären. Ein besonderer Dank galt dem in Niebüll lebenden Kunstprofessor und Kurator der Ausstellung Andreas Brandt. Dank seiner Beziehungen gelinge es immer wieder, Arbeiten renommierter Künstler in den hohen Norden nach Niebüll zu holen. Die 32 "Vasarelys" hat die Galerie "Lahumière in Paris zur Verfügung gestellt. Sie weisen den ungarischen Maler und Grafiker Victor Vasarely als "Weltrekordhalter der Illusionen" aus. Kantor Volker Scheibe dankte als Sprecher des Ortsbeirates des Schleswig-Holstein Musikfestivals zunächst der Stadt Niebüll, dem HGV und den Beiratsmitgliedern für die vielfältige Unterstützung der Niebüller Festivalbeiträge. Die Ungarn können laut Scheibe auf eine lange Kinderchortradition zurückgreifen. "Der ungarische Musikpädagoge Zoltan Kodaly hat eine Fülle von Volksliedern gesammelt und archiviert, die er an die Jugend herantrug und auf die Bühne brachte." Ronald Steiner von der Niebüller Stadtbücherei schätzt sich glücklich, Grafiken des ungarischen Künstlers Victor Vasarelys zeigen zu können, der 1908 in Pécs in Ungarn geboren wurde. Vasarelys Wahlheimat war seit den dreißiger Jahren bis zu seinem Tod im Jahre 1997 Frankreich. In die Kunstgeschichte ging Vasarely als "Vater der "Optical Art" ein, seit 1964 als Begriff "Op Art" in aller Welt bekannt. Wie während der Ausstellungseröffnung zu erfahren war, konzentrierte sich das Interesse Vasarelys auf Licht, Farbe und Raum, die er von der geometrischen Abstraktion ableitete. Der Bildbetrachter wird zu komplexen Wahrnehmungseindrücken geführt, da das statische Abbild der Wirklichkeit durch einen äußerst differenzierten und dynamischen Sehprozess abgelöst wird. Die in der OP Art angelegten Formen der Bewegung (Kinetik) senden raum-dynamische Signale und Formspiele aus und erzeugen damit plastisch-räumliche Wirkungen. In der Stadtbücherei erlaubt die Auswahl der Bilder Vasarelys Einblicke in sein Schaffen ab den fünfziger Jahren, der Zeit, in der der Künstler seine spannendsten und stärksten Bilder schuf. Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde-Stiftung in Seebüll ließ seine einführenden humorvollen Worte um Olympia kreisen, hatte doch Victor Vaserely 1972 mit weiteren Kunstkollegen die Aufgabe, Plakate für die Spiele in München zu entwerfen. "Vasarelys Kunstwerke anzuschauen, ist immer auch eine sportliche Leistung", sagte Garbrecht. "Die Augenmuskeln müssen Höchstleistungen erbringen." Unzählige Linien und Muster wollen nachvollzogen werden, die mit ihren optischen Irritationen die Illusion von scheinbarer Bewegung auf der Bildfläche vorgaukeln.





Aus der Flensborg Avis vom 21.07.07:



Vasarely-grafikker på udstilling i Nibøl

Nibøl


Daniel Dürkop


Frem til den 31. august kan man se en udstilling med grafikker af den verdenskendte kunster Victor Vasarely på biblioteket i Nibøl. Victor Vasarely er blandt andet kendt for at have skabt logoet for bilmærket Renault. Det er den emitrerede kunstprofessor Andreas Brandt fra kunstuniversitetet i Hamborg, som har fået billederne til Nibøl. - Jeg har nogle gode kontakter til et galeri i Paris, hvor jeg selv har udstillet en gang. Og nu bor jeg her i Nibøl, så derfor gør jeg gerne en indsats for, at de lokale ligesom turisterne kan få set noget kunst, som de eller skal køre til Hamborg for at opleve, siger Andreas Brandt. - Selvfølgeligt skulle jeg først overbevise galleriet, at det er et seriøst sted, hvor billederne skal udstilles. At det er et sted, hvor der så ikke hænger ligegyldigt kunst bagefter. Men det, ved jeg, ikke er tilfældet på biblioteket i Nibøl, hvor vi allerede har haft en del spændende udstillinger, siger han og fortsætter: - Vist er et bibliotek et lidt udsædvanligt sted til udstillinger, men på den anden side er det også tættere på folket. Andreas Brandt regner med at omkring 3000 mennesker vil komme for at se på udstillingen. Og han er ikke bange for, at så dyre billeder hænger i Nibøl: - De er både tyverisikret og forsikret, så jeg er helt rolig, siger han.





Puppentheater Firlefanz spielte:


Die abenteuerliche Reise der kleinen Pinguine

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am Mittwoch, dem 22. August 2007 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Die abenteuerliche Reise der kleinen Pinguine". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.


Die abenteuerliche Reise der Pinguine Infos zum Stück:

Dass Pinguine aus dem Ei schlüpfen, wissen auch die kleinen Pinguine. Trotzdem ist es für sie das schönste Spielzeug - das Ei. Doch da geschieht etwas Unglaubliches. Nicht nur, dass sie sich im Schneesturm verlaufen, nein, - das Ei…. Trotz Schwierigkeiten gelingt es den Pinguinkindern, den Heimweg zu finden und sie erleben dabei spannende Abenteuer. Ein Spiel mit einem Ei, viel Wasser, Eis und Schnee und großem Theaterzauber.


Zaubernachmittag mit Jimmy van de Burg


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 31.05.2007:

Mit Zaubersalz in der Bücherei

Niebüll


kon


Jimmy van de Burg
Zauberer Jimmy van de Burg
faszinierte seine kleinen Zuschauer
Foto: Konitzki

Was passiert eigentlich, wenn drei Seile miteinander verknotet werden? Richtig, es entsteht ein langes Seil mit zwei Knoten. Das schien jedenfalls den Kindern in der Niebüller Stadtbücherei logisch zu sein. Doch sie wurden eines Besseren belehrt: Nach dem Bestreuen mit Zaubersalz verschwinden die Knoten wie von Geisterhand; das Seil wird zu einem Ganzen. Wer meint, das sei Hokuspokus, kennt Jimmy van de Burg und seine Zaubertricks noch nicht. Der Magier trat vor mehr als 50 Jungen und Mädchen den Beweis dafür an, dass die Illusion im Stande ist, Altbekanntes außer Kraft zu setzen. Der Leiter der Stadtbücherei, Ronald Steiner, war ziemlich überrascht von der großen Kinderschar, die sich vor dem Zauberer versammelt hatten. Eingeladen hatte die "Lesewelle" zu diesem zauberhaften Vergnügen. Die Kinder waren hingerissen von den Zauberkünsten des Mannes aus Deezbüll, der Unmögliches möglich zu machen schien. Jimmy van de Burg brauchte nur seinen Zauberspruch aufzusagen und mit den Fingern zu schnipsen und schon wurde aus einem gelben ein blaues Tuch. Den Mädchen und Jungen blieb nicht nur einmal der Mund offen stehen. Ein vorwitziger Junge forderte den Meister alias Heiko Christiansen auf, seine Ärmel umzukrempeln. Er vermutete dort des Rätsels Lösung und das Depot für die bunten Tücher. Geschickt lenkte der Magier die Kinder ab und erzählte ihnen, wie er einmal einen Elefanten hat verschwinden lassen. "Mein Ärmel war so schwer, das mache ich nie wieder". Ungläubige Kinderaugen staunten ihn ein. "Wie hat er das denn gemacht?" flüsterte ein kleines Mädchen ihrer Nachbarin zu. Ein anderer Junge forderte Jimmy van de Burg auf, ihn in einen Hasen zu verwandeln. "Das ist ganz schön schwer für dich", schob er nach. "Sind Zauberer richtige Menschen?" wollte gar ein Junge von seiner Mutter nach der Vorstellung wissen. Heiko Christiansen ist gelernter Tischler und betreibt die Zauberei in seiner Freizeit. Er gehört dem Club der Zauberer in Nordfriesland an, der sich einmal im Monat auf Nordstrand zum Erfahrungsaustausch trifft. Christiansen ist nach dem Besuch eines Zauberkursus in der Heimvolkshochschule Husum Anfang 2002 bei der Magie "hängen geblieben". "Seitdem tingle ich durchs Land". Heiko Christiansen tritt bei Hochzeiten, Geburtstagen, Festen und Jubiläen auf. "Besonders groß ist die Nachfrage für Kinder, die ganz oft den Geheimnissen der Zauberei auf den Grund gehen wollen", erklärte er. "Die Illusion ist aber weg, wenn man weiß wie es geht".


Ausstellung


Käte Lassen - Am Meeresrand im Dünensand

28. April bis 25. Mai 2007


Vögel

Die Stadtbücherei Niebüll zeigte vom 28.04.2007 bis 25.05.2007 Arbeiten der Künstlerin Käte Lassen.

Zur Eröffnung am Sonnabend, 28. April 2007 sprach Frau Dr. Christina Mahn, Berlin.


Käte Lassen ( 1880-1956) schuf Ölbilder, Zeichnungen, Grafiken und monumentale Werke wie Wandfresken und Glasfenster. Sie verbrachte viel Zeit auf der Halbinsel Thy im Norden Jütlands, die neben Flensburg ihr wichtigster Lebens- und Arbeitsraum für ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen wurde. Die Landschaft und ihre Menschen wurden zum Motiv ihres malerischen Lebenswerkes. In der Mitte der zwanziger Jahre entstanden hier etwa 28 Aquarell- und Tuschezeichnungen , die unter dem Titel "Am Meeresrand im Dünensand" in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll ausgestellt werden. Der Käte Lassen Biograf Ludwig Rohling schätz diese Zeichnungen als wohl einige der "originellsten und kostbarsten Werke Lassens" ein.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.05.07:

Bilder aus einer früheren Welt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Käte Lassen
Fischerjunge von K. Lassen
Foto: Wrege


Man geht in die Bücherei, schaut sich die Bilder der neuen Ausstellung an und ist fasziniert. Die Bilder erzählen und nehmen den Betrachter mit - irgendwo hin in eine frühere Welt, in der Kinder am Wasser spielen , wo der Wind weht, wo Hunde umher tollen, wo Menschen, Tiere und Natur eins sind. Das etwa sind die ersten Eindrücke, die man von den Bildern der Flensburgerin Käte Lassen (1880-1956) mitnimmt. Ihre Ausstellung in der Stadtbücherei ist bis zum 25. Mai zu sehen. Dr. Christiana Mahn, Kunsthistorikerin aus Berlin, hat über Käte Lassen promoviert, ein Buch über sie geschriebenen und den jüngsten Katalog für die Ausstellung auf dem Flensburger Museumsberg zum 50. Todestag der Künstlerin zusammengestellt. Mit ihr tat das Stammpublikum der Niebüller Bücherei-Ausstellungen einen kunsthistorischen Blick in das Leben den Malerein, deren Leben zwar in Flensburg begann und endete, der es aber die dänischen Fischer, ihr hartes und karges Leben, und deren Kinder angetan hatten. Käte Lassen war kinderlos - hatte aber "jede Menge" Patenkinder dies- und jenseits der Grenze. Die 27 Bilder, die Büchereichef Ronald Steiner vom Museumsberg ausgeliehen hat umschreiben einen Teilbereich des Werke der Malerin und Grafikerin Käte Lassen. Die Künstlerein sah in dieser Phase ihres Schaffens die wichtigste und bedeutsamste: es handelte sich um Zeichnungen aus ihrem Kinderbuch "Am Meersstrand im Dünensand". Es war ihr zu Lebzeiten nicht gelungen, einen Verlag für das Buch zu finden. Das war in den zwanziger Jahren, als es durchaus moderne Kinderbücher gab. Doch diese waren zumeist vom didaktischen Ansatz geprägt, den Kindern mittels pädagogischer Anleitung zu sagen, was richtig oder falsch ist. Es war eine Seltenheit, Kinder zu zeigen, die aus sich selbst heraus als eigenständige Individuen spielten und handelten, ihr Leben mit Erfindungsreichtum und Selbstbewusstsein zu füllen. Die Kinderbuchzeichnungen von 1924 bieten einen Einblick in das Leben der Stjenberger Fischerkinder. Berta Katharina ("Käte") Lassen wurde am 7. Februar in Flensburg als drittes von acht Kindern des Goldschmieds Lassen geboren. Zeichnungen, Gemälde, Wand- und Glasmalerei: sie hatte schon früh einen Namen. In Dänemark fand sie ihre zweite Heimat. Von 1898 bis 1904 studierte sie an der exklusiven Münchener Damenakademie und lernte die Zeichnung des Jugendstils. Der Münchener schloss sie die Kopenhagener Zeit an, hatte aber am Großstadtleben keinen Gefallen. Auf einer Radtour 1905 entlang der jütischen Westküste entdeckte sie das Dorf Klitmøller. Dort und im nahen Vorupør malte sie immer wieder und ließ sich in Stenbjerg auf der Habinsel Thy in einem Holzatelierhaus nieder. Der Phase mit den Kinderbildern ließ sie Themen wie "Frauen am Meer" und Mutter-und-Kind-Darstellungen folgen. Im Gegensatz zu Käte Kollwitz, wo Mutter und Kind eine Einhat waren, zeigte Käte Lassen ihre Kinder als zunehmend eigenständige, selbstbewusste Wesen, die ohne Erwachsene für sich allein stehen. Dr. Christina Mahn nimmt die Besucher der Vernissage mit an den Strand der Halbinsel Thy, lässt sie zuschauen, wie die Kinder spielen und womit sie spielen, tut Seitenblicke in das Leben der Fischer, erzählt auch von Flensburgern und davon, wie sie für ihre "Arme-Leute-Malerei" Kritik einsteckt. Käte Lassen sagte in der ihr eigenen Art, was Sache war. Und das allein schon macht neugierig, ein wenig länger vor ihren Bildern zu verweilen.




Statistik 2006


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2007:

Stadtbücherei mit neuem Rekord

Niebüll


dew


Das Team der Stadtbücherei Niebüll
Das Büchereiteam mit Anett Petersen, Ronald Steiner und Bärbel Bettien (v.l.)
Foto: Wrege

Als Büchereichef Ronald Steiner 1981 seinen Dienst in Niebüll antrat, verzeichnete die Stadtbücherei gerade mal 50 000 Entleihungen von Büchern und andern Medien. Im vergangenen Jahr war es nahezu das Dreifache. Mit 144 339 Entleihungen gab es nach steter Steigerung in den zurückliegenden Jahren einen erneuten Rekord. Gegenüber 2005 mit 142 963 Entleihungen war das ein Prozent mehr. "Ich war selbst überrascht, als die Endziffer auf dem Bildschirm unseres Computers aufleuchtete", sagte Steiner. Für ihn und seine Kolleginnen Anett Petersen und Bärbel Bettien war das allerdings auch der Lohn guter Arbeit. Das Trio war seinen rund 3000 Stammlesern aus Stadt und Land , den Neulingen, Urlaubern und kleinen Leuten stets hilfreich zu Diensten.
Der Erfolg der Stadtbücherei hat eine Reihe von Gründen. Der explosive Anstieg der Entleihungen ist in erster Linie den Medien DVD und CD-Rom zu verdanken. Die Bücherei stockte ihren Bestand auf 1148 "Scheiben" auf. So wurden 2006 allein 21 264 DVD/CD-Roms entliehen. Damit ging jedes dieser Medien 19 Mal über den Tresen.
Das Buch hat mit über 86 000 Entleihungen ungebrochenen Hauptanteil am Geschäft und verzeichnet immer noch Zuwachsraten, wie die Erfolgskurve aufzeigt. Diese verrät auch einige für das örtliche Büchereiwesen wichtige Stationen. 1988 zog die Bücherei von der Marktstraße in den ehemaligen Bökingharder Hof ein. 1998 wurde sie vom Hand- auf EDV-Betrieb umgestellt. Neuer Leserstrom kam hinzu, als die Fahrbücherei 4 aufgelöst wurde und sich etliche Gemeinden aus der Beteiligung an ihrer Nachfolgerin zurück zogen. Die Stadtbücherei verfügt heute über 34 893 Medien: 27 620 Bücher, 561 Taschenbücher, 1178 CDs, 1148 CD-Roms und DVDs, 67 Bilder und 686 Tonkassetten. Von der Gesamtziffer entfallen 86 039 Entleihungen auf Bücher, 9 743 auf Zeitschriften, 3 256 auf Videos, 8 420 auf CDs, 21 264 auf CD-Roms, 5 971 auf Kassetten und 3 178 auf Taschenbücher. Um besondere Leserwünsche zu erfüllen, wurden 2 055 Bücher von andern Büchereien besorgt. Den Katalog der Stadtbücherei findet der Leser im Internet.
Entleih-Spitzenreiter im Bereich Belletristik waren Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt", Elizabeth Georges "Wo kein Zeuge ist" und Ildikó Kürthys "Höhenrausch". Im besonders gefragten Sachbuch führten Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg", Joachim C. Fests "Ich nicht" und Tim Mälzers Kochbuch "Born to Cook 2". Gefragteste DVD war "Fluch der Karibik II" und der Zeichentrickfilm "Ice Age". Hauptlesezeit aus Sicht der Bücherei sind die Monate Oktober und November. Guten Zulauf gab es erneut durch Urlauber. Abgesehen von einigen wenigen Säumigen, die Bücher nicht zurück geben, gab's im letzten Jahr keinen Ärger. Was neu auf den Büchereimarkt kommt, steht nach vier Wochen im Regal der Bücherei.
Neben dem Entleihgeschäft ist die Bücherei auch in andern kulturellen Ebenen tätig. Internationales Flair hatten die fünf Ausstellungen von Dyke Johannsen (Tondern), Ulla Küddelsmann (Finnland), Bob Bonnies (Niederlande), Ren Rong (China) und Falko Behrendt (Deutschland). Sandra Dünschede stellte ihren Friesenkrimi "Deichgrab" vor, die Bücherei war Mitveranstalterin des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs, holte "Findus & Pettersson" ins Rathaus und ließ die Lesewelle für Kinder schwappen.
Für 2007 steht bereits ein weiteres Highlight fest. Im Sommer ist als Begleitveranstaltung zum SH Musikfestival mit dem Schwerpunkt Ungarn eine Ausstellung des ungarisch-französischen Malers Victor Vasarely (1908-1997) geplant. Die Bilder stellt die Pariser Galerie Lahumiere durch Vermittlung von Prof. Andreas Brandt zur Verfügung.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.01.2007:

1473 Entleihungen: Niebüllerin wurde "Leserin des Jahres"

Niebüll


dew


Ronald Steiner gratuliert Wenke und Levin Ketelsen
Ronald Steiner mit Wenke Ketelsen und deren Sohn Levin
Foto: Wrege

Die Stadtbücherei ehrt seit 2004 den Leser des Jahres. Im vergangenen Jahr war es die Hausfrau und Mutter Wenke Ketelsen (40) aus Niebüll. Unterstützt von ihrem Filius Levin (10), Sextaner an der FPS, brachte sie es auf 1 473 Entleihungen: überwiegend Bücher, Zeitschriften und Sachliteratur, während den Sohn Kassetten und Comics faszinierten. "Ich finde es toll in dieser Bücherei", sagte die Top-Leserin und Amateurmalerin. Aus Dank für den Service der Stadtbücherei überreichte sie deren Leiter Ronals Steiner ein Gemälde, das den Titel "BücherEi" tägt. Die pfiffige Leserin malte eine Schwinge Eier, aus deren Mitte ein Ei aufplatzt, aus dem statt des Kükens Bücher hervorquellen (Bücher + Ei = BücherEi". Steiner dankend: "Wir werden es an passender Stelle aufhängen." Die Leserin des Jahres, der Steiner ein Blumengebinde überreichte, liest "querbeet", mit Vorliebe Sachbücher und von diesen solche, die Abhandlungen aus dem Bereich Kunst enthalten. "Anteil am Lesestoff hat auch mein Mann", berichtet Wenke Ketelsen, "nicht aber meine beiden andern Sprösslinge, die eine eigene Leihkarte der Bücherei haben." Die Stadtbücherei vergab den Leserpreis erstmals nach Niebüll. In den beiden Jahren zuvor war er nach Risum-Lindholm gegangen.




Ausstellung


Weihnachtsausstellung

Falko Behrendt - märchenhaft



02.Dezember bis 23. Dezember 2006


Die Nachtigall, Gouache, 2000

Vom 02. Dezember bis 23. Dezember 2006 wurde es "märchenhaft" in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll, als der Lübecker Künstler Falko Behrendt seine Werke zeigte.

Die Ausstellungseröffnung fand am Sonnabend, dem 02. Dezember um 11.30 Uhr statt. Hierzu luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Zur Einführung sprach Rüdiger Otto von Brocken.
Der Künstler war anwesend.





Falko Behrendt
1951 in Torgelow geboren
1970-71 Abitur. Studium an der Verkehrshochschule Dresden
1971-75 Studium an der Hochschule für bildende Künste Dresden
Lehrer: Horlbeck und Kettner Diplom als Maler und Grafiker
1975-91 freischaffend in Neubrandenburg
1991-95 freischaffend in Lübeck
seit 1995 freischaffend in Hamburg
lebt in Hamburg und Möhnesee-Wamel



Aus den Husumer Nachrichten vom 29.11.2006:

Märchenhaftes aus der Vogelperspektive

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken

Er gehört zu den herausragenden und erfolgreichsten Grafikern im Lande. Und es gibt böse Zungen, die behaupten, so viel, wie er unterwegs sei, muss zumindest ein Teil seines Werks während der Autofahrten von einem Ausstellungsort zum anderen entstehen - gleichsam auf dem Beifahrersitz. Von Sonnabend, 2. Dezember, an zeigt die Stadtbücherei Niebüll in ihrer Weihnachtsausstellung Bilder von Falko Behrendt. Der gebürtige Mecklenburger, der heute in der Nähe von Lübeck wohnt, hat drei Themenschwerpunkte: Häfen, Märchen und Gärten. Bei seiner augenfälligen und stilbildenden Malerei und Grafik bedient sich Behrendt eines einfachen, aber besonders wirkungsvollen Tricks: Er, der eigentlich Pilot werden wollte, geht seine Motive aus einer Art fiktiver Vogelperspektive an. Dadurch erscheinen die Bilder mit ihren vielen auseinander driftenden Fluchtlinien wie herunter geklappte Pop-Ups. Zugleich wird dadurch Farbe, Form und Fläche unterstrichen. Und so entwickeln Falko Behrendts Bilder meisterliche Wirkungskraft, ohne dabei den Eindruck beinahe kindlicher Leichtigkeit einzubüßen. Zur Eröffnung seiner Ausstellung in Niebüll, um 11.30 Uhr, spricht Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der Husumer Nachrichten. Der Künstler ist anwesend. Seine Arbeiten, die diesmal im Wesentlichen um das Thema "Märchen" kreisen werden, bleiben bis 23. Dezember in der Stadtbücherei und sind werktags außer mittwochs von 9.30 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.12.2006:

Märchenhafte Ausstellung

Niebüll


Dieter Wrege

Ausstellungseröffnung Falko Behrendt
Falko Behrendt im Gespräch mit Dr. Klaus-Peter Erichsen, dem er eine schnelle Porträtskizze verehrt.
Foto: Wrege

Er ist eine Art Kosmopolit in Sachen Grafik, hat in sechs Ländern ausgestellt und war an Gruppenausstellungen in einem Dutzend weiterer Länder beteiligt. Jetzt sind Arbeiten von ihm bis zum 23. Dezember in der Stadtbücherei zu sehen. Büchereichef Ronald Steiner schaffte es, Falko Behrendt (55), einen der erfolgreichsten deutschen Grafiker, nach Niebüll zu holen. Nicht geringen Anteil daran hatte der Husumer Journalist Rüdiger Otto von Brocken, der mit Behrendt seit einer denkwürdigen Begegnung aus den Anfängen seines Volontariats in Flensburg freundschaftlich verbunden ist. Er führte die Ausstellungsbesucher auch in das Werk des gebürtigen Mecklenburgers ein.
"Märchenstunde" in der Bücherei. Doch es ist eine andere als die in der wöchentlichen Lesewelle. Es sind die Märchen des Falko Behrendt, die dieser neben Häfen und Gärten zum Mittelpunkt seines grafischen Werks gemacht hat. Inhaltlich sind sie den klassischen Märchenerzählern zuzuordnen, künstlerisch hingegen von meisterhafter Wirkung - mal aus der Vogelperspektive, mal mit auseinander driftenden Linien, doch stets mit einem kinderleicht anmutenden Strich, als wenn der Stift es eilig habe, von einem zum andern Punkt zu kommen. Man braucht so seine Zeit, um die Galerie der Märchen entlang zu kommen, weil Märchen es in sich haben, wie Rüdiger Otto v. Brocken betonte. Bei der Farbradierung "Der Hase und der Igel" bedarf es längeren Verweilens, bis man die beiden Kombattanten ausgemacht hat.
Alles Schöne und Edle sei das Ergebnis von Vernunft und Überlegung, sagt Baudelaire - wahre Abenteuer spielen im Kopf, meint André Heller. "Nimmt man beides zusammen, so ist man im Epizentrum der Behrendtschen Bilderwelten", folgert Rüdiger Otto, der in einem alten Katalog des Künstlers geblättert hat. In der künstlerischen Ausdruckskraft vergleicht er Behrendt mit dem Maler und Grafiker Odilon Redon: "Beide paaren handwerkliche und künstlerische Virtuosität mit geradezu beängstigendem Fleiß."
Weil Künstler Anekdoten, die sich um sie ranken, selten widersprechen, wurde auch noch die erzählt, nach der der "viel Reisende" angeblich etliche seiner Arbeiten auf dem Beifahrersitz seines Autos zu Papier bringt. "Doch das gehört wohl ins Reich der Fantasie", schob Otto nach und erzählte von einer Begegnung in Kopenhagen, bei der er ihm über die Schulter schauen und erleben durfte, "wie schwer es ihm war, jene Leichtigkeit zu erzeugen, die von seinen Bildern ausgeht." In der mit Zitaten gespickten Einführung des Husumer Redakteurs wird auch die Rastlosigkeit eines stets auf der Suche nach der endgültigen Formel eilenden Künstlers deutlich. "15 Varianten", sagte Behrendt, "sind für mich keine Seltenheit." Behrendt, heimlicher Fan der Fliegerei, liebt die Vogelzugperspektive. Vielen seiner Bilder sei die irisierende Anhäufung winziger wimmelnder Details gemein. "Bäume, Brücken, Felder, Fabriken, Passanten, Schornsteine und Schiffe befallen den Betrachter wie aus einem viel zu engen und doch uferlosen Bildraum", sagt Otto. Farben jedoch geben der provozierenden Unordnung Struktur. Falko Behrendt sei, erfährt man, geschäftstüchtig, ob wohl ihm , wie er sagt, vier Jahrzehnte Kapitalismus fehlen. In der Sportlersprache sagt der Künstler von sich, seine Olympiade werde den Rest seines Lebens dauern. Doch müsse man stets hundertprozentig vorbereitet sein, wolle man gleichbleibend gute Qualität abliefern. Falko Behrendt wurde 1951 in Torgelow (Mecklenburg) geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst an der Verkehrshochschule Dresden (1970-1971), danach an der dortigen Hochschule für bildende Künste und schloss 1975 mit dem Diplom als Maler und Grafiker ab. 1975 bis 1991 lebte er freischaffend in Neubrandenburg, danach wechselte er nach Lübeck und Hamburg. Seit 1995 ist er in der Nähe von Lübeck zu Hause. Bisher wurden seine Arbeiten in 180 Einzelausstellungen gezeigt.




Ausstellung


Die Stadtbücherei Niebüll zeigte vom 09. November bis 28. November 2006 Radierungen von Schülerinnen und Schülern des 13. Jahrgangs. Die Arbeiten sind die Ergebnisse eines Grafikprojekts der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll und des Gymnasiums Tondern unter der Leitung des Lübecker Künstlers Falko Behrendt.

Die Ausstellung wurde eröffnet am 09.11.2006 um 19.00 Uhr. Es sprachen der Direktor der FPS Herr Manfred Wissel und die Kunsterzieherinnen Astrid Scherrebeck und Inken Geertz.




Aus der Flensborg Avis vom 10.11.2006:

Elevernes kunst kender ingen grænser

Niebüll


Holger Johannsen


Otte tyske og lige så mange danske gymnasieelever har i formningstimerne i fællesskab beskæftiget sig med "Eventyrlandskab mellem Vesterhavet og Østersøen". De unges kunstneriske resultater kan fra i dag beundres på byens bilbliotek i Nibøl.
Maleren og grafikeren Falko Behrendt fra Lübeck var meget imponeret over de unges engagement. -De har allesammen været meget interesseret og engageret, roste han. I tre dage kiggede otte tyske og otte danske gymnasieelever fra Nibøl og Tønder ham og hans trykker, Thomas Rauch, over skulderen for at lære, hvordan en radering bliver til. Og det gøres i tre skridt: Først bliver den kunstneriske skitse ridset på en gennemsigtig acrylplade. Så gælder det om at bearbejde kobberpladerne. Og det er ikke særlig nemt, idet tegningerne her skal overføres som spejlbillede, fordi raderinger jo skal trykkes bagefter. Og det er så det sidste skridt.
Efter en indgående instruktion fra raderings-profierne fik eleverne fra henholdsvis 13. årgang og 3.g. så selv chancen for at afprøve deres kreativitet. - Eleverne var meget ivrige og produktive. De første 50 raderinger blev trykt allerede den første dag, siger kunstlæreren Inken Geerts fra Friedrich-Paulsen-Schule i Nibøl anerkendende. Sammen med sin danske kollega, Astrid Scherrebeck fra Tønder Gymnasium, stod hun tre dage i oktober for det tre-dages tysk-danske grafikkursus på gymnasiet i Nibøl med grafikeren Falko Behrendt som gæstelærer. Grafikkurset var et led i det grænseoverskridende gymnasiesamarbejde mellem Nibøl og Tønder, som ifølge læreren Inken Geertz allerede er blevet praktiseret gennem enkeltstående projekter "i flere årtier".
Oprindeligt var det meningen, at også gymnasier fra den tyske by Heringsdorf og polske Swinoujscie (Swinemünde) på Østersø-øen Usedom skulle deltage i denne kunstneriske udgave af en "Europa-Klasse". Men det lykkedes ikke at få en finansiering stablet på benene for disse to gymnasier. Alligevel er det blevet til så mange raderinger, at der er nok til en spændende udstilling. Raderingerne kan beundres under mottoet "Märchenlandschaften zwischen Nord- und Ostsee" eller på dansk: "Eventyrlandskab mellem Vesterhavet og Østersøen". De danske og tyske raderinger bliver nu i første omgang vist på Nibøls bybibliotek i Hauptstraße 46. Bibliotekets leder, Ronald Steiner, der så at sige var udstillingens første besøger, viste sig ret imponeret over elevernes kreativitet: - Det er blevet til en fyldig udstilling med over 30 blade, der allesammen har deres helt egen kunstnerisk kvalitet, sagde han.
Udstillingen blev i aftes åbnet officielt med en tale af Friedrich-Paulsen-Schules rektor, Manfred Wissel. Også kunstneren Falko Berendt var inviteret med.

Udstillingen varer til og med torsdag den 28. november. Biblioteket har åbnet mandag, tirsdag, torsdag og fredag klokken 9.30-13 og klokken 15-18. Om lørdagen er der åbent klokken 10-12.


Ausstellung


Ren Rong
"Pflanzenmenschen - Berichte aus Beijing"
Bilder und Skulpturen



23. September bis 31. Oktober 2006


Pflanzenkopf, 2005

Vom 23. September 2006 bis 31. Oktober 2006 zeigte der Künstler Ren Rong Bilder und Skulturen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung fand am 23. September um 11.30 Uhr statt. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und der Kunstverein Niebüll herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner, Barbara Schmidt-Tychsen
Grußworte: Anja Cornils, Niebüll, Dr. Helmut Sydow, Kiel
Einführung: Gyde Köster, Braderup

Der Künstler ist anwesend.



Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und eine Original-Papierschnitt-Edition.

Ren Rong

1960 geboren in Nanjing, Volksrepublik China
1982-1986 Studium an der Nanjinger Kunstakademie
1986 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1989-1990 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Münster
1990-1992 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1992 Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler
1993 Jahresstipendium des Kultusministeriums des Landes Schleswig-Holstein
1994 Weilburger Förderpreis für Kunst

Ren Rong lebt und arbeitet in Deutschland und China




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.09.06:

Pflanzenmenschen in der Stadtbücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Ren Rong
Halten das Bild "Pflanzenmensch": Ren Rong (Mitte) mit Horst Fermisek vom Kunstverein (r.) und Ronald Steiner
Foto: Wrege

Am Sonnabend beginnt in der Stadtbücherei eine Ausstellung besonderer Art. Der chinesische in Deutschland und China lebende und arbeitende Maler Ren Rong (46) stellt eine Serie von Bildern aus, die ein Mix zwischen westeuropäischer Moderne und traditioneller chinesischer Kunst sind. Bevorzugte Motive des Chinesen, der mit einer Deutschen verheiratet ist, sind seit 1990 "Pflanzenmenschen". Ren Rong variiert diese Art von Mischwesen mit immer wieder neuen Einfällen in einer unendlichen Serie von Variationen. Etliche Kostproben hat er für die Stadtbücherei ausgesucht, der bei dieser Ausstellung der örtliche Kunstverein zur Seite steht. Variantenreich wie seine Motive sind auch Techniken und Material. Mal ist es der von ihm meisterhaft beherrschte chinesische Papierschnitt, mal das aus Holz heraus gearbeitete Relief oder aber auch die Eisenskulptur. Lebhaft wie sein Wirken ist auch der Mensch Ren Rong, der seine deutsche Zunge bereits mit eine Fülle umgangssprachlicher Floskeln ausgestattet hat. Nicht von ungefähr pendelt der in Nanking geborene Künstler zwischen der Bundesrepublik und seiner Heimat, von der er sagt, man lasse ihn dort zwar gewähren, Spaß und Freude an seiner Kunst zu haben. "In Deutschland hingegen", sagt Rong, "habe ich mehr Freiraum." Zeitgleich stellt der Chinese im Rahmen der Reihe "Dialog der Kulturen" im Forum für Gesellschaft und Kultur des Deutschen Ring in Hamburg aus. Dort sind gegenwärtig partnerschaftliche Feiern zwischen der Hansestadt und Schanghai ("China Time 2006") im Gange. Der Abstecher Rongs nach Niebüll hat einen älteren Ursprung. Ronald Steiner lernte Ren Rong vor drei Jahren kennen, als dieser als Stipendiat Nordfriesland besuchte. "Weil die Ausstellung für uns alleine eine Nummer zu groß wäre , haben wir den Kunstverein gebeten mit einzusteigen." Vernissage ist am Sonnabend um 11,30 Uhr in der Stadtbücherei. Der Künstler wird anwesend sein, Gyde Köster, ehemalige Staatssekretärin im Kieler Kultusministerium, wird in die Ausstellung, die bis zum 31. Oktober dauert, einführen.




Aus der Flensborg Avis vom 05.10.2006:

Ein freies Spiel mit menschlichen Formen

Niebüll


FlA


Die Stadtbücherei bietet bis Ende Oktober eine Ausstellung der besonderen Art. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kunstverein ist es gelungen, Bilder und Skulpturen von Ren Rong nach Niebüll zu holen. Der 46-jährige Künstler, der teils in seiner chinesischen Heimat, teils in Deutschland arbeitet, ist weltweit bereits auf vielen Ausstellungen zu sehen gewesen. International bekannt wurde er durch seine "Pflanzenmenschen", ein freies Spiel mit den menschlichen Formen, das auch die Schau in der Stadtbücherei prägt. Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und eine Original-Papierschnitt-Edition. In seinem Schaffen wandelt Ren Rong zwischen traditioneller chinesischer Kunst und westeuropäischer Moderne. Der Künstler, der mit einer Deutschen verheiratet ist, variiert seine "Pflanzenmenschen" durch Motive, Techniken und Material. "Mal ist es der von ihm meisterhaft beherrschte chinesische Papierschnitt, mal das aus Holz heraus gearbeitete Relief oder aber auch die Eisenskulptur", wie bei der Ausstellungseröffnung herausgestellt wurde. Zeitgleich mit Niebüll stellt der Künstler im Rahmen der Reihe "Dialog der Kulturen" im Forum für Gesellschaft und Kultur des Deutschen Rings in Hamburg aus. Der Abstecher Ren Rongs nach Niebüll kam dadurch zustande, dass der Leiter der Stadtbücherei, Ronald Steiner, ihn vor dreizehn Jahren kennengelernt hatte, als sich dieser als Stipendiat in Nordfriesland aufhielt. Gemeinsam mit dem Kunstverein gelang es, die Ausstellung vorzubereiten. Erste Besucher freuten sich darüber, dass hier "keine Fratzen, sondern freundlich lächelnde Menschen" gezeigt werden, die Optimismus ausstrahlen


Leseherbst



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.10.2006:

Der Herbst weckt die Leselust

Niebüll


Dieter Wrege


Büchereibesucher
Die Tage werden kürzer: Das zeigt sich auch in der Niebüller Bücherei, in der zurzeit vermehrt Lesestoff nachgefragt wird.
Foto: Wrege

Herbstzeit ist wieder Lesezeit. Das bekommt auch die Stadtbücherei Niebüll zu spüren. Der Betrieb an den Regalen und am Tresen nimmt zu. Der Oktober und November sind die stärksten Monate, weiß Büchereichef Ronald Steiner, in dessen "bunter Welt der Medien" die Ausleihziffern massiv zunehmen. Im vergangenen Jahr verlieh die Bücherei 140 000 Medien. "Wir sind jetzt wieder auf gutem Weg dorthin." Der Donnerstag einer jeden Woche ist arbeitsreichster Tag in der Bücherei. Dann deckt man sich schon mal früh fürs Wochenende ein. "Späte" Leser machen die beiden Vormittagsstunden das Sonnabends zu den stärksten der Woche. Doch auch sonst kann sich die Stadtbücherei über das Interesse ihrer großen und kleinen Kunden nicht beklagen. Steiner: "Es boomt immer wieder ganz schön." Da die Tage kürzer und die Abende länger werden, lohnt es, sich aus dem Angebot der 35 000 Medien zu bedienen. An Wochenenden sind zunehmend DVDs mit guten Filmen gefragt. Das Filmangebot der Bücherei deckt die "Versorgung" einer Familie voll ab. Es ist ein durchweh seriöses Filmangebot, das fernab unerwünschter und für die Altersbereiche "U 18/16" nicht erlaubter Grenzen liegt. Der Sommer sei trotz WM und guten Wetters und ausgesprochen gut gewesen, sagt Steiner, der erneut viele Urlauber zu bedienen hatte. Obwohl die Zahl der Medien wie CD-ROM, CD, DVD und der immer noch gängigen Videokassette stark zugenommen hat, ist das Buch Leitmedium der Bücherei geblieben. Derzeitige Renner sind Biografien. Günter Grass "Zwiebel", in der er sich als "SS-Angehöriger" outet, erregt immer noch steigende Neugierde. Gut geht auch Joachim C. Fests "Ich nicht", ebenso die Biografie der gebürtigen Föhrerin Friede Springer, geborener Riewerts, die in der Famlie Axel Springer als Kindermächen begann. Nicht wenig interessant auch, was Senta Berger über sich schreibt, und wie Hape Kerkeling seinen "Jacobs-Marathon" durchgestanden hat, dem es lax den Titel gab "Ich bin dann eben mal weg". In der Sparte Belletristik dominiert zurzeit der Historienroman. In der Tabellenspitze sind Iny Korentz und Dagmar Trodler zu finden. Mankell hingegen hat an Interesse eingebüßt. Gut gegangen ist Sandra Dünschedes norfriesisches "Deichgrab". Kathy Reichs und Mary Higgings Clark garantieren weiterhin spannende Unterhaltung. Harry Potter verduftet sich zunehmend in die Ferne. "Ein Booom ist er nicht mehr", sagt Ronald Steiner, "es sein denn, Mrs. Joanne K. Rowling landet mal wieder einen Volltreffer und die PR-Kampagne zieht ein weiteres Mal. Die Gruppe der Schüler har zurzeit Pause. Nach den Herbstferien werden wieder Sachbücher aus den Bereichen Bio, Literatur, Erdkunde usw. über den Tresen gehen. Für die ganz Kleinen (bis 12) geht es schon kommende Woche los. Dann rollt an jedem Dienstag (16 bis 17 Uhr, Kinderecke) die beliebte "Lesewelle".


Lesung


Lesung

Sandra Dünschede
"Deichgrab"


Autorenfoto Sandra Dünschede

Am Mittwoch, dem 30. August 2006 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Sie stellte ihren ersten Kriminalroman "Deichgrab" vor. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.



Zum Inhalt des Buches: Tom Meissner kehrt nach dem Tod seines Onkels, bei dem er als Kind einige Jahre verbracht hat, in dessen Dorf zurück. Er will den Nachlass regeln und erfährt, dass sein Onkel Hannes Friedrichsen 1962 wegen Mordes an einem Mädchen aus dem Dorf vor Gericht stand. Da es damals jedoch keine ausreichenden Beweise gab und auch die Leiche des Mädchens nie gefunden wurde, kam es zu einem Freispruch. Die Leute aus dem Dorf sind allerdings bis heute der Meinung, dass Hannes Friedrichsen die kleine Britta Johannsen umgebracht hat. Tom, der sich nicht vorstellen kann, dass er einen Teil seiner Kindheit bei einem Mörder verbracht haben soll, beschließt herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Haie Ketelsen, der Hausmeister der Grundschule, ist der einzige im Dorf zu dem Tom einen engeren Kontakt aufbauen kann. Haies Frau Elke gerät jedoch außer sich, als sie erfährt, dass Haie und Tom versuchen, den Fall von damals neu aufzurollen. Nach und nach finden die beiden heraus, dass Broder Petersen nicht nur regelmäßig Geld an Hannes gezahlt hat, sondern auch Brittas Eltern hin und wieder finanziell unter die Arme gegriffen hat. Als Tom den damaligen Zeitungsreporter auf Sylt besucht, erfährt er, dass Broder Hannes zunächst schwer belastet, dann aber seine Aussage zurückgezogen hat. Ebenfalls hat auch Elke Ketelsen eine Aussage gemacht. Haie hat davon keine Ahnung, stellt seine Frau zur Rede. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden, da Elke beichtet, dass sie aufgrund eines Verhältnisses mit Klaus Nissen zu einer Falschaussage gezwungen worden war. In einem Schließfach in Flensburg finden Haie und Tom eine beachtliche Geldsumme, Listen mit Registriernummern von Abfallfässern und Fotos. Plötzlich jedoch wird Haie mit einer Thalliumvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen. Stück für Stück fügen sich die einzelnen Teile der Geschehnisse von damals wie ein Puzzle zusammen und bringen die dunkle Vergangenheit einiger Dorfbewohner zum Vorschein.
Hauptschauplatz des Krimis ist Risum-Lindholm und die nähere Umgebung (auch die Stadtbücherei wird selbstverständlich erwähnt). Besonders reizvoll an dem Roman ist zum einen der regionale Bezug (Schauplätze wie Risum-Lindholm, Niebüll, Flensburg, Sylt, etc.) und zum anderen die Kombination aus Spannung und nordfriesischer Tradition ("Spökenkieker", Nationalstolz der Friesen, Theodor Storm-Bezug, etc.).

Sandra Dünschede geboren 1972 in Niebüll, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich Kurzgeschichten und Kurzkrimis ."Deichgrab" ist ihr erster Kriminalroman.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 02.09.2006:

Mord in Risum-Lindholm: Heimatkrimi fesselt die Leser

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sandra Dünschede
Büchereichef Ronald Steiner und Krimi-Autorin Sandra Dünschede freuen sich über das große Interesse an der Lesung
Foto: Wrege

Tom Meissner will es nicht in den Kopf, dass sein Onkel Hannes die kleine Britta umgebracht haben soll. Er macht sich auf den Weg, herauszufinden was wirklich geschah. Freund Haie hilft. Doch beide treten bei ihren "Ermittlungen" vieles los, was etlichen Dorfbewohnern wegen der dunklen Flecken auf ihrer Vergangenheit nicht schmeckt. Der Roman "Deichgrab" spielt im Friesendorf Risum-Lindholm und ist ein spannender Krimi, geschrieben von der ehemaligen Dorfbewohnerin Sandra Dünschede. Sie las in der Stadtbücherei und lockte nicht nur Krimi-Freunde an, sondern auch Nordfriesen, die herausfinden wollten, was sie so alles miterleben und entdecken, wenn Tom & Haie wie Mr. Holmes und Mr. Watson durchs Dorf ziehen, um dem wahren Mörder auf die Spur zu kommen. Sandra Dünschede (34) ist in Niebüll geboren, wuchs in Risum-Lindholm auf, besuchte die Realschule und das Fachgymnasium Niebüll, an dem sie 1992 das Abitur bestand, lernte in Itzehoe das Bankfach und wechselte nach einer Zwischenstation in Hamburg nach Düsseldorf, wo sie heute nach dem Studium der Germanistik und Sprachwissenschaften kurz vor dem Abschluss der Magisterarbeit steht. "Man liest und hört so viel von Verbrechen. Wenn sie auf dem Lande passieren, könnten sie auch in einem Dorf wie Risum-Lindhom geschehen", erklärte die Autorin, die zuvor Kurzgeschichten und Kurzkrimis geschrieben hatte. Weil es in der Tat bereits Tötungsdelikte in und nahe ihrem Heimatdorf gegeben hatte, lag es nahe, ihren ersten Krimi dort spielen zu lassen. Es verwundert nicht, dass die Lesung in der Stadtbücherei, die im Krimi übrigens auch vorkommt, ein Renner war und eine "volle Hütte" garantierte, ist die Autorin doch "eine von uns", spielt ihre Geschichte im Dorf, wo man Seite für Seite seine Straßen, Häuser und Plätze erkennt wie etwa das "Hilton" von Elfriede Johannsen, die Kirche St. Sebast mit dem nahen Friedhof, das Pastorat, den Laden von Kaufmann Paulsen und "düt & dat". Friedrichsen, Ketelsen, Brodersen, Petersen - das sind echt nordfriesische Namen, auch wenn man sich als Leser gewünscht hätte, das eine oder andere friesische Element hätte die Lokalität noch authentischer gemacht. Doch Detailtreue und bisweilen langatmig anmutende akribische Genauigkeit der Verfasserin nehmen den Leser Zug und Zug mit "auf Recherche" und beziehen ihn in die Errmittlungen ein. Diese anzugehen, erwies sich zunächst als nicht leicht. Doch eine von Tom geschmissene Lokalrunde in der Kneipe öffnet Herzen und löst Zungen - auch die von Haie Ketelsen, zum dem sich nach und nach ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut. Sandra Dünschede lässt bisweilen schrille Typen aus dem Dorf aufkreuzen wie etwa die beleibte Tante Lisbeth, die umtriebige Frieda oder den mysteriösen Kunstexperten Crutschinow. Sie legt Spuren, von denen man annimmt, sie könnten zur Aufdeckung der Wahrheit führen. Ihre Lieblingsfigur, verrät sie, sei Haie. Mit ihm und Tom, lässt sie anklingen, habe sie in einem weiteren Krimi noch mehr vor. Bei allem Tun und Treiben im Dorf geht es am Ende um die Wahrheit, an die sich die beiden "Ermittler" Stück für Stück heran tasten. Ob sie den wahren Mörder finden (Haie: "Onkel Hannes ist es nicht."), ob sie herausfinden, wo die Leiche der kleinen Britta vergraben ist und was sonst noch ans Tageslicht kommt: das herauszufinden, ist Sache der Leser, die in der Bücherstube Leu kräftig zulangten und das 374 Seiten dicke Taschenbuch bis auf das letzte Exemplar aufkauften. "Es wird eine zweite Auflage geben", versprach Sandra Dünschede, die fleißig signieren musste, viele Fragen zu beantworten hatte, alte Bekannte begrüßte und zum Schluss verriet, dass sie künftig beileibe nicht nur Kriminalgeschichten erzählen wird, sondern auch mal eine interessante Familienstory.


Ausstellung


Bob Bonies
"Konstruierte Realität"


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2006
01. Juli 2006 bis 31. August 2006


Bob Bonies 2003

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 6.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Niederlande", und wir waren mit einer hochkarätigen Ausstellung dabei.
Wir zeigten Arbeiten (Bilder und Grafik)von Bob Bonies! Und als Kurator der Ausstellung zeichnete freundlicherweise wiederum Prof. Andreas Brandt aus Niebüll.


Der international bekannte Maler Bob Bonies hat sich mit seiner Kunst der Nachfolge des "De Stijl" verschrieben. Seine Werke sind eine Weiterführung der Prinzipien dieser in den Niederlanden begonnenen Kunstrichtung. Bonies, 1936 geboren, gehört zu den bekannten, international beachteten Malern der Niederlande. Seine meist mehrteiligen Bilder sind mit einfachen Mitteln konstruiert - dem rechten Winkel, der Diagonalen und dem Kreis, dazu den vier Grundfarben und Weiß. Alles in ihnen ist auf das bildnerisch Notwendigste reduziert. "Das Bild hat keine ander Funktion als Bild zu sein", sagt er selbst.

Der Künstler Bob Bonies war dabei, als Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde-Stiftung in Seebüll die Ausstellung am 01.Juli 2006 um 11.30 Uhr eröffnete. Herr Rolf Teucher, Präsident des Landeskulturverbandes sprach ein Grußwort. Vom Generalkonsulat der Niederlande in Hamburg war der Kulturrefernt Herr Felix Eich anwesend.





Aus der Wochenschau vom 21.07.2006:

Niederländischer Meister

Niebüll


Wolf-Rüdiger Konitzki


Ausstellungseröffnung Bob Bonies
Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei (v.l.): Ronald Steiner, Rolf Teucher, Felix Eich, Künstler Bob Bonies und Jörg Garbrecht.
Foto:Konitzki

Mit dem Maler Bob Bonies hat die Stadtbücherei einen der Großen des Konstruktivismus gewonnen. Als Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) mit dem Schwerpunkt Niederlande sind seine Werke bis zum 31. August zu sehen. Büchereileiter Ronald Steiner konnte zur Eröffnung der Ausstellung viele Kunstinteressierte begrüßen. Zu Gast war auch die Malerin Gudrun Piper, die 1990 gemeinsam mit Max Mahlmann im Richard Haizmann Museum ausgestellt hatte. Grußworte kamen vom Geschäftsführer des Landeskulturverbandes, Rolf Teucher und dem Kulturattaché des Generalkonsulats der Niederlande in Hamburg, Felix Eich. Dr. Jörg Garbrecht von der Emil und Ada Nolde-Stiftung gab eine Einführung in die Ausstellung. In amüsanter Weise erschloss er die Kunst Bob Bonies, die sich nicht jedem unmittelbar erschließt. Bob Bonies gehörte in den 60-er Jahren in Holland zu den ersten Malern, die auf die Reizüberflutung der Zeit mit einer rationalen, sehr einfachen und sehr klaren Formensprache reagierten. "Das Bild hat keine andere Funktion, als Bild zu sein", sagte der Künstler selbst. Konkret bedeutet das strenge geometrische Formen. Der rechte Winkel, die Diagonale, der Kreis, die vier Grundfarben Rot, Blau, Gelb und Grün, dazu die weiße Fläche, das ist seit dieser Zeit das Material, mit dem er seine mehrteiligen Bilder konstruiert. Die Bilder zeigen keine Pinselspur. Bob Bonies trägt vier Farbschichten, jeweils in unterschiedlicher Pinselrichtung auf und erreicht damit eine unübertroffene Gleichmäßigkeit. "Für mich", sagte Bob Bonies, "ist der Konstruktivismus als Idee immer noch hochaktuell, speziell in dieser visuellen Zeit mit enormem Bildkonsum über Fernsehen und Reklame". Dass Bob Bonies in Niebüll ausstellt, ist dem hier lebenden Professor Andreas Brandt zu verdanken, aber auch zahlreichen Sponsoren. Für die Stadt ist die Ausstellung eines Künstlers vom Rang eines Bob Bonies eine Auszeichnung. Der 1937 geborene Maler lebt in Den Haag. Er gehört zu den bekanntesten Künstlern Hollands. Ausstellungen in mehreren europäischen Ländern haben ihn über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt gemacht. Die Ausstellung - wie auch der Jahresschwerpunkt des SHMF - schließen an eine alte Tradition an. Die Herzöge Schleswig-Holsteins pflegten bereits vor mehr als 350 Jahren enge kulturelle Kontakte zu den Niederlanden.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 03.08.2006:

Vital, virtuos und ganz wunderbar verspielt

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken


Ausstellung Bob Bonies
Farbenfroh: Die Bilder von Bob Bonies.
Foto: Rüdiger Otto von Brocken

Konstruktivistische Bilder erscheinen vielen Betrachtern als besonders nüchtern und streng, ja manchmal sogar als leblos und steril. Nicht so die Arbeiten von Bob Bonies. Dieser Mann gehört zu den bekanntesten Künstlern der Niederlande - obgleich er Konstruktivist ist und weil er es ist. Kein Wunder, sondern solides Handwerk. Selten war moderner Konstruktivismus so vital, so entgrenzend und wunderbar virtuos verspielt wie der des gebürtigen Den Haagers. Kraftvoll reibt Bob Bonies Linie, Quadrat, Kreis und Dreieck aneinander, wirbelt sie durch die Lostrommel seiner angewandten Fantasien und überschüttet den Betrachter mit einem ganzen Füllhorn geistig-grafischer Höhenflüge. Da wird zum Beispiel eine perspektivisch verdrehte, wie in einem Farbeimer geschwenkte, rote Rundform gegen flächiges Weiß gestellt und in der Außenform zu einem papierenen Tarnkappen-Flugzeug gefaltet. Aber die Krönung ist ein weißes Quadrat, das Bonies durch einen vertikalen roten Balken in zwei Rechtecke zerteilt. An sich nichts Besonderes, würde da nicht diese hauchdünne weiße Diagonale, die der 69-Jährige durch besagten roten Balken zieht und um die herum er die beiden Rechtecke gegeneinander verschiebt. Die konstruktivistische Fläche wird auf verblüffende Weise zur Skulptur. Einen ähnlich genialen Einfall hatte Picasso, als er aus einem Fahrradsattel und dem zum Horn mutierten Rennradlenker seinen "Stier" formte. So einfach kann die hohe Schule der Kunst sein und dabei so erfrischend unkompliziert, dass man glatt vergessen könnte, wie lange auf diesen Phönixen herumgebrütet worden ist. Aber darin besteht ja gerade die Kunst. Aus Anlass des Schleswig-Holsteinischen Musik-Festivals, dessen Schwerpunkt die Niederlande bilden, fanden Bonies Werke den Weg in die Niebüller Stadtbücherei und dort werden sie auch noch bis zum 31. August bleiben. Ein Weg, der sich lohnt.


Puppentheater


Wie Findus zu Pettersson kam

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am Mittwoch, 02.August 2006 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Wie Findus zu Pettersson kam". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.


Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr, folgte nun ein ganz neues Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist mit den beiden sehr gegensätzlichen Hauptdarstellern. Doch diesmal war Pettersson in seinem Tischlerschuppen mit dem Bau einer Zeitmaschine beschäftigt. Dass Findus nicht immer gerade dabei sehr behilflich war, wurde wieder zur Kraftprobe für die Beiden. Außerdem sorgten die Hühner und die kleinen Mucklas für genügend Überraschungen. Dass zum Schluss Findus und die Zuschauer erfuhren, wie er überhaupt zu Pettersson kam, wurde zu einem kleinen Wunder.
Wieder ging es einfallsreich und rasant zu. Ein Stück zum Träumen, Lachen und Mitfiebern und natürlich auch mit Musik für die ganze Familie.
Spiel mit dem Schauspieler und Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch und der ukrainischen Puppenspielerin Olga Miroshnkova.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.08.2006:

Pfiffiger Kater zu Gast in Niebüll

Niebüll


Dieter Wrege


Herr Pettersson und Findus beraten sich
Das Puppentherater "Firlefanz" begeisterte mit den Geschichten von Pettersson und Findus
Foto: Wrege

Herrliches Kinder-Sommertheater im Niebüller Rathaus. Dorthin hatte Büchereichef Ronald Steiner zum vierten Mal das "hohenHOFtheater Firlefanz", ein Theater mit Puppen, aus dem westfälischen Hagen eingeladen. Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch und seine ukrainische Partnerin und Lebensgefährtin Olga Myroshnykova hatten erneut ein Stück frei nach Sven Nordqvist, dem schwedischen Kinderbuchautor, auf dem Programm. Den Stoff für das lustige Spiel lieferte die Geschichte, wie Findus zu Herrn Pettersson kam. Grigorij Kästner-Kubsch erweiterte sie, indem er sie in eine Tischlerwerkstatt verlegte, in der der schrullige Herr Pettersson eine Zeitmaschine baut. Doch der pfiffige Kater, die vorlauten Hühner und die umtriebigen Mucklas, kleine "gnomige" Fantasiegestalten, fahren dem alten Herrn derart in die Parade, dass die Erfindung scheitert und die fast fertige Zeitmaschine in sich zusammenklappt. Doch am Ende erfahren die großen und kleinen Zuschauer in einem wundersamen Schattenspiel, wie der Kater und der alte Mann zusammen kamen. In Nordqvists Originalgeschichte wurde ihm von einer Nachbarin ein Erbsenkarton gebracht, in dem statt der Erbsen ein winziges Kätzchen hockte, das schnell zum Kater Findus heran wuchs, der eines Tages von Herrn Pettersson forderte: "Ich möchte auch Hosen wie du anhaben." Der Hagener Puppenspieler seine Partnerin verstanden es wieder einmal, die Kinder zu begeistern. Ronals Steiner tat gut daran, den Besucherandrang über einen Kartenverkauf zu steuern. Die Kinder dürfen sicher sein, dass Herr Pettersson und Kater Findus auch im nächsten Jahr einer Einladung der Stadtbücherei folgen werden.


Ausstellung


Ulla Ruissalo
"Zeichnungen und Collagen"



Tante

Vom 01.04.2006 bis 13.05.2006 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Werke der finnischen Künstlerin Ulla Ruissalo.

Zur Ausstellungseröffnung fand am Samstag, dem 01. April 2006, um 11.30 Uhr statt.

Zur Eröffnung sprach John M. Helmbock, Hamburg.

Die Künstlerin war anwesend.





Ulla Ruissalo


1941 in Hattula, Finnland, geboren
1961 - 1962 Zeichenschule in Pori, Finnland
1963 Studium der Germanistik in Helsinki
1966 Übersiedlung nach Deutschland
seit 1972 intensive Auseinandersetzung mit der Malerei
seit 1976 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Dänemark und Finnland




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.04.2006:

Die Kunst, Unsichtbares sichtbar zu machen

Niebüll


Dieter Wrege


Am Meer
"Am Meer" nennt Ulla Ruissalo diese Collage
Foto: Wrege

Niebüll. Collagen, Ölbilder und Federzeichnungen der Finnin Ulla Ruissalo (64) sind seit dem Wochenende in der Frühjahrsausstellung der Stadtbücherei zu sehen. Büchereichef Ronald Steiner holte die in Lexgaard lebende Malerin nach 1996 zum zweiten Mal in die Bücherei. An der Resonanz war zu erkennen, dass Ulla Ruissalo in ihrer Wahlheimat Nordfriesland schon viele Freunde um sich geschart hat, die ihre Art, sich künstlerisch zu artikulieren, schätzen. Der Hamburger Rentier John M. Helmbock, bis vor kurzem noch "Distinguished Manager" bei IBM und seit langem mit der Malerin befreundet, führte in die Ausstellung ein, die Prof. Andreas Brandt vorbereitend begleitet hatte. Ulla Ruissalo ist Vertreterin der naiven Malerei. Doch steht sie den Profis der Malerei näher als denen, die außerhalb einer geistigen Auseinandersetzung in der Kunst tätig sind. Sie ist, ließ Helmbock anklingen, hoch talentiert. Auf ihre Art naiver Kunst treffe die Fähigkeit zu, einer zerstörten Welt menschliche Züge zu verleihen. Was sie macht, sei zwar gegenständlich, doch bisweilen so spontan, dass es abstrakt wirkt. Die Malerin präsentiert drei Themen. Das sind Standortbestimmungen, die Beziehung Mensch und Natur sowie Bilder, die Geschichten erzählen. Sie siedelte 1966 nach Deutschland um und ist seit 20 Jahren in Nordfriesland. "Damit gehört sie zwar zu uns, ist aber immer noch von dem inspiriert, wo sie herkommt", sagte Helmbock und fügt hinzu: "Wenn sie die Geest malt, kann eine finnische Landschaft dabei herauskommen." Womit er auf die geistige Heimat der Künstlerin hindeutet. Ihre Arbeiten "Öl auf Papier" seien konventioneller Art, die Zeichnungen auf Packpapier hingegen "einfach so" entstanden. Sie wären ihr aus der Hand geflossen. Und zu den Collagen sei es auch deshalb gekommen, weil sie mal farbiges Papier geschenkt bekam und es nicht wegtun wollte. "Das ist etwas Spontanes heraus gekommen, etwas frei Naives." Helmbock las einige Zitate der Ruissalo vom Block. Da sagt sie einmal, sie denke sich eine Geschichte aus und fange an, diese Geschichte zu malen. Ein andermal erzählt sie, sie zeichne, was Bilder sagen sollen. Und zu den Collagen war zu hören, dass ihr erst beim Ausschneiden von Papier irgendetwas dazu einfällt. Bildende Kunst, meinte John M. Hembock, sei nicht die Jagd nach Unsichtbarem. "Sie ist mehr die Kunst, Unsichtbares sichtbar zu machen." Der gebürtige Amerikaner Helmbock lenkt den Blick auf eine der schönsten Collagen, die Ulla Ruissalo "Am Meer" nennt. Eine Frau steht am Ufer und winkt einem Boot zu, auf dem die Besatzung in schwarzen Schemen dargestellt ist - und keiner von ihr antwortet. Der Betrachter darf sich ausdenken, welche Gedanken in die Ferne schweifen...und kein Echo auslösen.


Ausstellung


Dyke Johannsen
"Zeeichnungen und Figuren"



ohne Titel, Dyke Johannsen

Vom 21.01.2006 bis 28.02.2006 zeigt die Stadtbücherei Niebüll Werke des in Tondern lebenden Künstlers Dyke Johannsen.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 21.01.2006 um 11.30 Uhr laden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein. Der Künstler wird anwesend sein. Eine Einführung in das Werk des Künstlers gibt Herr Dr. Manfred Reuther von der Nolde-Stiftung.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.01.2006:

Stadtbücherei wieder einmal überfüllt

Niebüll


kon


Wieder einmal als zu klein erwiesen haben sich die Räume der Niebüller Stadtbücherei bei der Eröffnung der ersten Kunstausstellung im neuen Jahr. Die Besucher standen dicht gedrängt bis zur Eingangstür, um den Künstler Dyke Johannsen aus dem benachbarten Königreich live zu erleben. Der 1933 in Tondern geborene Maler, der Ausstellungen in aller Welt bestückt hat, ist kein Unbekannter in der Region. Eine Auswahl seiner Arbeiten hat der Kunstverein 1992 im Richard-Haizmann-Museum für Moderne Kunst gezeigt. Dr. Manfred Reuther, der die Laudatio hielt und Büchereileiter Ronald Steiner zu dieser Ausstellung beglückwünschte, würdigte die Stadtbücherei als "eine eigene und lebendige Institution für Kunstausstellungen bis zu internationaler Couleur, die weit über die regionale Kunstszene hinaus einen beachtenswerten Ruf gewonnen hat". Das ansruchsvolle und vielseitige Programm, das in der Stadtbücherei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, reicht laut Dr. Reuther von Kinder- und Schülerarbeiten, Arbeiten regionaler sowie internationaler Künstler bis zu renommierten Größen. Seit Jahren werde hier mit einem eigenen Beitrag der Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals aufgegriffen. Die Stadtbücherei finde über die Region hinaus Aufmerksamkeit und könne "durchaus auch mit Neuigkeiten und Entdeckungen glänzen". Die neue Austellung mit über 30 farbigen Zeichnungen des Malers Dyke Johannsen und einer Auswahl seiner kleinformatigen Keramikfiguren zählt zu den Besonderheiten der Kunstausstellungen in der Bücherei. Die Arbeiten des Dänen, die Lebensfreude und Heiterkeit ausstrahlen, sind vorwiegend in den letzten Jahren entstanden. Der Vorgang des Zeichnens sei ein Spiel im Vergleich zum Bildermalen, wie der Maler Siegfried Anzinger einst feststellte. Bei der Arbeit auf Papier wisse der Künstler, dass er ein nächstes Blatt nehmen kann, wenn das erste nicht zusagt. "Dadurch fallen Einschränkungen weg, ich kann mich frei bewegen". Auch die Zeichnungen Dyke Johannsens weisen diese Unbekümmertheit auf. Auch sie seien, wie Dr. Reuther empfand, als eine sehr unmittelbare, sehr persönliche Ausdrucksform spontan und unverfälscht niedergeschrieben worden. Dyke Johannsen, der in der dänischen Kunstszene beheimatet ist, kehrte nach seinen Studienjahren in Hanau und München und längeren Aufenthalten in Frankreich, Italien und den USA 1963 zurück nach Tondern. Obwohl Dyke Johannsen ein leidenschaftlicher Zeichner und Farbe das zentrale Ausdrucksmittel seiner Kunst ist, wechselt der Künstler gelegentlich sein Ausdrucksmittel und fertigt Skulpturen an. Diese Arbeiten in ihrer speziellen Farbigkeit und fließenden Gestaltung spiegeln immer die malerische Grundhaltung des Künstlers wieder. Johannsens großformatige keramische Arbeiten zieren das Krankenhaus in Tondern und den Eingang der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule. Einige kleinformatige Keramikfiguren sind während der Bilderausstellung in der Stadtbücherei zu sehen. Für seine Zeichnungen bevorzugt der Künstler farbige Ölkreiden auf Zeichenpapier. Mit wenigen, kraftvollen Strichen zeichnet er Landschaften, Strandszenen, Gartenbilder mit Familienmitgliedern, Stillleben oder Figurenbilder. Auch in seinen abstrakten Zeichnungen und Phantasiebildern ist die sichtbare Welt zu erahnen. Die Zeichnungen und Figuren des dänischen Künstlers bleiben bis zum 28. Februar in der Niebüller Stadtbücherei und sind werktags außer mittwochs von 9:30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr und an Sonnabenden von 10 bis 12 Uhr zu sehen.




Aus der Flensborg Avis vom 02.02.2006:

Von fast kindlicher Ursprünglichkeit

Niebüll


Otmar Petersen


Ausstellung. Stadtbücherei zeigt Zeichnungen und keramische Figuren von Dyke Johannsen aus Tønder.
Noch bis zum 28. Februar stellt die Stadtbücherei in der Hauptstraße den dänischen Künstler Dyke Johannsen vor. Dabei handelt es sich um 33 in Ölkreide auf Papier gebrachte Werke und zwölf keramische Figuren. Der 72 Jahre alte künstlerische Bote aus dem Nachbarland hat sich durch zahlreiche Ausstellungen vor allem in Dänemark, aber auch im Ausland einen Namen gemacht. Die Stadtbücherei Niebüll habe sich seit langem auch als eine eigene, lebendige Institution für Kunstausstellungen in der regionalen Kunstszene etabliert und weit darüber hinaus einen beachtenswerten Ruf erworben, lobte Dr. Manfred Reuther aus Seebüll bei der Eröffnung der Schau vor wenigen Tagen. Kunst im Alltag - in nichtmusealen Einrichtungen und vielbesuchten Begegnungsstätten - zu zeigen, sei zweifellos eine löbliche Devise. Voller Dynamik Als eine Besonderheit wertete Reuther die anspruchsvolle Ausstellung mit farbintensiven Zeichnungen voller Dynamik des Malers Dyke Johannsen. Sie strahlten eine gewisse Lebensfreude und Heiterkeit aus und seien überwiegend in den letzten Jahren entstanden. Johannsen habe die Kollektion mit Sorgfalt aus einem reichen Fundus als ein geschlossenes, vielfältiges Ensemble ausgewählt. Nach einer handwerklichen Ausbildung als Goldschmied sowie Studienjahren an der Zeichenakademie in Hanau und an der Akademie der bildenden Künste in München war Johannsens künstlerischer Werdegang von Auslands-aufenthalten in Paris, Florenz und den USA geprägt. 1963 kehrte er nach Tønder zurück, hielt sich aber immer wieder wegen verschiedener Arbeiten und Aufträgen in Paris und den Niederlanden auf. Seine keramischen Arbeiten entstanden dabei vorwiegend in einer Werkstatt in Den Haag. Der in der dänischen Kunstszene etablierte Gast der Stadtbücherei bevorzugt beim Zeichnen farbige Ölkreide auf einfachem Zeichenpapier. Seine Themenbereiche umfassen Landschaften, private Gartenbilder mit Familie, Stilleben und Porträts, aber auch Phantasien und Abstraktes. "Eine hemmungslose, fast kindliche Ursprünglichkeit regiert sein bildnerisches Geschehen", stellte Dr. Manfred Reuther fest.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 23.02.2006:

Dyke Johannsen in Niebüll

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken


Keramikfigur Danser
Ganz schön bunt: Johannsens Keramikfiguren.
Foto: Rüdiger Otto von Brocken

Für Dyke Johannsen ist Farbe das tragende Element. Mit ihr bewegt er sich durch reale und fantastische Welten, führt beide auf Papier und Keramik zusammen. Figuren oder Formen werden zur Nebensache, zum einfachen Träger-Stoff, auf dem der Däne aus Tondern sein Farb-Universum ausbreitet. Da macht auch die aktuelle Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei keine Ausnahme. Hier zeigt der 73-Jährige 30 farbige Zeichnungen sowie mehrere Keramikfiguren. Schon bei früheren Ausstellungen hat Johannsen bewiesen, wie sehr die Zeichnung seinen künstlerischen Ausdruck beflügelt. Mit ihrer Hilfe kann er sich spontan und unverfälscht verwirklichen, Impressionen aus dem eigenen Garten ebenso Strich-genau wiedergeben wie kleine Anekdoten aus dem Alltag. Auch dort, wo seine Bilder abstrakt werden, wo die Farbe endgültig in den Vordergrund zu rücken scheint, bleibt die Realität im Hintergrund spürbar - und mit ihr die Flüchtigkeit des Augenblicks, aber auch seine unmittelbare Schönheit. (o)


"Schölers leest platt" Vorlesewettbewerb 2005/2006


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.02.2006

Sieger "lebt" Plattdeutsch

Niebüll


dew



Teilnehmer und Mitwirkende des Vorlesewettbewerbsl
Plattdeutsche Sprache vereint sie: Teilnehmer und Juroren des Vorlesewettbewerbs
Foto: Wrege

Im Wettbewerb "Schölers leest Platt" behauptete sich der neujährige Jonas Sönksen aus Enge-Sande gegen eine sechsköpfige Konkurrenz und erreichte die nächste Runde. Als einer von 40 Landschaftssiegern startet er nun in der Regionalausscheidung, die voraussichtlich in Leck stattfindet. "Super, ich habe gewonnen", freute sich der Sieger. Jonas ist Schüler von Klassenlehrerin Kirsten Frerkes in der 3. Klasse der Grundschule Enge Sande. Sein gutes Platt eignete er sich in der Familie an, die "plattdeutsch lebt". In der Schule hat er wenig Gelegenheit zum Üben - auch nicht in der E-Jugend des SV Enge-Sande, wo er den Ball nachjagt. Den zweiten Platz erreichte Sarina Hansen aus der 4a der Grund- und Hauptschule Bredstedt vor Thore Aye (Klasse 3 der GS Rantrum). Gemeinsam auf Platz vier landeten Lea Rochel (Kl. 3/G S Medelby), Torben Petersen (Kl. 4d/ALS Niebüll), Nina Iwersen (Kl. 4/GS Stadum) und Marie Christin August (Kl. 4b/FPS Langenhorn). Veranstalter des Wettbewerbs "Schölers leest Platt" ist der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB), der die Durchführung dem Büchereiverein des Landes übertragen hat. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und gliedert sich in mehrere Runden. Seit Oktober 2005 ermittelten die Schulen ihre Sieger, die jetzt um den Landschaftssieg gegen einander antraten. Die danach folgenden Regionalausscheidungen finden an fünf Orten statt und das Finale am 8, Juni im Kulturzentrum Rendsburg. Die Ermittlung der Landschaftssieger im Sitzungssaal des Rathauses organisierte die Stadtbücherei Niebüll. Büchereichef Ronald Steiner stellte als Moderator Günter Fleskes (Niederdeutsches Zentrum), als Juroren Beate Jandt, Guido Tödt, Hauke Brückner, Dr. Rolf Hagemann und Wilfried Bockholt vor und als Nachwuchspianisten Ove Thomsen, der Pausen musikalisch überrückte. Als Sponsor vor Ort besorgte das Jugendaufbauwerk eine leckere Kaffeetafel. Gelesen wurde aus vorgegebenen Texten, die sich die sieben Teilnehmer selbst aussuchen durften. Drei Mal lasen die Schüler die "Haarschneidegeschichte", zwei mal den "Hexenmeister" und je einmal die Geschichte von den "Olchis" und von Philip. Gefordert waren Lesefreudigkeit, Aussprache und Ausdruck, vergeben wurden dafür Punkte von eins bis zehn. Die beiden Erstplatzierten setzten sich deutlich von ihrer Konkurrenz ab. Platz eins und zwei lagen hauchdünn beieinander. Günter Fleskes: "Ich war erstaunt über das hohe Niveau aller Teilnehmer." Für die Jury galt die Vorgabe, "kleinregionale Unterschiede" in der Wertung zu vernachlässigen, wie sie übrigens auch den Texten des Vorlesebuchs zu erkennen waren, in denen sich einmal mehr zeigte, dass das Plattdeutsche einerseits über keinerlei Rechtschreibnormen verfügt und andererseits eine überwiegend mündliche Sprache ist. Bei den Jungen und Mädchen kam es einzig darauf an, "gut vom Wort" zu kommen und unter Beweis zu stellen, wie sehr sie mit der Sprache "auf du und du" stehen.




Statistik 2005


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2006:

Ausleihe 2005: Bücherei erzielt Rekordergebnis

Niebüll


dew


Ronald Steiner vor Bücherregal
Mitten in der Welt der Bücher: Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei.
Foto: Wrege

Mit 142 963 Entleihungen und einer Steigerung von 8,6 Prozent gegenüber 2004 verzeichnete die Stadtbücherei Niebüll ihr bisher bestes Jahr seit Gründung. "Der Aufwärtstrend beim Buch und den neuen Medien lässt erwarten, dass wir das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht haben", sagte Büchereichef Ronald Steiner, der nach Addition der Erfolgszahlen selbst überrascht war. Das Rekordergebnis hat, wie Steiner erklärte, Gründe. Einer ist in der Aufhebung der Fahrbücherei 4 zu sehen. Nach ihren Ende und dem Ausstieg vieler Gemeinden aus der Beteiligung am Büchereiwesen waren Leser zunehmend gezwungen, sich in Niebüll mit Lesestoff und andern Medien zu versorgen. Hinzu kam ein "lesefreundlicher" Sommer mit "passendem Wetter". Doch als Hauptgrund führte Steiner das deutlich angestiegene Interesse am Buch an. Erfreuliche Zahlen habe auch das Ausleihen von DVDs gebracht, die die Videokassetten (VHS) mehr und mehr verdängen. "Doch die Leser geben uns oft auch schwer zu ergründende Rätsel auf", ließ Steiner offen, was seine derzeit 3000 aktiven Stammkunden sonst noch in die Bücherei lockt.
Den Büchereibesuchern stehen heute 33 441 Medien (2000 mehr als 2004) zur Verfügung: 26 853 Bücher, 569 Taschenbücher, 1 650 CDs, 849 Videos, 867 CD-ROMs/DVDs, 67 Bilder aus der Artothek, 595 Tonkassetten und 68 Spiele. 86 310 Entleihungen entfallen auf Bücher, 9 382 auf Zeitschriften, 5 405 auf Videos, 8 541 auf CDs, 15 442 auf CD.ROMs/DVDs, 3 800 auf Taschenbücher und 5 886 auf Kassetten. Im Leihverkehr wurden 3 007 Medien beschafft und 1 441 an andere Büchereien abgegeben. Im nächsten Jahr soll der DVD-Bestand (zurzeit 500) erweitert werden.
Jahresbestseller aus Sicht der Niebüller Leser waren in der Kategorie Belletristik Joanne K. Rowlings "Harry Potter und der Halbblutprinz", Dan Browns "Sakrileg" und "Diabolus" sowie Diana Gabaldons "Ein Hauch von Schnee und Asche" und bei den Sachbüchern Sabine Kueglers "Dschungelkind" ,Corinne Hoffmanns "Wiedersehen" sowie Susanna Fröhlichs "Moppel-Ich". Gut gelaufen sind auch die Kochbücher I und II von Tim Mälzer.
Über ihre Funktion als "Ausleihstation" ist die Bücherei seit Jahr und Tag kultureller Mittelpunkt der Stadt. Diesen Status verdankt sie einer Vielfalt von Aktivitäten, die bereits bei Kindern und Jugendlichen mit der "Lesewelle" (jeden Dienstag um 16 Uhr) beginnen. Vier Mal im Jahr laufen Ausstellungen. Zuletzt lockten Margareta Erichsen, Maria Huls, Shizuko Yoshikawa, Klaus Fußmann und vor allem Jan Leseberg, dessen geniale Porträts auf Butterbrotpapier von Typen "bei Lude" Hunderte von Besuchern entzückten. Kari Köster-Lösche las aus "Mit der Flut kommt der Tod" und Tanja Schlie aus "Eine Liebe in der Provence". Das Puppentheater mit "Pettersson und Findus" brachte den Rathaussaal zum Platzen. Tiefe Verbeugungen widmeten der japanische Generalkonsul Tatsuya Miki und dessen Gattin Keiko den kunstbeflissenen Niebüllern und der Bücherei im Rahmen des SHMF. Als weiteren zeitgemäßen Service stellt die Bücherei drei Internet-Plätze (für 3 Euro die Stunde) zur Verfügung, die von Schülern, Studenten und Urlaubern benutzt werden. Im Frühjahr 2006 ist die Stadtbücherei als erste Bücherei Nordfrieslands mit einem Katalog im "Net". PC-User können sich den Bestand zum Hereinschauen herunter laden, Medien vormerken lassen und Ausleihverlängerungen buchen.
In der ersten Ausstellung 2006 stellt Dr. Manfred Reuther den Maler Dyke Johannsen (Tondern) vor. Es folgen Ausstellungen mit Ulla Ruissalo, Bob Bonnies und dem Chinesen Ren Rong. Außerdem wird die Stadtbücherei an der Ausrichtung des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs mitwirken.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.01.2006:

Blumiges Dankeschön für besonders eifrige Leser

Niebüll


dew


Blumen für die Leser des Jahres
Blumen für die "Leser des Jahres", überreicht von Ronald Steiner an Andrea Möllgaard und Tochter Linnea.
Foto: Wrege

Blumiges Dankeschön für eine besonders lesefreudige Familie. Büchereichef Ronald Steiner überreichte Andrea Möllgaard aus Risum-Lindhom als Anerkennung für fleißiges Lesen ein Blumengebinde. Mit 959 Entleihungen sind Andrea und Carsten Möllgaard und ihre Kinder Vincent (18), Jocelyne (16) und Linnea (12) in der Stadtbücherei Niebüll "Leser des Jahres 2005". Einmal wöchentlich fährt eine Abordnung der Familie nach Niebüll in die Bücherei, um sich mit dem Sieben-Tage-Bedarf an Büchern, Zeitschriften, Kassetten, CDs und DVDs einzudecken. Den Weg nach Niebüll ziehen die fleißigen Leser der Inanspruchnahme der Fahrbücherei vor - einerseits, weil sie den Zeitpunkt von Rückgabe und Entleihung selbst bestimmen wollen, zum andern, weil der Service in Niebüll so toll ist, wie Andrea Möllgaard betonte. Die in einem Altenheim beschäftigte Krankenschwester liest sich querbeet durch die Regale, hat aber ein Faible für "entspannend spannende Krimis". Der Nachwuchs deckt sich mit altergemäßem Stoff ein und bevorzugt bei den Tonträgern Rockmusik. Tochter Jocelyne greift zuweilen ins Regal mit Sachbüchern, um sich auf ein schulisches Thema vorzubereiten.


Ausstellung


Klaus Fussmann
"Landschaften und Blumen"


Weihnachtsausstellung vom 27. November 2005- 23. Dezember 2005

Astern, 1990 Linolschnitt


Die Stadtbücherei Niebüll freut sich, den renommierten und erfolgreichen deutschen Maler Klaus Fussmann nach acht Jahren wieder präsentieren zu können. Der Berliner Kunstprofessor, der abwechselnd auch in Gelting lebt, wird zur Austellungseröffnung am Sonntag, dem 27. November um 11.30 Uhr anwesend sein.

Gezeigt werden bis 23. Dezember Landschaften und Blumen - Original-Grafiken aus dem Atelier des Künstlers. Zur Einführung wird Michael Stitz vom Flensburger Tageblatt sprechen - auch darüber freuen wir uns sehr.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 30.11.2005:

Bilder wie ein flüchtiger Blick

Niebüll


kon

Dem Leiter der Stadtbücherei, Diplom-Bibliothekar Ronald Steiner, ist es mit der diesjährigen Weihnachtsausstellung ein zweites Mal gelungen, den renommierten Künstler Klaus Fußmann nach Niebüll zu holen. Bis zum 23. Dezember werden Origial-Grafiken - Lithografien, Linolschnitte, Radierungen und Aquatinta- des mehrfach ausgezeichneten Künstlers in den Büchereiräumen während der Öffnungszeiten gezeigt. Fußmann war zur Vernissage nach Niebüll gekommen. Die Betrachter der Blumen- und Landschaftsbilder des zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart zählenden Malers und Grafikers Klaus Fußmann werden vielleicht denken: "Oh, wie schön", war sich Michael Stitz sicher. "Aber Achtung, die scheinbar gut nachzuvollziehenden Empfindungen und Gedanken angesichts der Bilder dieser Ausstellung täuschen uns - auf den ersten Blick". Stitz ist Leiter der Kulturredaktion im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Er führte in das Werk des Künstlers ein. Die Heiterkeit, die die Blätter ausstrahlen, sei eine gebrochene, stellte Michael Stitz fest. Fußmann versuche, das schnelle Vergehen, den Augenblick zwischen Beginn und Ende, in seinen Blumenbildern feszuhalten. "Meine Malerei gleicht meinem flüchtigen Blick", sagt der Künstler. "Mein Ziel ist es, das Zufällige darzustellen". Er weiß jedoch vorher, "es ist unfassbar und ich werde es nie hereinholen". Fußmann malt, wie er sagt, schnell, denn "allein im provisorischen Arbeitenn erschließt sich mir die fliehende Zeit". Die Büchereiräume erwiesen sich bei der Vernissage einmal mehr als zu klein für den Andrang der großen Fußmann-Fangemeinde aus der Region. Wie der Kulturredaktionsleiter ausführte, offenbare erst der zweite Blick des Bildbetrachters das Beunruhigende im Schönen der Werke Fußmanns, das "Flüchtige im scheinbar Vollendeten". Michael Stitz: "Wir sehen die Werke eines Mannes, der die Krise der Malerei, ihre Anfechtungen durch Zeitgeist und Kritiker-Vorlieben hautnah erlebt, verurteilt und intellektuell aufgearbeitet hat". Fußmann schreibt in seinem Buch über den "Wahn der Malerei", dass die Moderne die Kunst auseinandernehme. Weiter heißt es in einem seiner Aufsätze: "In kalter, stiller Wut zerstören die zornigen Künstler die Ästhetik". Der Berliner Kunstprofessor Klaus Fußmann, 1938 in Velbert im Bergischen Land geboren, hat sich nie zu diesen "Zerstörern und Geheimnis-Vernichtern" zählen wollen. Fußmann lebt und arbeitet heute in Gelting und Berlin. Auf seiner Suche nach der "Malerei an sich" fand er seinen Weg zur Landschaftsmalerei, wie aus seinen autobiographischen Texten hervorgeht. Er stellt sich gegen den Strom, versagt sich jedem Trend und "malt das, was ein Bild ergibt". Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hat, wie Kulturredakteur Stiz wusste, einmal gesagt: "Ich habe noch selten so unkonventionell-frische, heute entstandene Landschaftsbilder gesehen". Er bat Fußmann, Bilder aller neuen und alten Bundesländer für das Kanzleramt zu malen, eine Ehre, die noch nie einem Künstler zu Teil geworden ist.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 13.12.2005:

Klaus Fußmann in Niebüll

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken

"Rückwärts gewandte Malerei?" - "Zu schön, um wahr zu sein?" Immer wieder hat sich Klaus Fußmann in seinem Künstlerleben gegen kritische Töne behaupten müssen. Doch tat er dies nicht, indem er sie mit dem Hinweis auf eine Mehrheit, die sein Werk verehrt, schlicht abtat. Nein, Fußmann blieb einfach seiner Linie treu, auch weiterhin das Beruhigende im Schönen zu suchen, und wurde damit zeitlos moderner als manche ach so modernen Zeiten. Zu denen, die die "Kunst auseinander nehmen", hat Klaus Fußmann nie gehören wollen. Wer zerstört schon das Geheimnis, dem er nachspürt? Doch war er natürlich nicht frei von den Bewegungen seiner Zeit. So kehrte der Künstler erst über das Malen von Berliner Deponien zur Landschaftsmalerei zurück, und entdeckte die größte motivische Herausforderung schließlich in der Blumenpracht des eigenen Gartens. Dennoch ist die Heiterkeit, die Fußmanns Werk nach den Worten des sh:z-Kulturchefs Michael Stitz kennzeichnet, "eine gebrochene" - vergleichbar mit der ungezügelten Freude, die wir über Form und Farben einer Blume empfinden, obgleich wir nur zu gut wissen, wie schnell sie verblüht sein wird. Hier zeigt sich eine Parallele zwischen Fußmann und Heinrich Bölls "Ansichten eines Clowns". Wie treffend, als Protagonist Hans Schnier sich darin mit den Worten "Berufsbezeichnung Clown - ich sammle Augenblicke" vorstellt. Fußmann sammelt gleich zwei Arten von Augenblicken - solche, die seinem Werk zu Grunde liegen und solche, die seinem Werk begegnen.


Märchenstunde


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 08.12.2005:

Beliebte Märchenzeit

Niebüll


dew


In der wöchentlichen Vorlesestunde in der Niebüller Stadtbücherei standen wieder einmal deutsche Kinder- und Hausmärchen auf dem Programm. Die Leiterin des Projekts Franziska Nebelung hießt erneut 20 Kinder willkommen, die "Märchentante" Heidrun Stoltenberg "an den Lippen hingen". Sie hatte tief in die Märchenkiste der Gebrüder Grimm gegriffen, die Geschichte von Rumpelstilzchen erzählt und obendrauf noch die von Dornröschen vorgelesen. Während die Kinder gebannt lauschten, schnurrte leise das Spinnrad von Wiebke Truelsen, die das seltene Hobby des Flachsspinnens pflegt. Das Material, aus dem Textilien in bunter Vielfalt gezaubert werden können, wächst in ihrem Garten am Klanxbüller Süderwisch. Sie bereitet den Flach selbst vor und versteht es meisterhaft, den feinen Faden auf die Spule zu bringen. Vorlesen in der Bücherei ist an jedem Dienstag - und das seit eineinhalb Jahren und stets mit 15 bis 20 Kindern, die dieses Angebot dankbar annehmen. In dieser Woche gab's was obendrauf. Denn mitten in die Vorlesestunde platzte Knecht Ruprecht. Weil gerade Nikolaustag war, hatte er was mitgebracht


Märchenstunde in der Stadtbücherei

Eine spannende Vorlesestunde erlebten die Kinder mit Heidrun Stoltenberg in der Bücherei.
Foto: Wrege


Ausstellung


Jan Leseberg, Rosenkranz
"Leute bei Lude. Skizzen"

01. Oktober 2005 - 31. Oktober 2005 während der Öffnungszeiten

Skizze
Am Samstag, 01. Oktober 2005 wurde in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll die aktuelle Austellung "Leute bei Lude. Skizzen" des Künstlers Jan Leseberg eröffnet. Zur Einführung sprach Frau Edda Raspé, Morsum.

Jan Leseberg

geboren 1948 in Hamburg

Ausbildung bei Albert Feser und Volker D. Heydorn in Hamburg.

Architekturstudium an der Uni Hannover.

Meisterschüler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeichnen und Malen.

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Dänemark, Florenz und Tokyo.

Studienaufenthalte in Carrara (Skulpturen in Marmor) und Florenz (Radierung und Lithografie).

Seit 1973 Mitglied im BBK Hamburg, seit 1982 auch im BBK Schleswig-Holstein.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.10.2005:

Selbstbildnis Jan Leseberg
Selbstbildnis des Jan Leseberg
Foto: Wrege

Kunst und Currywurst: Ein Imbiss wird zum Atelier

Niebüll


dew

Er saß bei Lude im Imbiss nahe der Grenze. Hörte Leuten zu, wie sie redeten. Er beobachtete und zeichnete sie und schaute ihnen tief in die Seele. Sie sahen ihm zu. Erkannten sich wieder, jedoch anders als sie sich auf einen Foto sehen würden. Jetzt zeigte Jan Leseberg (57) in der Stadtbücherei 39 seiner 140 "Rosenkranzer Skizzen", auf denen er Typen festhielt, die bei Karl-Ludwig Ingwersen (ebenfalls 57) einkehrten, um in einen "Wiedingharder Burger" oder in den von Ehefrau Anke meisterhaft zubereiteten "Rosenkranzer Fisch-Burger" zu beißen. Freunde halfen ihm, eine sehenswerte Ausstellung in der "schönsten Bücherei Nordfrieslands" zu arrangieren: Büchereichef Ronald Steiner in seinem professionellen Reich bei der Auswahl und beim Hängen der Bilder, Edda Raspe, Goldschmiedin aus Morsum und noch bekannt als "Grüne" im nordfriesischen Kreistag, bei seiner Vorstellung vor so vielen Kunstfreunden, Freunden und Neugierigen und Leuten, die er im grenznahen Mini-Restaurant auf Einwickelpapier skizzierte. "Lude hatte nichts anderes", erklärte er die skurrile Art, künstlerisches Tun auf eine solche Unterlage zu bannen. Der Fanclub des Jan Leseberg hörte ebenso gespannt wie amüsiert zu, was die Raspe über den Architekten, studierten Künstler und einstigen Meisterschüler und wissenschaftlichen Mitarbeiter am Hannoverschen Lehrstuhl für Zeichnen und Malen zu berichten hatte. Kennen gelernt hatte sie Leseberg aus ihrer Mitarbeit in der nordfriesischen "IG Baupflege" und bei den zahlreichen Projekten, bei denen der Architekt Leseberg vom Verfall bedrohte Objekte der friesischen Hauslandschaft sanierte, renovierte und vor dem Verfall rettete.
Jan Leseberg, begab sie sich in die Fußtapfen des Künstlers, gehe bei Karl-Ludwig Ingwersen ein uns aus. Dort treffen sich Menschen - Deutsche und Dänen -, ernähren sich und erzählen Geschichten. Er hört ihnen zu und zeichnet sie - macht Porträts und zieht das Wesentliche aus seinen "Typen" heraus, die sich nicht extra fein gemacht und in Pose gesetzt haben. Beim Zeichnen nimmt er sich zurück, nimmt die Leute jedoch wahr, kontaktet sie auf seine Weise, erfasst das Wesentliche, erspürt Sympathie, Wärme, Trauer, Humor und individuelle Prägung und Befindlichkeit. Wer ihm zusah, verspürte Verständnis und fand Zugang zur Kunst , die andere krasser und expressiver artikulieren als er. Jan Leseberg liebe Menschen und das Leben, sagte Edda Raspe. Man muss ihm für diese schöne Ausstellung danken. "Es gibt da in der Tat eine Menge zum Gucken." Und das ließen sich die Fans des Jan Leseberg nicht zwei Mal sagen, obwohl dieser die Leute vor sich mit diesem Bonmot warnte: "Lieber vom Leben gezeichnet werden als von Jan Leseberg."


Karl-Ludwig Ingwersen, Jan Leseber, Edda Raspé und Anke Ingwersen

Gut Lachen vor einer gelungenen Ausstellung haben Karl-Ludwig "Lude" Ingwersen, Jan Leseberg, Edda Raspé und Anke Ingwersen (v. li.)
Foto: Wrege


Lesung


Tania Schlie
"Eine Liebe in der Provence"


Autorenfoto Tania Schlie © Petra Becker

Am 26. Oktober 2005 war die Autorin Tania Schlie in der Stadtbücherei Niebüll zu Gast. Sie las aus ihrem neuen Roman "Eine Liebe in der Provence".

Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll, die Bücherstube Leu und die Volkshochschule Niebüll herzlich ein.

Presse-Information: Enttäuscht von ihrer Ehe kehrt Hanna an den Ort zurück, der für sie schon einmal der Schauplatz für eine Wende in ihrem Leben war. Die Schönheit und Ruhe der Provence hatten bereits in den Sommern ihrer Kindheit eine magische Wirkung auf sie. Hanna folgt den Spuren einer lang zurückliegenden Liebesgeschichte, die ihr hilft, ihr eigenes Leben zu ordnen.

Tania Schlie, geboren 1961, arbeitete lange Jahre als Verlagslektorin. Nach Anthologien und wissenschaftlichen Beiträgen erschien 2001 ihr Debütroman "Die Spur des Medaillons", der viele begeisterte Leserinnen fand. Sie ist heute freie Lektorin und Autorin, hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Glückstadt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 02.11.2005:

Tania Schlie will weiter schreiben

Niebüll


kon

Dass Lektoren keine Bücher schreiben und Autoren keine Lektoren sein können, wie die schreibende Zunft gern behauptet, widerlegt Tania Schlie bereits mit ihrem dritten Roman "Eine Liebe in der Provence". Die studierte Politologin und Germanistin, die als Lektorin unter anderem in einem renommierten Verlag in Hamburg als Lektorin gearbeitet hat, las in der Niebüller Stadtbücherei aus ihrem soeben erschienenen Roman. Die gut besuchte Veranstaltung war von der Stadtbücherei, der Volkshochschule Niebüll und der Bücherstube Leu initiiert worden. Tania Schlie erzählt in ihrem neuen Roman in eindringlichen Bildern von der Kraft der Liebe und dem Mut zum Neuanfang: Hanna, enttäuscht von ihrer Ehe, kehrt an einen Ort in der Provence in das alte Bauernhaus "Les Oliviers" zurück, der schon einmal Schauplatz für eine Wende in ihrem Leben war. Hier folgt sie den Spuren einer lang zurückliegenden Liebesgeschichte, die ihr hilft, ihr eigenes Leben zu ordnen und ihren bohrenden Selbstzweifeln zu entkommen. Hanna will etwas verändern in ihrem Leben bevor es zu spät ist. Am Beispiel der jungen Victoire, die vor 30 Jahren in demselben Haus lebte und sich in den deutschen Flüchtling Franz verliebte, gelingt es Hanna, sich von ihrem übermächtigen Vater zu befreien. In "Eine Liebe in der Provence" sind zwei Geschichten miteinander verwoben. Die Passagen, die Tania Schlie ihren Zuhörern in der Stadtbücherei vorstellte, machen neugierig auf die ganze Geschichte. Man möchte mehr erfahren über das Schicksal der Personen. Wie ging sie aus, die "unmögliche" Liebe zwischen Victoire und Franz im Zweiten Weltkrieg? Die Autorin, die heute mit ihrer Familie in Glückstadt lebt, beantwortete nach der Lesung bereitwillig jede Menge Fragen, ließ aber das Ende ihres Romanes offen. Schlie ist Kennerin der Provence. Für die Handlung ihres Buches hat sie dort lange recherchiert. Ein Jahr hat sie danach geschrieben, und zwar Tag für Tag. "Man muss dran bleiben, die Geschichte entgleitet einem sonst sehr leicht". Da sie gern schreibt und sich nicht an den Schreibtisch "peitschen" muss, sei die tägliche Schreibarbeit für sie kein Problem. Die Handlung ihrer Geschichte, die die Autorin vorher im Kopf hat, verselbständige sich manchmal. "Die Personen wachsen mir auch ans Herz", bekannte sie. Tania Schlie hat die Verbindung zwischen Geschichte, Politik und Literatur immer interessiert. Bevor sie zurückkehrte in den Norden der Republik arbeitete sie als freie Lektorin am Bodensee. Dass sie Buchautorin wurde, verdankt sie einem Zufall. Sie lernte am Bodensee zwei Verleger kennen. Bei einem Glas Wein überlegten die drei, wie "ein richtiger Schmöker" aussehen sollte. Jeder sollte sich eine Geschichte überlegen und sie dem Verlag vorstellen. Tania Schlies "Die Spur des Medaillons" gefiel sofort und wurde nach Anthologien und wissenschaftlichen Beiträgen als im Jahre 2001 erschienener Debütroman Schlies ein Erfolg. Es folgte "Elsas Erbe", die mitreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau. Nach "Eine Liebe in der Provence" wird der vierte Roman nicht lange auf sich warten lassen. "Ich habe eine neue Idee", verrät die 1961 in der Nähe von Bremen geborene Schriftstellerin.


Ausstellung


Shizuko Yoshikawa, Zürich (CH)
"Konstruktive Kunst aus Japan"


Bild: Shizuko Yoshikawa

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich mit der Ausstellung der japanischen Malerin Shizuko Yoshikawa am Museumssommer 2005, der den Schwerpunkt Japan hatte. Für die Stadtbücherei war dies bereits die sechste Festivalbeteiligung.

Am 09. Juli 2005 eröffnete Prof. Achim Czemper aus Hamburg die Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musik Festival in den Räumen der Bücherei. Bei der Ausstellungseröffnung waren der Landrat des Kreises Nordfriesland, Herr Dr. Olaf Bastian, der japanische Konsul aus Hamburg, Herr Ichiro Shimogaite und die in Zürich lebende Künstlerin anwesend. Bis zum 30. August 2005 erwartete die Besucher der Ausstellung 30 Arbeiten auf Papier, die der konstruktiven Kunst zuzuordnen sind.

Dr. Bastian, Prof. Czemper, Konsul Shimogaite, S. Yoshikawa, R. Steiner und Dr. Garbrecht
Landrat Dr. Bastian, Prof. Czemper, Konsul Shimogaite, Frau Yoshikawa, Büchereichef Steiner und Dr. Garbrecht (v.li.)
Konsul Ichiro Shimogaite
Konsul Ichiro Shimogaite während seiner Rede in der Stadtbücherei
Shizuko Yoshikawa
Shizuko Yoshikawa beim Signieren der Poster




Die Ausstellung Shizuko Yoshikawas war Anlass eines Besuches des japanischen Generalkonsuls Tatsuya Miki in der Stadtbücherei Niebüll am 17. August 2005.


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.08.2005:

Prof. Brandt und Ehepaar Miki mit Büchereichef Steiner
Besuchten die Ausstellung:
Prof. Andreas Brandt, das Ehepaar Keiko und Tatsuya Miki mit Büchereichef Ronald Steiner (v.li.). Foto: Wrege

Hoher Besuch in der Stadtbücherei

Niebüll


dew

Gestern stattete der japanische Generalkonsul Tatsuya Miki (Hamburg) in Begleitung seiner Ehefrau Keiko der Stadtbücherei Niebüll einen Kurzbesuch ab. Anlaß der Stippvisite des hohen Gastes auf der Rückreise von Sylt in die Hansestadt war die derzeit in der Bücherei laufende Ausstellung seiner Landsmännin Shizuko Yoshikawa. Die Japanerin zeigt im nordfriesischen Niebüll konstruktive Malerei und Grafik. Ihre in zarter und beschaulicher Farbgebung gehaltenen Arbeiten aus der jüngsten Schaffensperiode erläuterte der mit der in der Schweiz lebenden Malerin befreundete Konstruktivist Prof. Andreas Brandt.
Ein Kurzporträt der gastgebenden Stadt Niebüll, die sich mit dieser Ausstellung am Begleitprogramm zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival (SHMF) beteiligt, gab Büchereileiter Ronald Steiner. Generalkonsul Miki war einen Tag zuvor zu Gast auf Sylt, wo er das Konzert eines japanischen Quintetts erlebte. Vor dem Besuch der Ausstellung in Niebüll machte der Diplomat Station in der Nolde-Stiftung Seebüll. Wenn Tatsuya Miki nicht beruflich tätig ist, widmet er sich seinen Faibles Kultur und Sport. Kulturell sind es die bildenden Künste - speziell die Malerei. Sportlich ist er mehr dem Fußball zugetan und Stammgast bei den Heimspielen des Hamburger SV, für den der in Japan sehr beliebte Bundesligaprofi Naohiro Takahara auf Torejagd geht.


Puppentheater


Firlefanz - Theater mit Puppen, Hagen

"Pettersson und Findus"

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am 08. August 2005 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "PETTERSSON und FINDUS". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
"Pettersson und Findus" ist ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Petterssons Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern...

» www.theater-firlefanz.de


Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
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